Ab 1. August 2024 ist das Furtwanger Uhrenmuseum geschlossen, denn es wird saniert. Schon jetzt wandern wertvolle Exponate, sorgfältig verpackt, in Kisten. Damit das Museum nicht vergessen wird, hat Leiterin Nicole Deisenberger einen Plan.
Kaum vorstellbar: Am 1. August kommenden Jahres schließt das Deutsche Uhrenmuseum in Furtwangen für zwei Jahre seine Pforten. Denn im Rahmen der grundlegenden Sanierung der Hochschule Furtwangen (HFU) ist auch das Uhrenmuseum als Einrichtung der Hochschule direkt betroffen. Wiedereröffnung wird erst im Sommer 2026 sein.
Logistisches Meisterstück Allein das Räumen und die Wiedereinrichtung des Museums mit seinen wertvollen und einzigartigen Ausstellungsstücken ist eine logistische Meisterleistung und hat längst begonnen.
Für Museumsleiterin Nicole Deisenberger ist es noch eine ganz besondere Herausforderung, dass man durch entsprechende Aktionen auch während der Schließung das Uhrenmuseum in den Fokus stellt, damit es nicht vergessen wird.
Arbeiten an der Hochschule Schon seit einiger Zeit laufen die Sanierungsarbeiten an der HFU. Im zweiten Bauabschnitt für das Hauptgebäude erfolgt dann die Sanierung des Gebäudeteils mit dem Uhrenmuseum. Ein wesentlicher Punkt dabei ist die energetische Sanierung des Gebäudes. Aber auch die Elektrik muss 30 Jahre nach dem Bezug des Neubaus erneuert und den modernen Erfordernissen angepasst werden. Die eigentliche Sanierung ist aktuell auf 18 Monate geplant. Diese Zeiten sind allerdings mit Vorsicht zu genießen. Immer können weitere notwendige Maßnahmen auftauchen und sich die geplanten Termine, also auch die Öffnung des Museums 2026, verschieben. Bevor aber Bauarbeiter und Maschinen anrücken können, müssen die wertvollen Sammlerstücke aus der Geschichte der Uhrmacherei in Sicherheit gebracht werden. Das ist für die Mitarbeiter im Museum eine besondere Herausforderung.
Tausende Exponate Denn neben den 1200 Ausstellungsstücken im Museum selbst lagern im Archiv weitere 9000 wertvolle und oftmals einzigartige Stücke. Diese müssen jeweils einzeln verpackt und gesichert werden. Dann werden die Uhren Stück für Stück auf Paletten gepackt.
Diese Sammlerstücke der Uhrmachergeschichte sind sehr empfindlich. Deshalb können diese Arbeit nur die Experten des Museums, wie Uhrmacher Matthias Beck und Restaurator Matthias Hüttlin, zeitweise unterstützt durch spezielle Hilfskräfte, bewerkstelligen. Insgesamt kalkuliert man, dass man für die Museumsstücke etwa 200 Paletten füllen und abtransportieren muss.
Es war auch nicht leicht, einen geeigneten und sicheren Lagerplatz zu finden. Zur Sicherheit müssen die Paletten, bevor sie diese speziellen Museumslager erreichen, jeweils für zehn Wochen in einer Stickstoffkammer gelagert werden. Damit will man verhindern, dass in die Lager mit weiteren wertvollen Stücken irgendetwas eingeschleppt wird, was den Exponaten schadet.
Eröffnung Juli 2026 geplant Zum 1. August 2024 schließt das Museum. In den folgenden drei Monaten werden nach der gleichen Methode noch die Uhren aus der Ausstellung verpackt und verschickt. Am 1. November 2024 beginnen die Sanierungsarbeiten, aktuell terminiert bis 30. April 2026. Dann müssen die Stücke wieder ins Museum transportiert und aufgestellt. Nicole Deisenberger hofft, dass das Museum Ende Juli 2026 wieder wie geplant öffnen kann.
Nun stellt sich für die Museumsleiterin die Frage: Wie kann das Uhrenmuseum im Gedächtnis der Leute lebendig bleiben? Hier werde es vielfältige Aktivitäten geben. Geplant sind Veranstaltungen rund um die Furtwanger Uhrensammlung in verschiedenen Räumen. Man werde die Arbeit in den Schulen intensivieren und die Präsenz in den sozialen Medien ausbauen. Es werde aber sicher nicht einfach, die Erinnerung über zwei Jahre wachzuhalten.