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Winterlingen Wein wächst auch hier prächtig

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Winterlingen-Harthausen. Die Sonne hat die ersten Herbstnebel verdrängt, als Josef Weiß in der Hauptstraße schon auf der Leiter steht und rote Reben von seinem Weinstock schneidet. 80 Kilogramm hatte er 2018 geerntet und rechnet heuer annähernd mit dem gleichen Ergebnis: Es sei ein gutes Jahr gewesen, versichert Weiß, der seine Rebe vor 15 Jahren neben der Scheune gepflanzt hatte. Mittlerweile haben ihre Triebe eine Länge von 30 Metern erreicht und wachsen an der Fassade des ehemaligen Bauernhofs hinauf bis zur Dachrinne.

Seine Frau Anneliese kocht nach dem Auspressen der Reben den Saft in der Küche ein und macht daraus süßen Traubensaft, der, in Glasflaschen abgefüllt, lange haltbar bleibt. Fünf Enkelkinder und die Verwandtschaft freuen sich schon darauf.

Mehr als 800 Meter über dem Meeresspiegel hat Albrecht W. Maier vor etwa acht Jahren eine alte, seltene Rebsorte an seinem Wohnhaus in der Winterlinger Marktstraße angebaut: eine ehemals von Mönchen kultivierte Sorte, die Niederrother Mönchsrebe, die auf der rauen Alb prächtig gewachsen ist – die prall gefüllten Reben warten an der Südwand des Hauses auf die Lese. Früher galt Weinbau auf der Alb als völlig undenkbar, und es ist wohl eine Folge der Klimakrise mit höheren Temperaturen, dass auch in Mittelgebirgslagen Weintrauben reifen. Unterstützt wird Maier bei der Lese von Wilfried Maier aus Tailfingen, der dort seit Jahren einen Weinberg besitzt, in diesem Jahr allerdings einen Großteil seiner Trauben an die Stare verlor, die sich in Scharen über die Trauben hergemacht hatten.

Aus der gemosteten Traubenernte produzieren die beiden Rotwein, der im Freundes- und Verwandtenkreis seine Liebhaber findet. Mit einem Refraktometer haben die Hobby-Winzer zudem einen sehr beachtlichen Oechsle-Grad von über 90 gemessen. Auf Spritzmittel verzichten sowohl Josef Weiß in Harthausen als auch Albrecht Maier in Winterlingen, so dass die Reben beste Bioqualität haben.

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