OB Jürgen Großmann (von links), Verbandsvorsitzender Bernd Dürr aus Bondorf und der Schiltacher Bürgermeister Thomas Haas vom Zweckverband Kleine Kinzig beim Startschuss der neuen Wasserversorgung von Hochdorf. Foto: Sebastian Bernklau

Spätestens wenn es wieder einen Dürre-Sommer gibt, erinnert man sich wieder daran, wie wichtig eine zuverlässige Wasserversorgung ist. In Kooperation mit zwei Partnern hat Nagold da mit Millioneninvestitionen schon mal vorgesorgt – zumindest für Hochdorf.

Jeder Mensch braucht Trinkwasser. Und für fast alle Menschen in Deutschland ist es fast schon selbstverständlich. Doch genau das ist es denn doch nicht. Und das weiß auch Bernd Dürr. Der Mann ist nicht nur Bürgermeister von Bondorf im Kreis Böblingen, er ist auch Vorsitzender des Zweckverbands Gäuwasserversorgung, zu dem Kommunen wie Nagold, Rottenburg, Mötzingen und Jettingen gehören.

 

Und deshalb ist für ihn klar: „Versorgungssicherheit beim Trinkwasser kostet einfach Geld.“ Diese Worte sprach Dürr bei der Inbetriebnahme eines Projekts, das vor allem die Versorgung des größten Nagolder Teilorts Hochdorf auf lange Sicht sicherstellen soll.

Erste Bauarbeiten fanden bereits vor zwei Jahren statt

Im Hochbehälter Göttelfingen wurde in dieser Woche der Anschluss des Hochbehälters und damit des Ortsnetzes Hochdorf an die Wasserversorgung des Zweckverbands Kleine Kinzig feierlich begangen. Dafür haben die Beteiligten aus Nagold und von der Gäuwasserversorgung jede Menge Geld in die Hand genommen. Insgesamt flossen bis dato netto 5,7 Millionen Euro in die nötigen Baumaßnahmen.

Dieses Geld wurde für den Bau von drei Wasserleitungen auf einer Länge von zwei Kilometern vom Hochbehälter Wanne auf Gemarkung Talheim bis zum Ortsnetz Hochdorf und zum Hochbehälter Göttelfingen ausgegeben. Über diese Leitung wird jetzt Trinkwasser des Zweckverbands Kleine Kinzig aus der Talsperre Reinerzau nach Hochdorf geleitet.

Erste Bauarbeiten fanden bereits vor zwei Jahren statt. Damals wurde die Verbindung vom Hochbehälter Göttelfingen bis ins Ortsnetz von Hochdorf fertiggestellt. Alle weiteren Bauarbeiten, die 4,2 Millionen Euro gekostet haben – zwei Drittel entfielen dabei auf die Stadtwerke Nagold, der Rest auf den Zweckverband Gäuwasserversorgung – wurden bis 2024 abgeschlossen. Nun also erfolgte die erfolgreiche Inbetriebnahme.

„Kleine Kinzig ist ein echter Segen“

Die bedeutet aber noch nicht den Abschluss der kompletten Baumaßnahme. Mehr als fünf Millionen Euro sind laut Bernd Dürr noch für abschließende Bauarbeiten vorgesehen. Dürr kündigte weiter an, dass das bisher einheitliche Versorgungsgebiet – bisher wurde alles Wasser über den Wasserturm in Oberjettingen verteilt – wohl künftig in einen Nord- und einen Süd-Bereich aufgeteilt werde.

Die Kooperation mit der „Kleinen Kinzig“ bezeichnete Nagolds Oberbürgermeister Jürgen Großmann bei den Inbetriebnahme der neuen Verbindung als „ echten Segen“. Dieser Tag sei ein „glücklicher Tag“ vor allem für Hochdorf. Allerdings wies er darauf hin, dass mit diesem Projekt das Thema Wasserversorgung in der Region noch längst nicht erledigt sei. Im Gegenteil: Für die Region könne es möglicherweise nötig werden, irgendwann an so etwas wie einen Stausee zur Trinkwasserversorgung zu denken, orakelte Großmann.

Ob das allerdings einmal Realität werden wird, da hatte Thomas Haas, in Personalunion Bürgermeister von Schiltach und Vorsitzender des Zweckverbands Kleine Kinzig, so seine Zweifel. Und das liege, so Haas abschließend, vor allem an den hohen Genehmigungshürden, die für ein solches Vorhaben bestünden.