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Weihnachtseinkäufe So schön ist der Advent in Horb

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Horb strahlt in heimeligen Farben. Foto: Schülke

Die Horber Einzelhändler haben sich einiges einfallen lassen. Ihr Ziel: Die Lust am Einkaufen soll nicht der Angst vor Corona zum Opfer fallen. Und das Rathaus macht mit und sorgt für eine tolle Beleuchtung. Warum es sich lohnt, der Stadt noch vor Weihnachten einen Besuch abzustatten, haben uns einige Einzelhändler erzählt. Mehr dazu lesen Sie in unserem (SB+)Artikel. 

Horb - Obwohl Corona und staatliche Einschränkungen weiterhin andauern, gibt es mittlerweile in Horb die Lokalhelden nicht mehr. Die entsprechende Plattform existiert zwar weiter, doch die kostenlosen Lieferungen durch freiwillige Helfer wurden eingestellt. Die Maßnahme sei nur im Lockdown im Frühjahr nötig gewesen, erklärt Thomas Kreidler von Horb-Aktiv. Mit der Öffnung der Geschäfte sei das Ausliefern obsolet geworden. Und nach wie vor versorge die Nachbarschaftshilfe jene, die sich nicht aus dem Haus trauen, weil sie zur einer Risikogruppe gehören.

Termine für Risikogruppen

Genau diese Risikogruppe hat Constanze Kittel, Geschäftsführerin von "Neckar-Sport-Horb", mit ihrem Weihnachts-Konzept im Blick. Wer Angst hat, sich beim Weihnachts-Einkauf anzustecken, kann bei ihr einen Termin vereinbaren, um vor oder nach den Öffnungszeiten allein das Geschäft zu besuchen. "Private Christmas Shopping" nennt sie die Aktion.

Auch ist Kittel gerade dabei, zusammen mit anderen Geschäften Geschenkkörbe zusammenzustellen, die dann Waren jeweils beider Läden enthalten sollen. Die Körbe sind dann in den beteiligten Geschäften und auch online erhältlich.

Darüber hinaus gibt es bei "Neckar-Sport-Horb" einen Adventskalender. Hinter jedem Türchen verbirgt sich eine Rabatt-Aktion für ein bestimmtes Produkt, welche dann bis Weihnachten läuft. Mit der App des Unternehmens lässt sich der Adventskalender abrufen.

Mit Bambus gegen Plastik

Auch Brigitte Ohagen, Geschäftsführerin des "Blickfang - s´Geschenklädle am Eck", hat sich eine Advents-Aktion überlegt. Unter dem Motto "Mitarbeiter schätzen – Umwelt schonen" verkauft sie in Zusammenarbeit mit der Firma "Bambusliebe Geschenkkörbe, die verschiedenste Alltagsprodukte aus Bambus enthalten. Die Aktion richtet sich an Arbeitgeber, die damit ihren Mitarbeitern eine weihnachtliche Freude machen und gleichzeitig ein Zeichen gegen Plastikmüll setzen können. Um keine große Stückzahl auf Vorrat halten zu müssen, kann Ohagen ganz flexibel je nach Bedarf beim Hersteller ordern. Die Körbe werden dann direkt geliefert oder können im "Blickfang" abgeholt werden, wo sie Ohagen festlich verpackt.

Darüber hinaus möchte Ohagen der Pandemie und der zunehmenden Konkurrenz im Internet mit einem eigenen Online-Shop begegnen. Zwar betreibt sie diesen schon länger, möchte nun aber ihre Bemühungen um die Kunden im Netz verstärken. "Bisher habe ich den Online-Shop etwas stiefmütterlich behandelt, jetzt stelle ich aber täglich neue Sachen rein."

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Den Auftritt im Internet hat sich Ohagen programmieren lassen, ansonsten macht sie aber alles selbst, vom Produktfoto bis zum Versand. "Dadurch bin ich Herr über meinen eigenen Laden." Dennoch spielt sie mit dem Gedanken, ihre Produkte auch über andere Plattformen zu vertreiben, denn über das Internet ließen sich auch neue Märkte erschließen, so ging beispielsweise schon eine Bestellung aus dem Ruhrgebiet ein. Doch von einer bestimmten Plattform will sie die Finger lassen: "Ich fange nicht mit Amazon an, ich bin kein Amazon-Fan."

Gleichzeitig hat Ohagen aber auch beobachtet, dass viele Horber Kunden den Online-Shop zwar nutzen, um nach Produkten zu stöbern, zum Kauf aber dann doch lieber in den Laden kommen. Daher ist sie optimistisch: "Es gibt Leute die sagen, sie wollen bewusst vor Ort kaufen, weil es den Läden nicht so gut geht. Vielleicht findet da gerade ein Umdenken statt."

