Seit mehr als 40 Jahren residiert der Wildberger Polizeiposten in der Klosteranlage.Foto: Priestersbach Foto: Schwarzwälder Bote

Verbrechen: Erhard Schulz stellt im Wildberger Gemeinderat Fallzahlen von 2020 vor / Fazit: Schäferlaufstadt ist sicher

Die Wildberger Bürger können ruhig schlafen: Aus der Kriminalstatistik für das vergangene Jahr ergeben sich keine Auffälligkeiten. Die Schäferlaufstadt im Nagoldtal gehört zu den Kommunen mit der geringsten Kriminalitäts-Belastung im Kreis Calw.

Wildberg. Für Bürgermeister Ulrich Bünger machte die Statistik in der jüngsten Sitzung des Gemeinderats deutlich, dass Wildberg für seine Bürger ein ebenso gutes wie sicheres Umfeld bietet. Er dankte der Polizei für ihre gute Arbeit und die Präsenz in der Stadt. Denn die vergleichsweise niedrigen Fallzahlen hängen für Bünger vor allem damit zusammen, dass "wir einen Polizeiposten vor Ort haben". Vor diesem Hintergrund – und an die Adresse der Landesregierung gerichtet – ist es für den Rathauschef wichtig, "bei der öffentlichen Sicherheit und der Polizei nicht zu sparen".

Wie aus der Polizeistatistik deutlich wird, stand 2020 der polizeiliche Arbeitsalltag auch in Wildberg im Zeichen der Corona-Pandemie und der einen oder anderen Veränderung bei den Deliktsarten. Unterm Strich wurden mit Tatort in Wildberg und seinen Stadtteilen insgesamt 213 Fälle mit 112 Tatverdächtigen erfasst – im Vorjahr waren es noch 220 Fälle und 128 Tatverdächtige. Von den Tatverdächtigen waren 80 männlich und 32 weiblich, 71 Deutsche und 41 Nichtdeutsche. Die Aufklärungsquote sank im vergangenen Jahr von fast 70 Prozent im Jahr 2019 auf 61 Prozent.

Im Bereich des Polizeipräsidiums Pforzheim zeigte sich dabei eine Verlagerung der Kriminalität in die digitale Welt. Vermögens- und Fälschungsdelikte nehmen kontinuierlich zu, während die Zahlen bei Diebstählen und Einbrüchen rückläufig waren. Auch hier, so die Aussage der Polizei, zeigen sich die Auswirkungen der Pandemie und des mehrfachen Lockdowns mit entsprechend verlagerten Tatgelegenheiten.

Da die Wildberger Postenleiterin Kerstin Brenner verhindert war, beleuchtete Erhard Schulz von den Freien Wählern, der zugleich stellvertretender Revierleiter in Nagold ist, die Kriminalstatistik. "Wildberg ist unauffällig – sowohl, was die Zahl der Straftaten wie auch der Tatverdächtigen betrifft", machte der Hauptkommissar deutlich. Den Anstieg bei den Vermögensdelikten (38) sah er im Zusammenhang mit der Zunahme von Online.Bestellungen – Stichwort "Warenkreditbetrug". Die 48 Rohheitsdelikte sowie die steigende Zahl an Beleidigungen machte er ebenfalls an der Corona-Zeit fest, in der die Gereiztheit zunehme, aber auch schneller angezeigt werde.

Als "Phänomen" bezeichnete er die Enkeltrick-Betrügereien. "Es ist unglaublich, wie oft das vorkommt", wies Erhard Schulz darauf hin, dass es immer noch zahlreiche Menschen gebe, "die sich von diesen Betrügern reinlegen lassen, weil sie denken, sie geben das Geld der Polizei". Wie der Hauptkommissar betonte, "nimmt die Polizei kein Bargeld entgegen".

CDU-Rat Gerhard Ostertag zeigte sich zwar froh darüber, dass Wildberg kein Hotspot in Sachen Kriminalität sei. Allerdings wollte er wissen, was der Grund für die zurückgegangene Aufklärungsquote ist. Wie Erhard Schulz erwiderte, sei die Quote der Aufklärungen vor allem bei kleinen Fallzahlen mit Vorsicht zu genießen. "Da verändert sich die Relation sehr schnell", machte er deutlich, dass die Zahlen "schwer miteinander zu vergleichen sind". Mit Blick auf den Polizeiposten in Wildberg stellte Schulz fest, dass dieser aktuell nicht zur Debatte stehe – und als so genannter "Drei-Mann-Posten" Bestand habe

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