Athletiktrainer Hendrik Kolbert (links) beobachtet Angreifer Daniel Pfaffengut bei einer Kräftigungsübung. Foto: Wild Wings

Von Daryl Boyle über Sebastian Uvira hin zu Tyson Spink: Coach und Mannschaft sind angetan von der Arbeit des 40-jährigen Athletiktrainers.

Wenn Top-Angreifer Tyson Spink nach knapp acht Wochen Verletzungszeit am Wochenende sein Comeback feiert, dann hat vor allem auch Athletik-Coach Hendrik Kolbert – in Zusammenarbeit mit den Ärzten, mit den Physiotherapeuten und mit Skills-Trainer Kevin Richter – wieder einen sehr guten Job gemacht.

 

Warum Steve Walker von ihm begeistert ist

Der 40-jährige Sachse ist bei den Schwenningern schon so lange tätig, wie die Wild Wings wieder in der DEL spielen – seit 2013. Doch der in seiner Freizeit große Allroundsportler kümmert sich nicht nur um die Fitness der Spieler, sondern auch um alle Themen rund um die Mannschaft – wie Reiseorganisation, Wohnungen und Behördengänge. „Hendrik ist kein Job zu viel. Ich freue mich sehr, dass er bei uns so ein wertvolles Mitglied des Trainerteams ist“, lobt Steve Walker dessen Arbeit.

Der Schwenninger Chefcoach erinnert sich noch genau an das Gespräch mit seinem Verteidiger Daryl Boyle im vergangenen Sommer. „Daryl war ja auch bei uns neu und ich wollte von ihm wissen, wie ihm das Athletiktraining von Hendrik so zusagt“, blickt Steve Walker zurück. „Daryl hat mir begeistert berichtet, dass er viele neue Übungen bei Hendrik kennengelernt hat.“

Das große Lob vonSebastian Uvira

Auch der im Frühwinter lange verletzte Sebastian Uvira lobt die große Kompetenz von Kolbert. „Hendrik hat mich überragend in meiner Rehazeit begleitet. Ihn kannst du Tag und Nacht anrufen, wenn es Fragen gibt. Dazu motiviert Hendrik uns Spieler toll, denn in so einer Zeit der Reha erlebst du auch einmal einen Tag mit Frust, weil es kurzzeitig stagniert“, betont der Stürmer.

Die erfolgreiche Arbeit des Schwenninger Athletik-Trainers lässt sich auch an manchen Eckdaten in dieser Saison wieder gut ablesen: Die Wild Wings zählen zu den laufstärksten DEL-Teams. Muskuläre Verletzungen kamen bisher selten vor. Die Blessuren resultierten vielmehr aus direkter Gegnereinwirkung oder unglücklichen Aktionen auf dem Eis, so wie auch die Fußfraktur von Sebastian Uvira.

Seine Stärkenund die Veränderungen

Eine der Stärken von Hendrik Kolbert ist auch, dass sich der Sportwissenschaftler ständig weiterbildet, um damit auf dem aktuellen wissenschaftlichen Stand zu bleiben. „Meine Aufgabe ist für mich schon eine sehr große Passion.“

Gravierend habe sich das Athletik-Training bei den Eishockey-Spielern im vergangenen Jahrzehnt verändert: „Als ich in Schwenningen anfing, da drehte sich beim Sommertraining viel um die Maximalkraft. Heute ist das Fitnesstraining viel mehr in seinen Übungen auf unsere Sporart zugeschnitten. Insgesamt ist das Training damit viel athletischer. Kraftausdauer, Koordination und verletzungsvorbeugende Stabilisation sind nun die großen Themen.“

Was Hendrik Kolbert noch positiv aufgefallen ist. „Die Spieler arbeiten immer gewissenhafter außerhalb des Eises an ihrer Athletik, befassen sich viel mehr auch mit dem Ernährungskomplex als früher.“

Sein bisheriger Wegund ein großes Ziel

Der Schwenninger Athletik-Coach übte in seiner Jugendzeit viele Sportarten – sogar Turnen – aus. „Vom Eishockey war ich damals noch ein Stück weit entfernt, aber heute ist es für mich die geilste Mannschaftssportart der Welt“, sagt und lacht er beim Blick zurück.

Hendrik Kolbert verpflichtete sich als Offizier für zwölf Jahre bei der Bundeswehr, um in diesem Rahmen auch sein großes Wunschstudium der Sportwissenschaft zu absolvieren. In Immendingen war er vor elf Jahren stationiert. So war der Weg für ein langfristiges Engagement bei den Wild Wings nicht mehr weit.

„Ich bin sehr glücklich mit meinen Aufgaben hier“, sagt er. Eine der nächsten Herausforderungen für ihn könnte die Doktorarbeit sein. „Durchaus denkbar, wenn es die Zeit einmal zulässt“, lächelt Hendrik Kolbert an diesem Vormittag, den er nach dem Mannschaftstraining nun auch mit seiner täglichen privaten Einheit abschließt.