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Wildberg Hochwasserkatastrophe und Klosterbrand

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Die Feuerwehr blickt auf 150 Jahre zurück. Foto: Geisel/Feuerwehr Sulz

Wildberg-Sulz - 150 Jahre Freiwillige Feuerwehr Sulz am Eck - und das aufgrund von Corona ohne Fest. Trotzdem: Die Geschichte der Abteilung ist eine spannende.

Diese Geschichte beginnt schon lange vor der Gründung der Freiwilligen Feuerwehr Sulz am Eck, wie es schon in einer Festschrift zum 125-jährigen Bestehen heißt. Am 1. Juli 1851 fand bereits eine lokale Feuerschau statt, bei der brandgefährdete Objekte vom Ortsvorsteher und vom Oberfeuerschauer begutachtet wurden. Bei Mängeln wurden Auflagen erteilt. Zudem existierte eine Lokal-Feuerlösch­ordnung, die regelmäßig vom Gemeinderat aktualisiert wurde.

Im Jahr 1967 brannte der erste Personenwagen

Was es jedoch noch nicht gab, war eine eigene Organisation der Feuerwehr. Buttenträger und Spritzenmeister bestimmte der Gemeinderat. "In diesem Fall könnte man von einer Pflichtfeuerwehr sprechen", wird in der Festschrift geschlussfolgert. Gerätschaften zur Brandbekämpfung waren aber bereits vorhanden und waren wohl von der Gemeinde beschafft worden.

Zur tatsächlichen Gründung der Freiwilligen Feuerwehr Sulz am Eck kam es am 11. September 1870 - inklusive einer Satzung über den Feuerwehrdienst. Die Organisation ähnelte bereits der heutigen, wie aus Rapport- und Dienstbüchern hervorgeht. Im Schnitt fanden sechs bis acht Übungen im Jahr statt. Es gab uniformierte und nicht uniformierte Männer und die Einsatzkräfte waren in verschiedene Mannschaften oder Züge unterteilt. Der technische Stand der Geräte erforderte viele Feuerwehrleute. Ein Zug beziehungsweise eine Mannschaft bestanden aus mindestens 28 Mann. Zum Glück traten 1879 64 Männer der Wehr bei. Die ersten weiblichen Einsatzkräfte wurden am 28. März 1918 verpflichtet.

Verschiedene Einsätze galt es im Lauf der Jahre zu bewältigen, darunter ein großer Hochwassereinsatz im Jahr 1932, laut Rapportbuch eine "Hochwasserkatastrophe am Pfingstmontag". Drei Tage lang mussten die Wehrleute und alle arbeitsfähigen Personen Wasser pumpen und "die größten Hindernisse aus den Häusern entfernen, bis sich ein freiwilliger Arbeitsdienst mehrere Wochen zur Verfügung stellte". Auch mit einem abgestürzten Flugzeug, einem Brand im Wildberger Kloster und dem ersten Personenwagen-Brand im Ort im Jahr 1967 hatten die Sulzer zu kämpfen.

Ihr erstes Löschfahrzeug, ein LF8, erhielt die Feuerwehr Sulz am Eck am 3. April 1970, übergeben von Bürgermeister Roland Helber. Die Kameraden tauften es auf den Namen "Kuh Elsa". Das zweite Löschfahrzeug (LF8/6) wurde 1997 in Dienst gestellt. Es ist bis heute im Einsatz.

Für den Umbau waren etwa 450 Stunden nötig

Die Gemeindereform 1975 führte zur Aufnahme der Feuerwehr Sulz am Eck als Abteilung in die Feuerwehr Wildberg. Derzeit beschäftigt die Wehr die Erstellung eines neuen Feuerwehrbedarfsplans. "In diesem wird unter anderem die zukünftige Ausrichtung der Feuerwehr Wildberg mit allen Abteilungen festgelegt", erklärt Abteilungskommandant Martin Engel. Das betrifft beispielsweise Personal, Feuerwehrhäuser und Fahrzeuge.

Ein wahrer Kraftakt war der Umbau eines von der Gemeinde erworbenen Werkstattgebäudes zum Feuerwehrhaus. Am 21. April 1967 wurde es seiner Bestimmung übergeben, der es bis heute dient. Etwa 450 Arbeitsstunden waren dazu nötig. Nach einer Renovierung, bei der das Gebäude in Sachen Technik, Unterrichtsräume und sanitäre Anlagen auf den neuesten Stand gebracht wurde, konnte es Anfang Oktober 1984 erneut eingeweiht werden.

Im Programmheft zur Einweihung bescheinigte der damalige Kommandant der Wildberger Gesamtwehr Eberhard Fiedler den Einsatzkräften "ungewöhnlich umfangreiche Eigenleistungen".

Feuchtigkeitsschäden machten 2008/2009 eine erneute Renovierung nötig. "Ein Teil der bodentiefen Wand wurde hierbei abgedichtet", erzählt Abteilungskommandant Martin Engel. In dem Zuge wurden neue Umkleidespinde installiert und die Toiletten neu geordnet zur Trennung von Damen- und Herren-WC.

Der geplante Festakt und das Festwochenende Anfang September mussten corona-bedingt abgesagt werden. Ein neuer Termin ist bisher nicht festgelegt. "Wir werden einen neuen Termin ansetzen", so Martin Engel, "wenn klar ist, wann wir den Festakt und das Festwochenende wie ursprünglich geplant ohne nennenswerte Einschränkungen durchführen können."

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