Der Aussichtspunkt auf dem Wächtersberg ist nicht nur ein beliebtes Ziel für Wanderer der Augenblick-Runde. Auch eine Musikszene zieht es seit einigen Jahren dorthin. Unangemeldete Wave-Treffen finden dort ein Mal im Monat statt – sehr zum Ärger der Anwohner auf dem Wächtersberg.
Der Frühling hat begonnen, abends bleibt es länger hell und die Menschen verbringen wieder mehr Zeit draußen. Das gilt nicht nur für die Innenstädte sondern auch die beliebtesten Ausflugsziele in der Region. Eigentlich eine schöne Zeit. Doch nicht jedem geht es so.
Unter den beliebten Ausflugszielen befindet sich auch die Aussichtsplattform auf dem Wächtersberg. Dort führt nicht nur eine Augenblick-Wanderroute hin, viele nutzen den Platz für gemütliche Treffen mit schöner Aussicht über Wildberg.
Wave-Szene auf dem Berg
Und, wie Leserin Silvia Schwarz herausgefunden hat, zieht es auch die Musik-Szene, genauer gesagt die Wave-Tanzen-Szene (Tanzen, um Körper und Seele auf eine Welle zu bringen), auf den Berg. Durch die Treffen wird es natürlich etwas lauter auf dem Wächtersberg. Dennoch sollten dadurch nicht die Anwohner des nahe gelegenen Wohngebiets belästigt werden, meint Schwarz. Was leider der Fall ist – und das bereits seit Jahren, schreibt sie unserer Redaktion.
Einmal im Monat gibt es diese privaten, unangemeldeten Treffen auf dem Wächtersberg, die fast schon das Ausmaß eines Konzertes annehmen würden. Solche „Wave-Treffen“ sind übrigens nicht so unbekannt. In ganz Deutschland finden sie immer wieder statt. Verfolgen, wer dazu aufgerufen hat, sei allerdings schwierig, meint Schwarz.
Keine Lösung von der Stadt
Sie selbst wohnt nicht weit entfernt von der Aussichtsplattform: „Wenn wir von den Treffen am Wochenende wissen, fliehen wir aus unserer schönen Heimat, weil es nicht auszuhalten ist.“
„Trotz wiederholter Beschwerden und konstruktiver Lösungsvorschläge seitens der Anwohner im Jahr 2022/2023 hat das Ordnungsamt der Stadt Wildberg bisher nichts unternommen, um dieses Problem zu lösen“, betont sie. Und obwohl die Anwohner aktiv an Lösungen mitgewirkt und angeboten hätten, sämtliche Kosten zu tragen, wurden die Bemühungen „leider nicht entsprechend unterstützt“. Laut Schwarz würde sich die Reaktion der Stadt auf Müllbeseitigung beschränken. „Anstatt das eigentliche Problem anzugehen.“
Laute Autos ein Problem
Aber nicht nur Musik auf der Aussichtsplattform sei lästig. Auch der Straßenverkehr auf dem Wächtersberg sei ein Problem. Denn trotz Durchfahrtsverbot auf der Wächterbergstraße in Richtung Plattform fahren laut Schwarz immer wieder Fahrer mit erhöhter Geschwindigkeit und dröhnender Partymusik vorbei: „Tag und Nacht, rauf und runter.“
Das ist mehr als gefährlich, meint sie. Nicht nur für die Anwohner, Kinder und Haustiere, sondern auch für Auswärtige, die dort wandern. Und zur Zeit finden wir am Tag mehrere tote Kröten, die in der Straße Richtung Aussichtsplattform überfahren werden. „Erst gestern waren es acht“, meint sie im Gespräch mit unserer Redaktion.
„Es ist frustrierend zu sehen, dass die Stadt Wildberg und das Ordnungsamt nicht in der Lage sind, ihre Gemeinde zu unterstützen und die Ruhe und den Schutz des Naturschutzgebiets zu gewährleisten“, drückt die Anwohnerin ihren Unmut aus.
Das Thema ist der Stadtverwaltung sehr wohl bekannt. Doch auf Anfrage unserer Redaktion verweist diese auf anstehende Beratungen seitens der Ortschaftsräte sowie des Gemeinderats in dieser Woche. Weitere Informationen, wie die Stadt gegen den Lärm vorgeht, gibt es wohl erst danach.