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Wildberg Stadt kämpft gegen Lärm in Flüchtlingsunterkunft

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Gemeinschaftsunterkunft "Oberer Welzgraben" Foto: Geisel

Wildberg - Gelbe und rote Karten, Security 24 Stunden vor Ort: In Wildberg wird nun mit härteren Bandagen gegen den Lärm in der Gemeinschaftsunterkunft "Oberer Welzgraben" gekämpft. Das Thema kam im Gemeinderat aufs Tapet.

Anwohner hatten sich in der Vergangenheit wegen starker Lärmbelästigung durch die Bewohner in der Gemeinschaftsunterkunft beschwert. Darauf hat die Stadt reagiert, das Gespräch mit dem Landkreis gesucht und gemeinsam konnte ein neues Konzept ausgearbeitet werden. Der Verwaltung sei bewusst, dass sie den Anwohnern eine gewisse Sorgfalt schulde, schickte Bürgermeister Ulrich Bünger voraus. Das gute Miteinander aus der Anfangszeit gebe es nicht mehr, die Bewohnerstruktur habe sich geändert.

Zahl der Geflüchteten deutlich zurückgegangen

"Der große Schub aus Syrien, der ist vorbei", erklärte Norbert Weiser, Dezernent beim Landratsamt Calw. Die Zahl der aufzunehmenden Geflüchteten ist deutlich zurückgegangen. Vor fünf Jahren sei man mit etwa 400 Menschen pro Monat wie beispielsweise im Dezember 2015, die der Kreis Calw unterbringen musste, noch "massiv überrollt" worden. Zwischenzeitlich muss der Kreis bis zu 25 Menschen monatlich ein Obdach bieten. Hauptsächlich handle es sich dabei um Geflüchtete aus Afrika, ein "nicht ganz einfacher Personenkreis", wie Norbert Weiser einräumte.

Die Verantwortlichen waren bisher keinesfalls untätig. Man spreche mit den Menschen, erhöhe die Präsenz der eigenen Mitarbeiter und verlege auch mal jemanden. Das reiche aber sichtlich nicht aus. Auch im Landratsamt kam an: In Wildberg geht es "so jetzt nicht mehr weiter".

Bei der Security hat sich jüngst eine Veränderung ergeben. Da das Auftragsvolumen im Kreis Calw die Grenze überschritten habe, musste die Dienstleistung europaweit ausgeschrieben werden. Zum 1. August übernimmt ein neuer Anbieter aus einem Nachbarlandkreis den Auftrag. Für Wildberg bedeutet das künftig eine 24-Stunden-Präsenz von Sicherheitskräften in der Gemeinschaftsunterkunft. Außerdem wolle Norbert Weiser mit der Firma absprechen, ob sie in Wildberg bereits zum 1. Juli beginnen könne.

Es werden rote und gelbe Karten verteilt

Darüber hinaus findet eine von Bürgermeister Bünger eingebrachte, vom Fußball inspirierte Idee Anwendung: das Verteilen von gelben und roten Karten. Das System gefiel Norbert Weiser sehr gut. Bei Gelb sei "die Grenze erreicht", bei Rot folge die Verlegung in eine "weniger attraktive Unterkunft". Der Rathauschef ist überzeugt: "Es muss eine klare Sanktion im Hintergrund stehen." Norbert Weiser ist zuversichtlich, dass das System Wirkung zeigen wird. Setze man das stringent durch, spreche es sich unter den Geflüchteten herum. Außerdem soll in regelmäßigen Anwohnergesprächen abgefragt werden, ob die Maßnahmen Wirkung zeigen.

Gerhard Ostertag befand die Beschwerden der Anlieger für "mehr als gerechtfertigt". Der CDU-Rat habe den Lärm selbst auf seiner etwa 300 Meter entfernten Terrasse gehört und sich deswegen die Lage vor Ort angeschaut. Den vorgelegten Vorschlag fand er gut. Zusätzlich hatte Ostertag noch eine Bitte: Die Bewohner der Gemeinschaftsunterkunft würden auf den Friedhofsbänken sitzen und telefonieren, das sei "pietätlos". Rolf Weik (CDU) fand das Konzept ebenfalls gut, man sei den Anwohnern ein härteres Durchgreifen schuldig.

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