Waschbären wie dieser können auch im Zollernalbkreis zum Problem werden. Foto: Britta Pedersen/dpa

Im Zollernalbkreis haben Waschbären von Natur aus nichts zu suchen. Dennoch haben sich die Tiere auch hier ausgebreitet – und es werden immer mehr. Das kann zum Problem werden: Für seltene Frösche, aber auch für Hausbesitzer.

Sie sehen putzig aus, wenn sie mit ihren Pfoten im seichten Wasser nach Nahrung suchen. Es wirkt, als würden sie ihre Hände oder ihr Futter waschen – daher kommt der Name „Waschbär“.

 

Drei bis vier Babys bekommt eine Waschbär-Mama im Jahr. Natürliche Feinde haben die Kleinbären so gut wie keine. Die aus Amerika stammende Art wurde wegen ihres Pelzes nach Deutschland gebracht. 1934 wurden am hessischen Edersee zwei Waschbärenpaare ausgewildert. Experten schätzen, dass es bis zu zwei Millionen dieser Exemplare in Deutschland gibt.

So sieht es in der Region aus

Längst haben die Tiere sich im Zollernalbkreis angesiedelt. Sie profitieren von den vielen kleinen Bächen, ziehen aber auch gerne – wie Marder – in Dachstöcke ein. Der Allesfresser ist eine Gefahr für seltene Amphibien, wie zum Beispiel die Gelbbauchunke oder die vom Aussterben bedrohte Europäische Sumpfschildkröte. Ihm schmecken auch Obst, Gemüse und nicht selten zerfleddern die Tiere Dämmmaterial, ist vom Naturschutzbund Deutschland (NABU) zu erfahren.

Wie sieht es in der Region aus? Unsere Zeitung hat nachgefragt; Sprecherin Sabrina Lorenz hat Antworten.

Die Waschbären richten Schäden an

Gibt es im Zollernalbkreis Waschbären?

Die Art kommt flächendeckend im Zollernalbkreis vor, sowohl in der freien Landschaft als auch in Städten.

Sind die Waschbären im Zollernalbkreis ein Problem?

Sie können Einfluss auf das Vorkommen von Amphibien, Vögel, Kleinsäuger und Insekten haben.

Welche Schäden richten die Tiere an?

Der Waschbär ist ein Allesfresser, der sich jedoch überwiegend tierisch ernährt und dadurch einen massiven Einfluss auf kleine Wirbeltiere hat, insbesondere in den naturschutzfachlich sensiblen Zeiten von Fortpflanzung und Aufzucht. Besonders betroffen sind Amphibien, Reptilien, Brutvögel, Fledermäuse und Großmuscheln, darunter eine Vielzahl gefährdeter und geschützter Arten.

Die Tiere gelten als invasive Art

Ist das bedenklich?

Aus Naturschutzsicht besitzt der Waschbär ein erhebliches Gefährdungspotenzial für die biologische Vielfalt in Europa und ist daher als invasive Art zu bewerten. Im Siedlungsbereich kann der Waschbär Schäden an baulichen Einrichtungen wie zum Beispiel Aushöhlungen in Dämmmaterialien verursachen.

Was sollte man tun, wenn man einen Waschbär sichtet?

Die Sichtung sollte dem Jagdpächter oder der unteren Jagdbehörde beim Landkreis gemeldet werden.

Das sollte man nicht tun

Was sollte man unterlassen?

Mülltonnen sollten gut verschlossen werden, Lebensmittelabfälle sollten nicht offen und zugänglich gelagert werden und es darf keine Fütterung erfolgen.

Leben Waschbären wie Marder auch in Häusern unter dem Dach?

Waschbären können gemeinsam mit Mardern in Gebäuden leben, da sie alle ihnen zugänglichen Räume nutzen können.

So darf gejagt werden

Soll man versuchen, Waschbären mit einer Lebendfalle zu fangen?

Der Waschbär gehört nach dem Jagd und Wildtiermanagementgesetz (JWMG) zum jagdbaren Wild und unterliegt dem Jagdrecht. Das Fangen ist nur den Jagdausübungsberechtigten erlaubt. Grundsätzlich sollten so viele Tiere wie mögliche entnommen werden. Da der Waschbär dem Jagdrecht unterliegt, gelten hierfür besondere Regelungen und Anforderungen, die bei der Unteren Jagdbehörde erfragt werden können.

Wann darf gejagt werden?

Die Jagdzeit erstreckt sich vom 1. Juli bis 15. Februar, für Jungtiere vom 15. April bis Ende Juni.