Umweltverträglichkeit und gute Rezyklierbarkeit haben bei den Aktiv-Häusern oberste Priorität. Foto: fischer

Wirtschaft: Klaus Fischer und Architekt Werner Sobek wollen Aktiv-Häuser bauen.

Waldachtal-Tumlingen - Das Bauen wird sich in den nächsten Jahren verändern müssen, weil die Ressourcen endlich sind. Dieser Meinung ist Klaus Fischer, Inhaber und Geschäftsführer der Waldachtaler Unternehmensgruppe fischer. Mit dem Architekten und Bauingenieur Werner Sobek aus Stuttgart hat er ein Unternehmen gegründet, dessen Ziel es ist, das Haus der Zukunft zu bauen.

Sobek hatte schon einmal beim fischer-Expertenforum darauf hingewiesen, dass in den vergangenen 18 Jahren etwa genauso viele Menschen geboren wurden, wie 1930 auf der Erde lebten. "Für diese Menschen müssen Nahrung, Infrastruktur, Arbeit und Wohnraum geschaffen werden", sagt er. Diese Aufgabe zu lösen bedeute ein radikales Umdenken beim Umgang mit den Ressourcen.

Dieser Überzeugung schließt sich Klaus Fischer uneingeschränkt an: "Wir müssen auf allen Ebenen unseres Lebens Verschwendung vermeiden. Bauen in der Zukunft basiert auf geringstmöglichem Einsatz von Ressourcen, Verzicht auf fossile Energien, Rezyklierbarkeit und Emissionsfreiheit." Die Lösung sehen sie in Aktivhäusern.

Gemeinsam entwickeln fischer und Sobek seit vergangenem Sommer ihr Aktivhaus

Diese seien nicht nur ressourcenschonend, sie seien untereinander vernetzt, produzierten selbst Energie, und versorgten mit ihrer positiven Energiebilanz energiefressende Altbauten mit.

Gemeinsam entwickeln die fischerwerke und die Sobek-Gruppe seit vergangenem Sommer ihr Aktivhaus. Es funktioniere nach dem "Triple-Zero-Prinzip": kein Verbrauch fossiler Energieträger, keine Emissionen, keine Rückstände bei Ab- oder Umbau. Das Aktivhaus solle nicht mehr Energie verbrauchen als es im Jahresdurchschnitt aus nachhaltigen Quellen erzeugt. Es solle zudem keine umweltschädlichen Emissionen wie CO2 abgeben. Das Haus könne mit anderen Gebäuden, wie zum Beispiel denkmalgeschützten Bauwerken, die sich nicht ohne massiven Eingriff in ihre Architektur modernisieren lassen, ein autarkes Energie-Netzwerk bilden. Werner Sobek spricht dabei vom Prinzip der Schwesterlichkeit, bei dem ein energieerzeugendes Bauwerk ein energieverbrauchendes mitversorgt und das deshalb nicht mehr aufwendig energetisch saniert werden muss.

fischer ist mit seinen beiden Geschäftsbereichen fischer Consulting und fischer Befestigungssysteme in dem neuen Unternehmen aktiv. fischer Consulting sorgt für optimierte Prozesse – von der Entwicklung bis zum serienreifen Produkt, um wirtschaftlich agieren zu können. fischer Befestigungssysteme hat Verbindungselemente entwickelt, um die einzelnen Module des Aktivhauses zusammenzufügen.

Einen Vorläufer des künftigen Aktivhauses gibt es auch schon. Der Prototyp heißt B10 und steht inmitten der historischen Weißenhofsiedlung in Stuttgart. Er wurde im Werk vorgefertigt und binnen eines Tages montiert. Bis Sommer wollen Fischer und Sobek mit ihren Teams so weit sein und das erste Vor-Serienmodell der Gemeinschaftsfirma AH Aktiv-Haus der Öffentlichkeit vorstellen.

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