In einer Gemeinschaftsaktion wurden 1000 Geschenktüten an hilfsbedürftige Bürger in Bad Liebenzell verteilt. Foto: Wallburg

Stadt Bad Liebenzell tut sich mit vier weiteren Organisationen zusammen. Kleine Gesten zählen.

In einer einmaligen Gemeinschaftsaktion sind ältere und hilfsbedürftige Bürger in ganz Bad Liebenzell kurz vor Weihnachten beschenkt worden.

Bad Liebenzell - "Es ist schon ein Lichtblick in so düsteren Zeiten wie diesen, was hier die Stadt Bad Liebenzell gemeinsam mit vier weiteren Organisationen in wenigen Wochen auf die Beine gestellt hat", kommentierte eine 87-jährige Bürgerin und ein 92-jähriger Bürger nickte ihr gleich beipflichtend zu und ergänzte, "so etwas gab es noch nie, solange ich hier lebe, und das ist seit meiner Geburt".

Was hat es damit auf sich, dass Menschen solche Lobeshymnen äußern? Sind es große Geschenke oder manchmal nur kleine Gesten, die so guttun und einem das Gefühl vermitteln, jemand denkt an einen?

1000 Päckchen mit Wünschen

Eher letzteres, antwortete Diana Neubrand zum Abschluss einer großen Verteil-Aktion in der Kernstadt und den Teilorten von Bad Liebenzell den Austrägern. Diese erklärten sich bereit, speziell ausgewählten Personen 1000 Päckchen mit guten Wünschen zu überbringen.

Federführend in der ganzen Sache war wohl Diana Neu-brand, Koordinatorin des Demenz-Netzwerks Bad Liebenzell, mit ihrem Impuls, älteren und hilfsbedürftigen Bürgern der Stadt trotz oder vielleicht eher sogar wegen Corona wenigstens noch eine kleine Freude vor Weihnachten zu machen.

Kurzum lud sie den Stadtseniorenrat plus, die örtliche Diakonie-Station und Kirchenvertreter zu einem ersten Gedankenaustausch ein. Ihre Idee nahm dabei, so sagte sie, schnell an Gestalt an. Eine kleine Geschenktüte sollte es werden, gefüllt mit einer Adventsgeschichte, einem persönlichen Gruß der Stadtverwaltung samt beteiligter Gruppierungen, vielleicht noch etwas Informationsmaterial und kleine Überraschungen. Diese stammten ausschließlich von ortsansässigen Geschäften, um diese gleichzeitig in der schwierigen Zeit etwas zu unterstützen.

Jeder der Anwesenden bekam schnell, wie Neubrand weiter schilderte, seine Aufgaben zugeteilt und bereits zwei Wochen später konnten rund 1000 Tüten mit einem Aufkleber versehen und mit den Utensilien gefüllt werden, unter tatkräftiger Unterstützung vieler, insbesondere der Diakoniestation Bad Liebenzell, der Liebenzeller Mission, dem Stadtseniorenrat plus und der hiesigen Flüchtlingsorganisation.

Die Schwierigkeit anfänglich war, so Neubrand, wie man eine gerechte und sinnvolle Auswahl trifft, um keinen auszugrenzen, andererseits aber das ganze Projekt auch noch bewältigen kann und somit praktikabel gestaltet. Auch sollte das Ganze nicht anonym ablaufen, also etwa nur zur Abholung stattfinden, sondern die Tüte persönlich übergeben werden, dabei aber nur am Hauseingang und unter Einhaltung strenger Hygienemaßnahmen.

Ortschaftsräte unterstützen die Helfer

Etwa 20 Helfer aus den beteiligten Einrichtungen haben sich dann auch noch gefunden, die sich gerne bereit erklärten, an den dafür vorgesehenen zwei Tagen die Boten-gänge zu übernehmen und die vorbereiteten Adressenlisten abzuarbeiten. Die jeweiligen Ortschaftsräte unterstützten sie in den Teilorten.

Nur ganz vereinzelt wurden Tüten wieder zurückgebracht, wenn die Empfänger nicht anzutreffen waren oder niemand gefunden werden konnte, der die Übergabe übernahm. Das sind aber sehr wenige, sagte erfreut Katrin Friedrich von der Diakoniestation Bad Liebenzell. Um so mehr wurde in den sozialen Medien im Demenz-Netzwerk, worüber die Beteiligten organisiert sind, über die positive Resonanz berichtet oder man kam einfach kurz vorbei und berichtete persönlich über die schöne Erfahrungen, so auch Susan Knöppler vom Stadtseniorenrat plus und der evangelischen Kirchengemeinde oder auch Elke Fuchs von der neuapostolischen Kirche.

Ein anfangs ganz spontaner Impuls führte zuletzt zu einem unerwarteten und überwältigenden Ergebnis, und das trotz aller derzeitigen Einschränkungen, Distanz und Abschottung, nur mit etwas Kreativität, überschaubarer Kosten und viel ehrenamtlichem gemeinsamem Engagement.

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