Daniel Röber und Elisabeth Röber-Berlin machen mit der Familie aus dem alten Gebäude die „Villa Zavelstein“ Foto: Verena Parage

Um das ehemalige Hotel „Goldenes Fass“ in Bad Teinach kümmern sich die Berlins. Im April sollen Mitarbeiter einziehen können.

„Villa Zavelstein“, so wollen die Berlins das ehemalige Hotel „Goldenes Fass“ in Bad Teinach künftig intern nennen. Was jahrelang wie eine Bruchbude mitten im Ort stand, baut die Hoteliers-Familie aus Zavelstein um. Nicht nur zu einem Schmuckstück, das lässt sich schon erahnen, sondern vor allem zu Wohnraum. 25 Wohnungen entstehen in dem früheren Beherbergungsbetrieb.

 

„Mein Vater ist immer der Visionär in der Familie“, erzählt Elisabeth Röber-Berlin über Rolf Berlin. Seine Idee war es, das lange leerstehende Gebäude zumindest einmal anzuschauen. Ein russischer Investor hatte das „Goldene Fass“ gekauft und wollte es wieder als Hotel eröffnen, erzählt Röber-Berlin. Die Renovierung hatte begonnen, wurde aber nicht abgeschlossen.

Der Gedanke des Senior-Chefs von „Berlins KroneLamm“ war es aber nicht, ein weiteres Hotel zu eröffnen. Stattdessen hatte er die Idee, dort Wohnraum vor allem für die Mitarbeiter des eigenen Hotels zu schaffen. „Der Bedarf war da“, sagt Elisabeth Röber-Berlin. In Zavelstein hat die Familie bereits ein Personalhaus mit neun Wohnungen.

Der Endspurt läuft

Sie und ihre Brüder Roland und Franz Berlin sollten sich das Gebäude doch einmal anschauen, meinte der Vater. Sie taten es und schlugen zu. Dass der Investor bereits angefangen hatte zu renovieren, stellte sich allerdings als Nachteil heraus. So war gar keine Elektrik verlegt worden. Sie mussten also das, was bereits gemacht war, zurückbauen lassen.

Seit gut einem Jahr wird das ehemalige „Goldene Fass“ umgebaut, jetzt läuft der Endspurt. Im April sollen die 25 Wohnungen auf vier Stockwerken fertig sein. Die ersten, im Erdgeschoss und dem ersten Stock, sind bereits bezogen. Dass das Gebäude so viel Platz für Wohnraum bietet, davon waren Elisabeth Röber-Berlin und ihr Mann Daniel Röber, der die Arbeiten auf der Baustelle koordiniert, überrascht. Drei Einheiten sind als Zweier-WGs, jeweils mit eigenem Bad, aber gemeinsamer Küche, konzipiert. Die anderen Wohnungen haben eine Fläche zwischen 27 bis 70 Quadratmetern. Alle sind möbliert, drei rollstuhlgerecht.

„Das ist traurig, aber Realität in Deutschland“

Das kommt den Hotel-Mitarbeitern entgegen. Viele stammen aus dem Ausland, benötigen also eine Unterkunft, wenn sie zum Arbeiten nach Zavelstein kommen. Ein- bis Zwei-Zimmer-Wohnungen seien auf dem Land einfach schwer zu bekommen, sagt Elisabeth Röber-Berlin.

Dazu kommt, dass die Hoteliers-Familie die Erfahrung gemacht hat, dass mancher Mitarbeiter, der aus Afrika stammt, aber bereits seit sieben Jahren für die Berlins arbeitet, dennoch keine Chance auf eine Wohnung hat. „Das ist traurig, aber Realität in Deutschland.“

Der Bedarf an Mitarbeiterwohnungen ist also groß, dennoch sind noch Wohnungen „übrig“, die die Berlins auch an Nicht-Mitarbeiter vermieten.

Bad Teinach ist gut angebunden

Vom Standort sind die Berlins nach anfänglichen Zweifeln – schließlich befindet sich ihr Hotel eben in Zavelstein, und da müssen ihre Mitarbeiter hin – überzeugt. Bad Teinach ist gut angebunden, es gibt Praxen und den Kurpark.

Drei Millionen Euro hat die Familie in den Umbau investiert. In Etage drei und vier läuft der restliche Innenausbau, dann soll noch die Fassade gemacht und in Weiß oder einem hellen Gelb gestrichen werden.

In gewisser Weise ist das Ehepaar froh, wenn die Renovierung geschafft ist. „Dann bleibt mehr Zeit für andere Dinge“, meint Daniel Röber.

Vor allem aber ist das historische Gebäude mitten in Bad Teinach dann wieder ein Hingucker und macht als „Villa Zavelstein“ seinem neuen Namen alle Ehre.