Bei einer gemeinsamen Sitzung der Ortschaftsräte aus Langenwinkel, Hugsweier und Kippenheimweiler stellten drei städtische Mitarbeiter die aktuelle und zukünftige Gemeinwesenarbeit in den Lahrer Ortsteilen vor. Von den Räten gab es dafür Lob.
Es war einiges los im Bürgerzentrum im Bürgerpark am Dienstagabend: Kein Wunder, denn Ortschaftsräte aus gleich drei Lahrer Ortsteilen – Langenwinkel, Hugsweier und Kippenheimweiler – waren zu einer gemeinsamen Sitzung zusammengekommen, um sich beim Thema Gemeinwesenarbeit auf den aktuellen Stand der Dinge bringen zu lassen. Die Ortsvorsteherin von Langenwinkel, Annerose Deusch, eröffnete die gemeinsame Sitzung: „Ich finde es einfach schön, dass wir wieder auf den aktuellen Stand gebracht werden und erfahren, was alles geplant ist.“
Deusch erklärte, dass die Gemeinwesenarbeit in den Orten „eine Zeit lang etwas verwaist war, mit der Krankheit von Jochen Brucker, der auch leider verstorben ist“. Brucker, der im Juli vergangenen Jahres im Alter von 56 Jahren verstarb, war als Sozialarbeiter und Erlebnispädagoge insbesondere in der Jugendarbeit in den Ortsteilen stark engagiert gewesen.
Sozialarbeiterinnen dienen auch als Ansprechpartner
„Ich glaube aber, dass es jetzt wieder einen guten Weg aufgenommen hat“, fuhr Deusch fort. Sie freue sich, dass man Gemeinwesenarbeit auch gemeinsam in den drei Ortschaften machen könne – „ weil es uns auch alle drei betrifft“.
Auch der Ortsvorsteher von Kippenheimweiler, Tobias Fäßler, betonte die Notwendigkeit der gemeinsamen Sitzung: „Wir sind froh, dass wir die Möglichkeit kriegen, unsere Gemeinwesenarbeit in Hugsweier, Langenwinkel und in Kippenheimweiler hier kennenlernen zu dürfen.“
Bernd Krieg, der städtische Abteilungsleiter für Soziales, übernahm dann auch direkt das Wort und erklärte, dass es seine Stelle – die auch für die Gemeinwesenarbeit verantwortlich ist – erst seit Februar vergangenen Jahres gebe: „Man hat gemerkt: Da ist ein Bedarf im Haus. Es gab keine Koordinierung und es hat keiner Zeit gehabt, die Punkte mal genauer anzuschauen.‘
Sozialarbeiterinnen fungieren auch als Anlaufstelle
Dass es nun anders aussieht, merkte man, als zwei von Kriegs Mitarbeiterinnen ihre Arbeit vorstellten. Die Sozialarbeiterinnen Selina Cataltepe und Celina Moser koordinieren nicht nur die ehrenamtlichen Helfer bei den verschiedenen Projekten der Gemeinwesenarbeit in den westlichen Ortsteilen, sondern stehen dafür auch in Kontakt mit Schulen, Kindergärten, Vereinen und sogar dem Jugendamt. Laut Moser fungiere man auch als Ansprechpartner für die Menschen in den Stadtteilen: „Manchmal reicht es einfach, jemanden zum sprechen zu haben – wir sind eine Erstanlaufstelle.“ So könnten sich beispielsweise Eltern an sie wenden, wenn ein Spielplatz nicht funktioniere. Dazu gebe es offene Sprechzeiten im Bürgerpark und einmal die Woche in Kippenheimweiler.
Wunsch nach mehr Programm für Senioren
Laut Moser wolle man den Menschen Angebote machen: „wir müssen bedarfsorientiert arbeiten“ – gerade bei regelmäßigen Angeboten. Als ein solches Angebot stellte die Sozialarbeiterin auch den offenen Treff für Kinder und Jugendliche zwischen sechs und 16 Jahren in Langenwinkel vor. „Wir haben eine supergroße, schöne neue Küche.“ Zudem gebe es einen Tischkicker und eine Musikanlage.
In Kippenheimweiler hingegen gibt es eine Frauengruppe und auch einen Kinder- und Jugendtreff, so Cataltepe. Zudem habe man vor Ort drei Ehrenamtliche gewonnen, worüber man sehr froh sei. Auch im Bürgerpark gibt es langfristige Programme. Gerade das Yoga-Angebot sei bei Frauen beliebt: die älteste teilnehmende Dame sei fast 98 Jahre alt, so Moser.
Die zwei Sozialarbeiterinnen organisieren auch Einzelveranstaltungen: Beispielsweise Sportnächte, die laut Moser „super besucht“ waren, oder ein Spielmobil, das im Mai in die Gemeinden kam.
Auch in der Zukunft haben Cataltepe und Moser viel vor: So möchten sie das Programm für Senioren und Familien in Hugsweier und Langenwinkel ausbauen. In Kippenheimweiler wünschen sie sich einen Beachvolleyballplatz. Ein Vorhaben, das Fäßler als machbar kommentierte.
Info: Das sagen die Räte
Es gebe bei der Gemeinwesen arbeit eine „Qualitätssteigerung in Hugsweier um 100 Prozent“, befand Claudia Möllinger (Freie Wähler). Günter Noll (SPD), ebenfalls aus Hugsweier, lobte, dass die Lahrer Gemeinwesenarbeit nun dezentraler organisiert sei und „die Ortschaften erreicht hat“. Die Langenwinkler Ortsvorsteherin, Annerose Deusch, lobte, dass man sehe, „dass wieder etwas geht und ich finde auch die Zukunftsvision gut“.