Der Feind heißt Amazon

Sich im Internet stärker aufstellen will auch Imelda Kohler, Geschäftsführerin der Buchhandlung Kohler. Schon länger bietet sie ihren Kunden die Möglichkeit, auf ihrer Website Bestellungen aufzugeben. Die Bücher können dann bei ihr im Laden abgeholt werden.

Seit kurzem verfügt ihre Buchhandlung aber auch über einen Webshop, über den Lieferungen an die eigene Haustür möglich sind. Grund für den Einstieg in den Online-Handel sei aber nicht so sehr die Corona-Pandemie als vielmehr die Konkurrenz durch Amazon. "Die Leute bestellen dort, weil sie nicht herlaufen wollen. Und diese Möglichkeit haben sie jetzt bei mir auch."

Den Webshop betreibt sie dabei aber nicht selbst. Hinter dem Angebot steht der Bücher-Großhändler Libri, der sich auch um den Versandt der Bestellungen kümmert. Dass sich das Geschäft gänzlich ins Internet verlagert., möchte Kohler daher nicht. "Mir ist es lieber, wenn die Leute in den Laden kommen."

Hinzu kommt, dass die Auswahl im Webshop zwar riesig, aber auf das Sortiment von Libri beschränkt ist. Wer nach spezielleren Büchern sucht, sollte daher nach wie vor direkt im Laden oder über das Formular auf der Website bestellen.

Tatsächlich hat Kohler auch den Eindruck, dass die Leute vermehrt wieder lokale Buchhändler unterstützen wollten, seit dem Lockdown im Frühjahr sei das zu beobachten. "Viele Leute sagen: ›Ich bestelle das lieber bei ihnen als bei Amazon, denn Amazon zahlt seine Steuern nicht.‹"

Bummelkundschaft fehlt

In den Onliner-Handel einzusteigen, ist hingegen für Robert Müller, Geschäftsführer des Blumenhauses Robert Müller, keine Option. "Wenn Sie einen Strauß verschenken, wollen Sie auch etwas Individuelles haben", meint Müller, und so ein Strauß lasse sich nur im Laden zusammen mit den Kunden gestalten.

Im Verkauf übers Internet sieht Müller die Ursache dafür, dass immer weniger Menschen zum Einkaufsbummel in die Stadt kommen. Die Pandemie verstärke diese Entwicklung noch: "Corona treibt die Leute noch mehr in den Online-Handel hinein."

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Als er mit seinem Geschäft vor 20 Jahren angefangen habe, habe er noch jeden Samstag im Advent länger geöffnet gehabt. Doch da immer weniger Leute in der Innenstadt unterwegs seien, lohne sich das nicht mehr, schon vor Corona. Daher habe er nur noch den Samstag vor dem vierten Advent länger geöffnet sowie an Heiligabend. "Uns fehlt die Bummelkundschaft", berichtet Müller. Deshalb verkaufe er vor allem im Deko-Bereich weniger als in anderen Jahren.

Länger öffnen lohnt nicht

"Mode und Style Schönfeld" hatte bisher im Advent immer länger geöffnet. "Besonders die Advents-Samstage waren erfolgreich", erzählt Geschäftsführerin Monika Schönfeld. "Doch dieses Jahr lohnt sich das nicht, weil viel weniger Kundschaft unterwegs ist." Es würde aber auch weniger gekauft. Schönfeld vermutet, dass sonst in der Weihnachtszeit schicke Kleidung nicht nur zum Verschenken gekauft werde, sondern auch um sich schick zu machen für Veranstaltungen wie Weihnachtsfeiern. "Und das fällt dieses Jahr alles flach." Daher versucht sie mit einer Rabattaktion gegenzusteuern. Zusätzlich bekomme jeder Kunde ab einem Einkaufswert in Höhe von 50 Euro einen hochwertigen Schal geschenkt.

Mehr Beleuchtung

Damit trotz zahlreicher abgesagter Veranstaltungen Advents-Stimmung aufkommt, hat sich die Stadt Horb zusammen mit Horb-Aktiv entschlossen, dieses Jahr bei der Weihnachtsbeleuchtung ein paar zusätzliche Register zu ziehen. "Auf die Idee sind aber mehrere Städte gekommen, daher sind die Weihnachtsbeleuchtungen gerade nicht lieferbar.", berichtet Thomas Kreidler von Horb-Aktiv.

Ein Teil der elektrischen Deko ist bereits in der abendlichen Dunkelheit zu bewundern, der Rest soll noch vor dem zweiten Advent folgen, vorausgesetzt die Lieferung trifft rechtzeitig ein.

Und auch in diesem Jahr organisiert Horb-Aktiv ein Gewinnspiel rund um die "Horber Adventssterne". Bei Einkäufen erhalten Kunden kleine Stern-Aufkleber, die sie in einem Heft sammeln können. Wer zehn Sterne beisammen hat, kann sich an der Verlosung beteiligen. Erster Preis ist ein dreitägiges Wellness-Wochenende im Schwarzwald.

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