Die Zahlen, die das Forstamt vorlegt, sind eindeutig. Der Klimawandel schlägt zu, die Trockenheit erschwert die Bewirtschaftung des Waldes.
Die Stadt Bräunlingen kann in diesem Jahr voraussichtlich mit einem Gewinn aus dem Holzverkauf des Stadtwaldes von rund 550 000 Euro rechnen. Für 2024 wird mit einer erheblich niedrigeren Zahl von etwas über 310 000 Euro Erlös kalkuliert, was vor allem auf die Marktlage und auch zusätzliche Ausgaben zurückzuführen sei, erläuterte Michael Mayer vom Forstamt.
Im Jahr 2021 konnte die Stadtkasse die bisherige Rekordsumme von etwas über einer Million Euro als Erlös verbuchen. Die aktuell vorliegenden Zahlen und auch die Prognose 2024 liegen erheblich unter den Gewinnen der Vorjahre. Dies zeigt der vor kurzem vorgelegte Waldbericht des Forstamtes, das in der Regel in Zusammenarbeit mit den örtlichen Förstern die Vermarktung des Bräunlinger Holzes übernimmt.
Dem Wald fehlt viel Wasser
Wie schon im Jahr 2022 festgestellt, war auch das aktuelle Jahr 2023 für den Wald viel zu trocken, es fehlte viel Wasser. Der Forst musste in diesem Jahr hart kämpfen, um mit der Trockenheit zurechtzukommen. Auch der Borkenkäfer machte dem Wald sehr zu schaffen. Dies zeigte vor allem die hohe Zahl von rund 60 Prozent Käferholz im laufenden Jahr.
Nach aktuellem Stand wird davon ausgegangen, dass der geplante Holzeinschlag von 18 500 Festmetern in 2023 erreicht werden kann. Der Holzpreis für das Leitsortiment lag bei rund 100 Euro, der Preis für Käferholz bei rund 85 Euro. Daher wird auch mit dem Erreichen des Haushaltseinnahmezieles 2023 in Höhe von deutlich über einer halben Million Euro Gewinn gerechnet, sagte Michael Mayer vom Forstamt.
Die Prognosen für das bevorstehende Jahr 2024 lassen jedoch keine ähnlich hohen Zahlen erwarten, denn etliche Zusatzkosten und auch die Marktlage drücken dann voraussichtlich die Bilanz: Den rund 1,5 Million Euro Einnahmen – davon 1,4 Millionen aus dem Holzverkauf – stehen dann knapp 1,2 Millionen Euro an Ausgaben gegenüber – was einen Gewinn von etwas über 310 000 Euro erwarten lässt.
Für 2024 wird mit einem Hiebsatz von 18 500 Festmetern geplant. Weiterhin ist im Bräunlinger Forst die Stelle eines Forstwirtes zu besetzten, weshalb 2023 zwar Personalkosten eingespart werden konnten, jedoch mussten externe Holzhauer eingesetzt werden, was Kosten verursachte. Auch kamen die mobile Entrindung und der maschinelle Vollernter verstärkt zum Einsatz.
Klimawandel schlägt zu
„Unsere Aufgabe ist es, für einen stabilen Wald – auch im Klimawandel – zu sorgen und wir sehen die Arbeiten als eine gute Investition in die Zukunft“, meinte Michael Mayer, der auch darauf hinwies, wie wichtig eine gute Mischung für den Waldbestand sei. „Wir versuchen so viel Wasser wie möglich im Wald zu behalten und leiten das Wasser nicht durch Gräben ab“, erklärte Mayer zur Verbesserung der Wassersituation. „Das Hauptproblem im Forst ist die starke Trockenheit, denn der Klimawandel wirkt sich aus, was im Wald etliche Probleme bringt“, so Mayer. Auch die Stürme hätten ihre Auswirkungen gezeigt.
Förster Reinhard Merz wies auf den neuen Waldarbeiterwagen hin, der Anreize für die Stelle des Forstwirtes mit sich bringe. Er sah im Wegebau und der Unterhaltung sowie den Kulturdamen, die für Auffrischungen der Waldkulturen und durch Neupflanzungen für gute Aktionen im Wald sorgen, eine gute Lösung. „Unsere Einschlagquoten sind nachhaltig, denn es wächst immer so viel Holz nach, wie eingeschlagen wird“, erläuterte Förster Tom Ekert auf eine Frage aus dem Gemeinderat.
Das ist geplant
Folgende Arbeiten sind für 2024 vorgesehen: Schlagpflege, Kulturvorbereitungen, An- und Vorbau, Mischwaldregulierung, Ästung (700 Stück), Jungbestandspflege, 80 Kilometer Wegunterhaltung, Wiederbewaldung nach Sturm, Käfer- und Dürreschäden, Jungbestandspflege und Mischwuchsregulierung, Pflanzung von klimastabilen Baumarten.
Über 2300 Hektar
Waldbesitz
Bis hinauf auf über 1000 Höhenmetern wachsen die Bäume auf Bräunlinger Gemarkung, bei einer gesamten Waldfläche von etwas über 2300 Hektar. Damit gehört die Stadt Bräunlingen zu den größten Waldbesitzern im Regierungspräsidium Südbaden. Der jährliche nachhaltige Holzeinschlag liegt in der Regel bei etwas über 18 000 Festmetern. Es wird nie mehr eingeschlagen als nachwächst. Mit 75 Prozent liegt die Fichte an der Spitze im Baumbesatz, gefolgt von der Kiefer, der Tanne und auch Laubbäumen. Reinhard Merz und Tom Ekert sind die Bräunlinger Revierförster.