Tatort Winterbach: In dieser abgebrannten Gartenlaube entkamen fünf junge Ausländer nur knapp dem Tod. Foto: dpa

Brandanschlag auf Ausländer: Polizei verhaftet Rechtsradikalen wegen versuchten Mordes.

Waiblingen/Winterbach - Nach umfangreichen Ermittlungen im Zusammenhang mit einem Brandanschlag auf fünf junge Ausländer in Winterbach hat die Polizei einen 20-jährigen Rechtsradikalen als einen der Tatverdächtigen verhaftet. Die Polizei sei damit einen gewaltigen Schritt weitergekommen, um den Anschlag aufzuklären.

Der junge Tatverdächtige stammt aus dem Kreis Ludwigsburg und ist nach Angaben der Polizei zweifelsfrei der rechtsradikalen Szene zuzuordnen. Er ist nach den bisherigen Erkenntnissen der Ermittlungsgruppe dringend verdächtig, die Gartenhütte auf dem Engelberg bei Winterbach angezündet zu haben. Dort hatten sich in der Nacht zum 9. April fünf junge Ausländer versteckt, nachdem sie von einer Gruppe Rechtsextremer angegriffen worden waren. Die fünf jungen Leute konnten dem Feuer nur mit knapper Not entkommen.

Weil es sich bei den möglichen Tätern um Rechtsextreme handelte, die der Polizei bekannt waren, dauerte es nur einen Tag, bis die Polizei 14 Männer im Alter zwischen 18 und 35 Jahren festgenommen hatte. Die Gruppe musste allerdings wieder freigelassen werden. Der Polizei gelang es nicht, den Brandanschlag einem einzelnen Tatverdächtigen zuzuordnen. Die Verhafteten hatten sich offensichtlich abgesprochen und schwiegen beharrlich.

Polizei rechnet mit weiteren Verhaftungen

Im Zuge der weiteren Ermittlungen kam es einige Tage später zur Durchsuchung von zahlreichen Wohnungen. Die Objekte lagen in der Region Stuttgart, aber auch in Aalen, Freudenstadt und sogar im Saarland. Aus diesen Gegenden stammten die Gäste, die auf einem Grundstück neben den Ausländern feierten. Nach den heutigen Erkenntnissen der Polizei hat es sich bei der angeblichen Party um ein Treffen von Rechtsextremen aus ganz Süddeutschland gehandelt.

Um die weiteren Ermittlungen nicht zu gefährden, nennt die Polizei keine konkreten Gründe, die zur Verhaftung des 20-Jährigen geführt haben. Die Staatsanwaltschaft sieht jedoch einen dringenden Tatverdacht und beantragte einen Haftbefehl wegen versuchten Mordes. Der junge Mann wurde von einem Haftrichter am Donnerstag in U-Haft genommen.

Im Zusammenhang mit der Brandattacke beschlagnahmte die Polizei auch ein Auto, das einem 26-Jährigen aus dem Hohenlohekreis gehört. Mit diesem Wagen sei mehrmals vor der Brandstiftung auf die Gruppe der Ausländer zugefahren worden. Experten untersuchen, ob mit dem Wagen auch Personen angefahren worden sind. Dies haben die Geschädigten nach dem Anschlag zu Protokoll gegeben. Die Polizei geht davon aus, dass es nach der Auswertung von mehr als 200 Spuren zu weiteren Verhaftungen kommt.