Kirche und Fasnet – diese traditionelle Gegensätzlichkeit mit den Ursprüngen im Mittelalter im Brauchtum zu bewahren, ist eine hohe Aufgabe, der sich die Narrenzunft Wilflingen verschrieben hat. Ebenfalls traditionell hielt die Zunft am Dreikönigstag ihre jährliche Mitgliederversammlung ab. Foto: Block Foto: Schwarzwälder Bote

Narrenzunft: Intensive Beteiligung am Gemeindeleben hervorgehoben / Schneckenburger mahnt: "Nicht nur Hästräger sein"

Bei der Jahresversammlung der Narrenzunft Wilf­lingen betonte Zunftmei­ster Manuel Schneckenburger die Bedeutung der Tradition.

Wellendingen-Wilflingen. Manuel Schneckenburger eröffnete die Tagesordnung an diesem fast frühlingshaften Tag, dem eine komprimierte fünfte Jahreszeit folgen wird. Bereits am kommenden Wochenende ist die Wilflinger Narrenschar am Narrentreffen in Gosheim beteiligt, die Zunft hat sich einen hohen Status erarbeitet und ist ein entsprechend gern gesehener Gast allerorten.

Schriftführer Tobias Götz umriss die Termine des vergangenen Jahres, der Hauptversammlung folgten Narrentreffen in Markdorf und Haigerloch, einer närrischen Ausfahrt mit den Senioren in den Narrenschopf nach Bad Dürrheim, und schließlich begann die heimische Fasnet mit dem Zunftball am Wochenende vor den hohen Tagen.

Intensiv wurden vom Schmotzigen bis zum Fideli-Begraben am Aschermittwoch die fastnachtlichen Traditionen des Ortes gepflegt. Eine Narrenmesse bekundete die Verbindung zwischen Kirche und Fasnet.

Außerhalb der närrischen Zeit war man alles andere als untätig, Vatertagshock und Elfmeterturnier als beliebte Veranstaltungen will man auf keinen Fall vernachlässigen. Erneut beteiligte sich die Zunft mit einem Besuch in der Naturbühne Steintäle am Kinderferienprogramm.

Der schon nach wenigen Minuten ausverkaufte Abend mit Wulf Wager und der "Spundlochmusig" war ein Höhepunkt des Jahres. Darüber hinaus füllten die Pflichttermine der Fasnetslandschaft, des Vereins Narrenschopf sowie der eigenen Zunft den Terminkalender.

Kassierer Oliver Angst hatte leichtes Spiel mit dem Vortrag der finanziellen Situation. Der gute Kassenstand des Vorjahrs wurde verbessert, die Entlastung durch die Kassenprüfer Uwe Amann und Wolfgang Aicher war deshalb reine Formsache.

Vor der Entlastung hatte Zunftmeister Manuel Schneckenburger von einem arbeitsreichen Jahr gesprochen. Mit einer stabilen Beteiligung und gutem Zuspruch der Bevölkerung. Das Begraben der Fasnet am Aschermittwoch (Fideli-Begraben) könnte jedoch etwas mehr Interesse vertragen.

Er verwies auf die zahlreichen Aktivitäten außerhalb der närrischen Zeit und der intensiven Beteiligung am Gemeindeleben. Exemplarisch dafür der tolle Abend mit der "Spundlochmusig", an diesem Abend erlebte man tänzelnde Narrenräte, die Tanzschritte waren jedoch etwas anders geartet als bei der Fasnet. Die Bevölkerung war mit Begei­sterung dabei.

Zunftmeister Schneckenburger betonte in seinem Bericht jedoch auch in mahnenden Worten, die Tradition der Fasnet weiterzutragen. "Narr zu sein – nicht nur Hästräger", der Spagat zwischen Tradition und Zeitgeist hat auch die Narrenzunft Wilflingen nicht ausgeklammert. Tadelnde Worte vom Zunftmeister zum letztjährigen Narrentreffen in Haigerloch, wo der Zuschauerzuspruch zu wünschen übrig ließ: Dies sei in der Fasnetslandschaft Thema gewesen.

Bei den Wahlen wurden sowohl "Vize" Bernd Aicher, Schriftführer Tobias Götz, die Kassenprüfer Uwe Amann und Wolfgang Aicher als auch die Narrenräte Dieter Nessler, Karl-Josef Muschal, Andreas Muschal, André Schneckenburger und Lukas Eismann für eine weitere Amtszeit bestätigt. Somit gab es im Narrenrat weder Zu- noch Abgänge zu vermelden. Stabile Grundlage für die anstehenden Fasnetstermine, zu denen Vizezunftmeister Bernd Aicher noch die Einzelheiten bekannt gab. Narrentreffen werden in Gosheim, Gengenbach und Kiebingen besucht.

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