Janina Hettich gab in ihrem ersten Staffelrennen bei einer Weltmeisterschaft alles. Foto: Eibner

Biathletin Janina Hettich (SC Schönwald) erfüllte sich im Staffelrennen bei der Weltmeisterschaft in Pokljuka (Slowenien) mit dem Gewinn der Silbermedaille einen Traum.

Eigentlich war aus Sicht des DSV-Teams alles angerichtet für ein tolles Staffelrennen, hatten doch die deutschen Skijägerinnen im Vorfeld mit dem Sieg in Oberhof und dem zweiten Platz in Antholz restlos überzeugt. Allerdings lastete auf den bis zum Samstag in Slowenien medaillenlosen Frauen ein immenser Druck.

Wie bei den letzten Wettbewerben übernahm Vanessa Hinz die nicht so einfache Aufgabe als Startläuferin. Selbstbewusst zeigte sie sich an der Spitze des Feldes. Hinz löste zudem ihre Aufgabe am Schießstand mit zwei fehlerlosen Einlagen perfekt. Mit lediglich 18 Sekunden Rückstand auf Italien schickte sie Janina Hettich an Position drei liegend in die Spur.

Rückstand konnte sie auf 26 Sekunden begrenzen

Die Lauterbacherin lief zunächst taktisch klug mit einigen Verfolgerinnen. Sie konnte den Rückstand trotz zwei Nachladern nach dem Liegendschießen auf 26 Sekunden begrenzen. An der Spitze ging es heiß her – Tiril Eckhoff (Norwegen) und Co. drohten zu enteilen. In dieser entscheidenden Situation behielt Janina Hettich die Nerven. Sie räumte im Stehendanschlag alle Scheiben ab. "Das war sehr wichtig", betonte später die Biathletin des SC Schönwald. Der Rückstand betrug nach dem zweiten Schießen lediglich 40 Sekunden. Allerdings holte die "Überläuferin" aus Norwegen weitere Sekunden heraus. Trotz einer kämpferisch starken Schlussrunde wuchs der Rückstand von Janina Hettich auf die Spitze auf eine Minute an (Platz 6).

Eine weitere entscheidende Szene spielte sich dann für Denise Herrmann am Schießstand ab. Zunächst traf sie drei Scheiben nicht, dann jedoch setzte sie alle Nachlader ins Ziel. Danach lief Herrmann zur Höchstform auf. Auf der Strecke machte sie Sekunde um Sekunde gut. Beim zweiten Schießen klappte alles. Sie übergab als Fünfte an Franziska Preuß. 43 Sekunden fehlten zur Spitze.

"Ich bin nun überglücklich"

Schnell in der Loipe und unglaublich zielsicher am Schießstand verkürzte Preuß mit fünf Treffern den Rückstand zur Spitze auf 20 Sekunden. Dramatik pur dann beim entscheidenden letzten Schießen. Mit erneut fünf schnellen Treffern übernahm Franziska Preuß die zweite Position, knapp vor der Ukraine. Deren Schlussläuferin holte sie zwar ein. Alle rechneten nun mit Bronze für Deutschland. Mit einem phänomenalen Schlussspurt zog Franziska Preuß jedoch wieder vorbei und sicherte der deutschen Staffel mit Silber die ersehnte erste Medaille bei den Damen. Überschwänglich feierte das deutsche Quartett dann im Zielbereich den Vizeweltmeistertitel.

"Davon träumt man das ganze Jahr und arbeitet darauf hin. Ich bin nun überglücklich, gerade weil ich heute nicht meinen allerbesten Tag hatte", freute sich Janina Hettich im TV-Interview über den Gewinn der Silbermedaille. Die Lauterbacherin gab zu, dass sie vor ihrem ersten WM-Staffelrennen sehr nervös war. Doch dies änderte sich schnell.

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