Etwas versteckt wachsen in der Wildberger Klosteranlage Heil- und Küchenkräuter.Fotos: Arbeitskreis Museum Foto: Schwarzwälder Bote

Pflanzen: Ehrenamtliche pflegen den versteckten Garten mit gemeinsamen Arbeitseinsätzen / Neue Mitstreiter willkommen

Ein wenig versteckt in der Klosteranlage Wildberg, idyllisch hinter einem Mauerabschnitt gelegen, befindet sich der Klostergarten. Seit mehr als 20 Jahren wird dieser liebevoll von Ehrenamtlichen gehegt und gepflegt.

Wildberg. Die Idee zu dem Kräutergarten entstand im Herbst 2000. Mitglieder der Arbeitsgruppe Museum und Heimatgeschichte Wildberg entwickelten das Projekt und hatten auch gleich den passenden Standort im Sinn: in den Mauern des ehemaligen Einbindhauses. Der Bereich befindet sich zwischen dem Spielplatz in der Klosteranlage und der Musikschule, in einem ruhigen, etwas weiter hinten gelegenen Eckchen.

Schnell begann die Gruppe mit den ersten Arbeiten und bereitete alles für die Bepflanzung vor. Der Wildwuchs wurde entfernt, die künftigen Beete umgegraben. Kaum war der Winter vorüber, ging es weiter: Im Frühjahr 2001 gruben die Freiwilligen die restlichen Beete um, säten eine Gründüngung aus und pflanzten etwa 200 Buchsbaumstecklinge in Töpfchen. Anschließend war erst einmal Pflege angesagt. Ihren ersten Winter überstanden die Stecklinge im Gewächshaus der Wildberger Gärtnerei Frauer.

Im Frühjahr 2002 folgte der nächste Großeinsatz im Kräutergarten: Die Beete wurden angelegt und die Wege mit Hilfe des Baubetriebshofs hergerichtet. Die Buchsbäume fanden als Umrandung ihr Plätzchen, und die Kräuter, denen der Garten seinen Namen verdankt, konnten gepflanzt werden. Finanzielle Unterstützung kaum von der Stadt Wildberg, der Kreissparkasse, Blumen Ochs in Effringen und Gartenbau Fischer in Gültlingen. Damit die Besucher auch wissen, welche Kräuter sie bestaunen, erhielten alle Schilder mit der korrekten Benennung.

Im Sommer 2013 musste sich das Kräutergarten-Team schon wieder von seinen liebgewonnenen Buchsbäumen trennen. Die Pflanzen waren stark erkrankt und mussten daher entfernt werden. Doch seither wächst und blüht es im Kräutergarten ungehindert. Inzwischen finden sich dort etwa 40 verschiedene Gewürze und Heilkräuter. Neben den bekannten Küchenkräutern wie Zwiebel, Knoblauch und Schnittlauch gedeihen auch Thymian, Oregano und Salbei. Ein ganzes Beet ist den verschiedenen Minzen gewidmet, die erfrischend duften, wenn man ein Blättchen zwischen den Fingern reibt.

Zu der großen Anzahl an Heilkräutern gehören Schafgarbe, Beinwell (aus der Wurzel kann ein Sud gekocht und als Umschlag bei Verstauchungen oder Zerrungen angewendet werden), Seifenkraut, Schöllkraut (auch bekannt als Warzenkraut), Alant, Wermut, Engelwurz, Baldrian, Johanniskraut – eben eine bunte Mischung aus Bekanntem und Unbekanntem. Die Anwendung erfordert allerdings Wissen und Erfahrung. Wenngleich die Heilwirkung Besuchern vielleicht nicht bei allen Pflanzen bekannt ist, so ist der blühende Garten trotzdem eine Augenweide.

Jedes Jahr kommen die Freiwilligen zu etwa drei bis vier gemeinsamen Arbeitseinsätzen zusammen. Die Koordination übernimmt Elke Bantle. "Nicht nur der Garten, auch wir Mitarbeiter sind 20 Jahre älter geworden", erzählt sie. Auch deswegen würde sie sich über zahlreiche neue Helfer freuen.

Wer Lust und Freude an der Gartenarbeit hat und dem Kräutergarten-Team helfen möchte, den Garten bei gemeinsamen Arbeitseinsätzen weiterhin zu pflegen, kann sich bei Elke Bantle, Telefon 07054 /54 32, melden.

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