Wie im Kinofilm: Benjamin Schäuffele in den Diamanten-Minen von Sierra Leone Foto: Schäuffele

Walter und Benjamin Schäuffele waren auf eigene Faust mehr als 3000 Kilometer auf abenteuerlichen Pfaden durch sieben Länder Westafrikas unterwegs. An diesem Samstag berichtet Walter Schäuffele darüber in Wort und Bild im Sportheim des Phönix in Pfalzgrafenweiler.

„Wir waren ein paarmal Millionäre und dann wieder arm wie eine Kirchenmaus.“ So beschreibt Walter Schäuffele aus Pfalzgrafenweiler seine bisher wohl aufregendste Reise durch sieben westafrikanische Länder, die zu den ärmsten der Welt zählen. Ein Grund: die hohe Inflation. Es war mitunter unbeschreiblich schwierig, vor Ort an Bargeld von sieben verschiedenen Währungen zu kommen.

 

„Die Reise durch Westafrika war bisher meine spannendste und gefährlichste, die selbst meine Risikopotenzial-Reise nach Nordkorea übertrifft“, erzählt Weltenbummler Walter Schäuffele, der inzwischen schon 129 Länder der Erde bereist hat.

Mit Tatendrang und Abenteuerlust zieht es den 63-Jährigen Fertigungssteurer und Werkzeugmachermeister und seinen 26-jährigen Sohn und Softwareberater Benjamin in die weite Welt. Das Reise- und Abenteuer-Virus scheint ihnen implantiert zu sein.

Überfüllte Sammeltaxis

Die 25-tägige Abenteuer-Tour über 3000 Kilometer führte die beiden auf gefahrenvollen Buschpisten und -pfaden mit Motorrad- und überfüllten Sammeltaxis durch Senegal, Gambia, Guinea-Bisau, Guinea, Sierra Leone, Liberia und Elfenbeinküste. „In einen VW Golf mussten sich sieben Personen reinpressen“, erzählt Walter Schäuffele.

Mehrmals am Tag mussten die beiden Polizei- und Militärkontrollen passieren: „Diesen Personen kann man nicht trauen. Die sind korrupt.“ Ein Fehler in seinem Visum – beim Geburtsjahr stand statt 1960 das Jahr 2023 – wurde überall als Vorwand zum Abkassieren missbraucht. Bestechung sei an der Tagesordnung, so Walter Schäuffele. „Die westafrikanischen sind die korruptesten Länder, die ich bisher erlebt habe.“ Eine weiße Hautfarbe zu haben, sei aus afrikanischer Sicht gleichzusetzen mit reich sein. Überhaupt: Auf einigen Wegstrecken waren Vater und Sohn die einzigen Weißen.

Diamantenhandel floriert

In den 25 Reisetagen haben sie die Afrikaner jedoch als „sehr gastfreundlich, entgegenkommend und hilfsbereit“ erlebt. Zugute kamen ihnen in den ehemaligen europäischen Kolonien ihre französischen, englischen und portugiesischen Sprachkenntnisse. „Die Infrastruktur ist lange nicht so ausgeprägt wie in anderen Ländern, so dass Reisen hier schwierig war.“

Vater und Sohn berichten abwechselnd: „In Guinea ging das Abenteuer erst richtig los, weil auch die Armut immer präsenter wird.“ Und: „Hier gab es die schlechtesten Straßen, die man sich vorstellen kann.“ Und: „Die Sammeltaxis sind total kaputt: Handbremse, Scheiben, Autotüren, Sitze, die Reifen bis auf die Leinwand abgefahren.“ Nicht auszudenken, wenn auf den abgelegenen Pfaden etwas passiert wäre.

Walter Schäuffele hat schon 129 Länder bereist. Foto: Maier

Inspirieren zu dieser Reise ließen sich Walter und Benjamin Schäuffele vom Abenteuer-Kino-Thriller „Blood Diamond“ mit Leonardo DiCaprio und Djimon Hounsou in den Hauptrollen, in dem der Diamantenhandel in Sierra-Leone spektakulär in Szene gesetzt wird. Die Schäuffeles fanden einen Zugang zu den Minen, wo sie Einblicke bekamen. Sie staunten, wie die Chinesen das Land im Zuge ihrer Strategie, afrikanische Rohstoffe billig gegen chinesische Infrastruktur-Programme zu tauschen, sichtbar voranbringen.

Eindruck machte auch die 11 000 Menschen fassende katholische Basilika Notre-Dame-de-la-Paix in der Elfenbeinküste, die mit 8000 Quadratmetern Grundfläche und einer Kuppelhöhe von über 158 Metern zu den größten und höchsten Kirchengebäuden der Welt gehört.

Elf Länder mehr: 2023 war ein Rekordjahr

Die Sammlung
Elf neue Länder, einen Teil davon hatte er schon zuvor bereist, fügte Walter Schäuffele seiner inzwischen 129 Länder umfassenden Sammlung im Jahr 2023 hinzu: Malta, Kroatien, Montenegro, Albanien, Mazdedonien, Kosovo, Südafrika, Eswatini, Lesoto sowie die oben genannten sieben Westafrika-Länder. Wunschziele sind Kasachstan und erneut Israel.

Der Vortrag
In seinem Bilder-Vortrag „Westafrika – ein Abenteuer zwischen Kulturen, Natur und unvergesslichen Begegnungen“ berichtet Walter Schäuffele am Samstag, 9. März, ab 19.30 Uhr im Sportheim Phönix in Pfalzgrafenweiler über seine Reise. Der Eintritt ist frei, um Spenden für die Mission „Neues Leben Guinea“ wird gebeten. Ab 18.30 Uhr besteht die Möglichkeit, im Sportheim Wurstsalat zu essen. Infolge des jetzt schon großen Interesses wird der Westafrika-Vortrag am Samstag, 23. März, ebenfalls ab 19.30 Uhr im Sportheim wiederholt. Schäuffele bittet um Anmeldung per E-Mail an vortrag-pfalzi@web.de.