Die Germanenzunft lotet noch aus, ob ein Ringtreffen möglich ist. (Archivfoto) Foto: Eyrich

Im August soll über großes Fasnets-Wochenende zum 50. Jubiläum entschieden.

Winterlingen-Benzingen - "Wir bewegen uns total im luftleeren Raum", sagt Walter Sieber, der Präsident des Zollernalb-Ringes, und meint damit das für den 22. bis 24. Januar nächsten Jahres geplante Ringtreffen der Narren in Benzingen. "Es ist noch keine Entscheidung gefallen in keine Richtung, die Überlegungen umfassen alle möglichen Varianten. Wir sind da momentan noch absolut offen." Allerdings sieht der Präsident, dass bei aktuellem Stand "tendenziell" alles gegen "eine Veranstaltung im großen Format" spricht.

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Vor allem vom Kostenrahmen her. Eine solches Ringtreffen sei unter den gegebenen Umständen ein zu großes finanzielles Risiko – die Veranstalter könnten auf den Kosten sitzen bleiben. "Möglicherweise kommen weniger Besucher. Die Abstandsregeln sind einzuhalten und ein Barbetrieb im üblichen Sinn ist nicht möglich." Und ob es tatsächlich sinnvoll sei, mit Mundschutz am Straßenrand zu stehen, um den Umzug der Hästräger anzuschauen, bezweifelt Sieber. Zudem verfüge Benzingen gar nicht über die Hallenkapazität, um ein solches Treffen mit den notwendigen Hygienevorschriften zu stemmen.

Umzug mit nur 50 Zuschauern?

Derzeit auch nicht denkbar sei eine Dorffasnet mit zehn bis 15 kleinen Zelten und Besenwirtschaften. "Eine kleine Veranstaltung ist ebenso nicht zielführend bei den vorgeschriebenen Auflagen", betont Sieber. Weniger Besucher bedeuteten auch weniger Einnahmen. Und er hat Bedenken, ob überhaupt entsprechend Zuschauer kommen. "Was bringt ein Umzug der Narren, wenn nur 50 Leute an der Straße stehen?" Es sei ja fraglich, ob die Menschen überhaupt gewillt seien, eine solche Veranstaltung zu besuchen. Zudem sei nicht sicher, ob wirklich jede Zunft mit ihren Maskenträgern anreise, weil gesundheitliche Bedenken bestünden.

Bis Juli, spätestens Anfang August wollen die Verantwortlichen entscheiden. Bis dahin beobachten sie auch, was andere Zünfte machen und was in den Karnevalshochburgen geschieht. Köln habe ja den 11.11. für dieses Jahr auf Eis gelegt. "Das Ziel ist, eine gemeinsame, von allen Verbänden getragene Lösung zu finden", erklärt Walter Sieber. Über die Arbeitsgemeinschaft südwestdeutscher Narrenvereinigungen und -verbände steht er deshalb im regen Austausch mit anderen Zünften und auch den Karnevalisten.

Baldige Absage verursacht kaum Kosten

Die Benzinger Germanenzunft wollte das Ringtreffen des Narrenfreundschaftsringes Zollernalb aus Anlass ihres 50-jährigen Bestehens ausrichten. Unwahrscheinlich ist es aus heutiger Sicht, dass in einem großen Fest- und Barzelt gefeiert wird. Sollte das Ringtreffen komplett abgesagt werden, wirke sich das finanziell nicht allzu groß auf die Germanenzunft aus. "Es wurden bislang noch keine Verträge abgeschlossen", erläutert der Ringpräsident. Die bisherigen Ausgaben seien für Banner und Flyer gemacht worden.

Narrenrat und Zunftmeisterin Diana Frey werden sich demnächst zusammensetzen und das weitere Vorgehen besprechen.

Und selbst wenn die Veranstaltung 2021 ins Wasser fällt, ist das nicht das Aus für den Veranstaltungsort Benzingen, denn dann könnte das Treffen der Narren 2022 dort stattfinden, weil es für diesen Termin laut Sieber noch keinen Ausrichter gibt.

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