Viele Tarifbeschäftigte können in diesem Jahr mit einem etwas höheren Weihnachtsgeld rechnen. Im Schnitt erhalten sie 2809 Euro brutto, ein Anstieg um 62 Euro gegenüber dem Vorjahr. Foto: dpa/Monika Skolimowska

Das Weihnachtsgeld ist ein willkommenes Extra für Beschäftigte. Allerdings erhalten längst nicht alle die Sonderzahlung. Wir haben uns bei Firmen im Südwesten umgehört.

Gerade zum Jahresende sind zusätzliche Einnahmen hoch willkommen. Doch über ein Weihnachtsgeld im November oder Dezember dürfen sich nicht alle freuen: Es sind vor allem Beschäftigte, die nach Tarifverträgen bezahlt werden, die sich weitgehend darauf verlassen können, den Bonus zu erhalten. Laut Statistischem Bundesamt summiert sich die Sonderzahlung in diesem Jahr auf 2809 Euro brutto im Schnitt. Tariflos Beschäftigte – das sind nach Daten der Statistiker mehr als die Hälfte – gehen meist leer aus. Unterm Strich erhalten in Deutschland laut Deutschem Gewerkschaftsbund rund 54 Prozent aller Arbeitnehmer ein Weihnachtsgeld. In welchen Branchen und Firmen in Baden-Württemberg ist der Geldsegen am größten? Wir haben nachgefragt.

 

Mercedes-Benz Beim Stuttgarter Autobauer wird das Weihnachtsgeld im November überwiesen. Die Höhe ist in der Metall- und Elektroindustrie tarifvertraglich festgelegt und beträgt 25 bis 55 Prozent eines Monatsentgelts, je nach Dauer der Betriebszugehörigkeit. Zudem stehen Daimler-Mitarbeitern weitere Leistungen wie etwa Urlaubsgeld sowie eine betriebliche Erfolgsprämie und Altersvorsorge zu.

Porsche Der Sportwagenbauer geht über die Tarifregelung hinaus: Wie schon in den vergangenen Jahren bekommen Beschäftigte im November ein Weihnachtsgeld in Höhe von bis zu 100 Prozent eines Monatsentgelts. Bis zu 55 Prozent davon beruhen auf den tariflichen Regelungen – den Rest stockt Porsche auf. 23 300 Angestellte dürfen sich über den Extrageldsegen freuen.

ZF Friedrichshafen Auch die tariflich beschäftigten Mitarbeiter des Automobilzulieferers ZF kommen in den Genuss eines Weihnachtsgelds. Von der Sonderzahlung profitiert der Großteil der rund 53 000 Mitarbeiter an den deutschen Standorten. Das Extrageld beläuft sich auf 25 bis 60 Prozent eines Bruttomonatsgehalts, wobei sich die Höhe an der Dauer der Betriebszugehörigkeit und am jeweiligen Tarifgebiet orientiert.

Mahle Der Autozulieferer zahlt das tarifvertraglich festgelegte Weihnachtsgeld von bis zu 55 Prozent eines Monatsverdienstes. Die Auszahlung erfolgte überwiegend bereits im Oktober. „Außertarifliche und leitende Mitarbeiter haben separate Regelungen“, erklärt ein Sprecher.

Bosch Der Technologiekonzern zahlt auch in diesem Jahr ein Weihnachtsgeld von bis zu 55 Prozent des Monatsgehalts an seine Angestellten – vorausgesetzt, sie sind im Tarif. Laut Unternehmensangaben sind dies gut 70 Prozent der 134 000 Mitarbeitenden in Deutschland.

Kärcher Beim Reinigungsgerätehersteller in Winnenden wird zusätzlich zum Tarif ein freiwilliges „Kärcher-Weihnachtsgeld“ in Höhe von 40 Euro für jedes volle Jahr Betriebszugehörigkeit gezahlt. Je nach Vertragsmodell zahlt die Firma außerdem Erfolgsbeteiligungen und Zielprämien.

Stihl Der Waiblinger Motorsägen- und Gartengerätehersteller zahlt je nach Betriebszugehörigkeit ein Weihnachtsgeld zwischen zehn und 55 Prozent eines Monatseinkommens. Darüber hinaus haben die Beschäftigen im Mai eine freiwillige Erfolgsprämie für das Vorjahr in Höhe von 75 Prozent eines Monatsentgelts erhalten.

Lidl und Kaufland Die Neckarsulmer Schwarz-Gruppe ist mit Lidl und Kaufland – wie etwa jedes zweite Unternehmen der Branche – Mitglied im Arbeitgeberverband. Das Weihnachtsgeld beträgt unter Berücksichtigung des jeweiligen Bundeslands zwischen 50 und 62,5 Prozent des Tarifgehalts.

dm Drogeriekette Bei dm betont man, dass die Mitarbeitenden sämtliche tariflichen Leistungen erhielten. Entsprechend beläuft sich das Weihnachtsgeld bei der Karlsruher Drogeriemarktkette auf 62,5 Prozent des monatlichen Bruttogehalts.

Edeka und Aldi Süd Edeka kann zum Weihnachtsgeld keine Angaben machen, da die meisten Märkte von selbstständigen Kaufleuten betrieben werden. In deren Verantwortung liegt die Vergütung. Aldi Süd nennt keine Zahlen, teilt auf Anfrage aber mit, dass die Beschäftigten „in der Regel“ ein Weihnachtsgeld bekommen.

Breuninger Die Stuttgarter Warenhauskette zahlt den Mitarbeitern wieder ein freiwilliges Weihnachtsgeld. Angaben zur Höhe macht das Unternehmen aber nicht.

EnBW Beim Energieversorger ist die Sonderzahlung tarifvertraglich geregelt und liegt auf dem Niveau eines Monatsgehalts – eine Aufstockung ist nicht vorgesehen. Außertariflich Beschäftigte gehen leer aus.

Transnet BW Auch bei der EnBW-Tochter dürfen sich die Mitarbeiter über einen Bonus zur Weihnachtszeit freuen. Der Stromnetzbetreiber zahlt das branchenübliche 13. Monatsgehalt.

SAP Die Walldorfer Softwareschmiede zahlt kein Weihnachtsgeld. Es gibt vielmehr wie üblich in der Branche ein Bonussystem, das sich am Unternehmenserfolg oder an individuell vereinbarten Zielen orientiert. „Darüber hinaus bieten wir vielerlei Mitarbeiterbenefits zur Vermögensbildung, wie zum Beispiel der bezuschusste Erwerb von Unternehmensaktien“, sagt ein Sprecher.

Bechtle Ähnlich wie bei SAP sind beim Softwareunternehmen Bechtle in Neckarsulm sogenannte Zielgehälter Basis des Vergütungsmodells. Diese bestehen aus einem fixen und einem variablen Anteil – eine Regelung, die seit der Gründung des Unternehmens 1983 besteht.