„Wahnsinn“ in der Stadthalle: Der 15. Hechinger Warentauschtag lockte Liebhaber von Gebrauchtem in die Stadthalle. Foto: Klaus Stopper /Klaus Stopper

Warentauschtag in der Hechinger Stadthalle – auch am Samstag war das wieder eine Großveranstaltung, die Staunen machte. Etwa 100 Helfer bändigten ein buntes Chaos.

Mit den freudig hingelächelten Worten „was für ein Wahnsinn“ grüßten sich am Samstag in der Stadthalle die vielen Helfer, die beim Warentauschtag im Einsatz waren. Der Andrang war enorm, die Halle rappelvoll, es ging turbulent und eng zu, unglaubliche Mengen an Gegenständen wurden in großen Kartons in die Halle reingetragen, auf verschiedenen Tischen präsentiert, sortiert, und vieles kurz darauf von glücklichen neuen Besitzern bereits wieder herausgetragen. Dieser „Wahnsinn“ war eine Herausforderung an die Organisation, die erstaunlich gut bewältigt wurde.

 

Veranstalter waren wieder die Bunte Liste, die SPD und der AK Asyl in Kooperation mit der Caritas und dem Nabu. So kamen am Ende etwa 100 Helfer und Helferinnen zusammen. Es war der mittlerweile 15. Warentauschtag, der in der Stadthalle über die Bühne ging, und dank dieser Routine und einer umsichtigen Leitung durch Cheforganisatorin Almut Petersen ging alles halbwegs glatt.

Schon am Vortag hatte das Team die Stadthalle mit vielen Tischen eingerichtet und erste Waren für den Tauschtag einsortiert. Morgens um 8 Uhr ging es dann weiter. Vor der Halle bildete sich da bereits eine Schlange von Leuten – in der Halle wurden die Kartons, die sie mitgebrachten hatten, weiter einsortiert. Deko, Haushaltswaren, Elektroartikel, Kleidung und Schuhe, Büroartikel, Bilderrahmen – für alles gab es spezielle Tische in der Halle.

Auch vor der Hechinger Stadthalle herrschte Gedränge. Foto: Stopper/Klaus Stopper

Um 9 Uhr wurde die Halle geöffnet, und innerhalb von Sekunden wurde es eng. Am Tisch für die Spielsachen blieb kaum etwas länger liegen, Spielzeug und Plüschtiere fanden schnell neue Einsatzgebiete. Am Deko-Stand wurde gestaunt, wie viele Leute bemalte Ostereier, Kerzenständer, Clownpuppen und auch die vielen Vasen und Krüglein gebrauchen können. Riesengewimmel auch am sehr gut bestückten Bücherstand. Schwer bepackt verließen viele die Halle.

Eine Herausforderung war die Verkehrsregelung vor der Halle. Zum Entladen durften Fahrzeuge dort nur kurz halten. Der Andrang von Autos war enorm, und ein Team von deutlich über zehn mit gelben Westen ausgestatteten Helfern hatte bei miesem Wetter und teilweise wenig verständnisvollen Autofahrern alle Hände voll zu tun, den Verkehr zu regeln. Aber sie freuten sich, dass sie diesen „Wahnsinn“ am Ende gut im Griff hatten.

Stärkster Andrang nach eineinhalb Stunden vorbei

Nach eineinhalb Stunden ließ der stärkste Andrang etwas nach, aber noch bis 13 Uhr herrschte reges Treiben in der Halle. Und nach der Schließung mussten noch all die Dinge, die übrig blieben, nach noch Verwertbarem und Müll auseinandersortiert werden, mussten Kartons entsorgt, Tische gewischt und zusammengeklappt, der Boden gekehrt und die Halle wieder in ihren Originalzustand zurückverwandelt werden. Im Refugio traf man sich anschließend noch zu einer Stärkung.

Im Zentrum des Warentauschtags steht die ökologische Idee, der Wegwerfgesellschaft etwas entgegenzusetzen. Das ist gelungen. Viele Dinge, die sonst auf Dachböden vermodert oder weggeworfen worden wären, wurden an diesem Tag vor dem Müll gerettet. Menschen mit nicht so vollem Geldbeutel fanden Küchenutensilien, Kleidung, Schulranzen und Spielzeug für die Kinder, Bastlerinnen und Gartendekorateurin viel Material für ihr Hobby, Bücherfreunde neuen Lesestoff, und viele andere Interessen mehr wurden an diesem Tag befriedigt. Für die vielen Helfer eine schöne Motivation, sich schon wieder auf den nächsten Warentauschtag im Herbst zu freuen.