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Waldachtal "Ein qualitativ hochstehendes Instrument"

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Erfolgreich verläuft die Orgelrevision in der katholischen Herz-Jesu-Kirche in Lützenhardt. Die Sanierungs- und Reinigungsarbeiten an der mehr als 25 Jahre alten Metzler-Orgel können noch im August abgeschlossen werden.

Waldachtal-Lützenhardt. Für diese Maßnahme veranschlagt die Kirchengemeinde bis zu 37 000 Euro, wie Pfarrer Anton Romer und Pfarramtssekretärin Christiane Schmid mitteilen. Voraussichtlich kann der Kostenrahmen eingehalten werden. Die Finanzierung erfolgt über Rücklagen, Kollekten von "Silbernen Sonntagen" und Spenden.

Eine Revision der Orgel mit ihren 22 klingenden Registern hat Kirchenmusikdirektor Karl Echle als Orgelsachverständiger empfohlen. Bei einzelnen Tönen in den Teilwerken haben sich die Dichtungsringe in den Windladen zwischen Schleife und Windlade verschoben. Dadurch wurden die entsprechenden Töne nicht mehr richtig mit Wind versorgt. Eine Folge des Problems waren unausgeglichene Intonation und Tonverstimmungen durch die unterschiedliche Luftzufuhr einzelner Register. Und genau diese defekten Dichtungsringe sind jetzt ausgewechselt worden. Auch wurden ein paar Schwachpunkte behoben und die Pfeifenhalterungen stabilisiert. Die Metzler-Orgel verfügt über 19 Labial- und drei Zungen-Register. Vorne befindet sich das Hauptwerk, dahinter das Schwellwerk.

Freischaffender Orgelbauer

Der in Zürich geborene und heute in der französischen Schweiz wohnende freischaffende Orgelbauer Johannes Röhrig arbeitet bei der Sanierung der Orgel in Lützenhardt seit 23. Juli nach den Kriterien von Metzler in Dietikon. Zuvor hat er schon jährlich den Kundendienst gemacht. Bei der jetzigen Reinigung mussten alle 1400 Pfeifen ausgebaut, gereinigt und ausgeblasen werden. Es waren hauptsächlich Metall-Pfeifen aus Zinn-Blei-Legierung. "Die kleinsten Klangkörper, welche die höchsten Töne erzeugen, sind nur etwa drei oder vier Zentimeter lang, wogegen die tiefsten Töne bis zu 2,60 Meter lang sind", berichtet Röhrig. Der Anteil an Holzpfeifen, die aus Eiche gefertigt sind, am gesamten Klangkörper ist hier sehr gering. "Nur die ersten zwölf Töne vom Pedal-Register (Subbass 16‘) sind damit bestückt."

Unterstützt wurde Röhrig von seiner Mitarbeiterin Claire Paratte. "Untereinander sprechen wir französisch", verrät Orgelbauer Johannes und fügt schmunzelnd hinzu: "Und manchmal auch chinesisch", in Andeutung auf das Fachchinesisch.

Keine Ablagerungen

Weihrauch- und Rußablagerungen, wie oftmals in katholischen Kirchen, stellte der Orgelbauer keine fest. Sein "Atelier" mit vielen speziellen Handwerksgeräten hat er seit Wochen auf der Orgel-Empore eingerichtet. Eine Filigranarbeit ist das Stimmen. Er intoniert mit feinem Gespür. Da vertraut der selbstständige Orgelbauer auf sein besonders geschultes Gehör. Nach 30 Jahren Berufserfahrung hört er die kleinsten Nuancen.

Ehrenamtlich arbeitete Gabriele Fellermann aus Freudenstadt mit, die ab und wann in den katholischen Kirchen in Loßburg und Alpirsbach die Orgel spielt und an der Taborkirche übt. "Das ist praktische Orgelkunde für mich", begründet sie ihre Mithilfe in Lützenhardt. Die Mutter von vier Kindern hat Medizin und Kirchenmusik studiert und spielt seit 40 Jahren auf der Orgel.

Eine Einschätzung des Schweizer Orgelbauers zur Metzler-Orgel in Lützenhardt: "Es ist ein schönes und qualitativ hochstehendes Instrument und eignet sich besonders für Musik aus der Barockzeit bis zur Frühromantik, also bis zu Mendelssohn-Bartholdy." Johannes Röhrig, der seit rund zehn Jahren mit der Herz-Jesu-Gemeinde und Pfarramtssekretärin Christiane Schmid zusammenarbeitet, kommt auch zukünftig jedes Jahr zum Warten und Stimmen der Orgel nach Lützenhardt.

1993 eingeweiht

Unter großer Beteiligung der Gemeinde ist die Metzler-Orgel am 1. Adventssonntag 1993 durch Weihbischof Johannes Kreidler eingeweiht worden. Nach einer vierjährigen Warte- und Bauzeit mit rund 5500 Arbeitsstunden ist das künstlerisch wertvolle Instrument im November 1993 in der Herz-Jesu-Kirche aufgebaut und die insgesamt 1400 Pfeifen sind zu einem Klangbild intoniert worden. Dazu schrieb der damalige Orgelsachverständige der Diözese und Domorganist Wolfram Rehfeldt: "Die katholische Kirche in Lützenhardt ist eine der beachtenswerten Kirchen des bedeutenden Architekten Cades. Der traditionell angelegte Bau weist eine gute Akustik auf, welche der Musik sehr entgegenkommt." Der Kirchengemeinderat hat sich seinerzeit für die Firma Metzler aus Dietikon bei Zürich in der Schweiz entschieden, die für ihre höchst qualitätsvollen und nach historischen Gesichtspunkten gebauten Orgeln in Fachkreisen bekannt ist. "Die Kirchenorgel in Lützenhardt orientiert sich klanglich an den bewährten Prinzipien des Barockinstrumentes, nimmt jedoch zur Erweiterung der Interpretationsmöglichkeiten aber auch andere Bau- und Klangformen auf." Beim Jubiläum "25 Jahre Metzler-Orgel" in Lützenhardt, das am 25. November 2018 gefeiert werden konnte, zog der Freudenstädter Kirchenmusikdirektor Karl Echle alle Register.

Bald können sich die Katholiken wieder über den Wohlklang ihrer sanierten Orgel freuen. An der Herz-Jesu Kirche sind neben dem einheimischen Michael Schmid (26), der in Karlsruhe Kommunikations- und Medien-Management studiert, auch Piotr Rogosz, Ferdinand Singer und Ingrid Krensel als Organisten tätig. Spenden für die Orgelrevision in Lützenhardt sind willkommen.

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