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Waldachtal Aktion ist Gelegenheit, Kapital einzusetzen

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In Waldachtal sollen auch weiterhin viele Obstbäume wachsen. Deshalb hat sich die Ortsgruppe des Nabu eine besondere Aktion einfallen lassen. Symbol-Foto: Seeger Foto: Schwarzwälder-Bote

Waldachtal. "100 Obstbäume für Waldachtal" heißt die neue Aktion des Nabu Waldachtal. Wer gerne einen Obstbaum pflanzen möchte, bekommt 50 Prozent Zuschuss vom Nabu. Wir haben mit Stefan Greza, Vorsitzender der Waldachtaler Ortsgruppe des Nabu über die Aktion gesprochen, für die es sogar eine Bewerbungsfrist gibt.

Wie ist die Idee zu der Aktion, 100 Obstbäume zu pflanzen, entstanden?

Die Idee entstand in der Hauptversammlung 2014 als eine Möglichkeit, unseren Dank an die Mitbürger zum 20. Jahrestag der Gründung des Nabu auszudrücken. Die Förderung des Streuobstanbaus ist schon länger in unseren Aktionen verankert. Besonders gut angenommen wird seit Jahren unsere Obstbörse, über die wir Menschen zusammenbringen, die zum einen ihre Äpfel, Birnen oder sonstigen Obstbäume und Beerensträucher nicht mehr abernten wollen oder können, und andere, die kein eigenes Obst besitzen, aber gerne unbelastete, frische und regionale Früchte ernten, verarbeiten und genießen möchten. In unserem Gründungsjahr fand das Europäische Naturschutzjahr statt, in dem auch in Waldachtal Streuobstpflanzungen gefördert wurden. Seitdem hatten wir hier in dieser Richtung kein Angebot.

Können Sie uns die Situation der Streuobstbestände in Waldachtal beschreiben? Gibt es einen Mangel?

Streuobst gehört einfach zum ländlichen Bereich und gemeint sind damit Hochstamm-Obstbäume. Wir finden diese in vielen Gärten in unserer Gemeinde, aber es gibt auch besonders schöne und großräumige Baumgärten in Tumlingen, Hörschweiler und vor allem Salzstetten. Einen Mangel würde ich noch nicht ausmachen, aber natürlich mussten schon viele stattliche und gesunde Obstbäume Bau- und Gewerbegebieten weichen. Die vorhandenen Bestände werden kleiner, dabei natürlich älter und Nachpflanzungen finden immer seltener statt. Das führt dann auch zu einer Verarmung an Sorten, die in unseren Breiten seit 150 Jahren traditionell angebaut wurden. Was wir auch bedauern, ist, dass alternde Bäume oft beseitigt werden, obwohl sie für die Natur einen großen Nutzen haben.

Woher nehmen Sie das Geld für den Zuschuss in Höhe von 50 Prozent?

Unsere Nabu-Gruppe hat in 20 Jahren viel in der Landschaftspflege gearbeitet, Spenden erhalten und die erhaltenen Gelder nicht alle ausgeben können. So bietet diese Aktion uns die Gelegenheit, unser Kapital nutzenstiftend für Mensch und Natur einzusetzen.

Stehen für das Pflanzen der Bäume bestimmte Flächen zur Verfügung oder dürfen Interessenten nur auf ihren eigenen Grundstücken anpflanzen?

Obstbäume auf bestimmten Flächen zu pflanzen, manchmal auch als "Feigenblatt" für Beeinträchtigungen der Natur durch Bauvorhaben, ist leider nur eine halbe Lösung. Obstbäume bedürfen einer guten Pflege und die Flächen sollen extensiv gepflegt werden. Diese Dinge werden in der Regel in diesen Fällen nicht nachhaltig und dauerhaft geregelt und umgesetzt. Pflanzen allein reicht somit nicht. Wir halten es deshalb für am besten, wenn die Bürger die Bäume auf ihren eigenen Grundstücken pflanzen und sich  Verantwortung und Leidenschaft auf viele Köpfe und starke Arme verteilt.

Was können Interessenten tun, die zwar gerne einen Baum pflanzen würden, aber keinen Garten haben?

Keine einfache Frage, aber ich würde vorschlagen, dass diese Bürger sich nach Streuobstwiesen umsehen, die offensichtlich nicht mehr betreut werden. Über den Ortsvorsteher oder Nachbarn kann man bestimmt erfahren, wem das "Stückle" gehört und dort mal nach einer Pachtmöglichkeit anfragen. Dann ist auch im positiven Fall eine Basis für eine Baumpflanzung vorhanden. Vielleicht können sich auch befreundete Familien dazu zusammentun, um sich die Arbeit zu teilen. Kontakte können sich auch im Rahmen unserer Obstbörse ergeben.

Dürfen sich nur Leute aus Waldachtal bewerben oder berücksichtigen Sie auch Bewerbungen aus anderen Gemeinden?

Sagen wir mal so, im Fokus steht bei der Aktion nicht der Wohnort, sondern das Pflanzgrundstück. So manche Obstwiese oder mancher Garten hat zwischenzeitlich Besitzer, die nicht mehr im Waldachtal wohnen, so dass diese auch zum Zug kommen können. Jetzt hoffen wir, dass unsere Auswahlkriterien die Zielgruppe auch ansprechen, dazu kann man zum jetzigen Zeitpunkt aber noch nichts sagen.

In Ihrem Baumpaket sind Pflanzpfahl, Wurzelschutz und Verbißschutz enthalten – doch stehen Sie unerfahrenen Baumpflanzern auch für ein sachgerechtes Einpflanzen der Bäume zur Seite?

Herr Begemann – vielen Dank – diese Frage war eine gute Anregung und wird zu einer Erweiterung unseres Angebots führen. Wir werden bei der Baumübergabe und auf unserer Homepage die umfassende Informationsbroschüre des Landratsamts "Tipps für den erfolgreichen Streuobstbau" zur Verfügung stellen. Gerne werden wir natürlich auch bei der einen oder anderen Pflanzung dabei sein, wenn man uns einlädt. 

Weitere Informationen: www.nabu-waldachtal.de

Bei seiner Aktion "100 Obstbäume für Waldachtal" bietet der Nabu Waldachtal sechs Streuobst-Baumarten an: Roter Boskoop, Jakob Fischer, Brettacher Gewürzapfel, Birne Conference, Hedelfinger Kirsche, Zwetschge Hanita. Die Bewerbungsfrist für Interessenten endet am 30. September. Das Bewerbungsformular steht auf der Homepage des Nabu Waldachtal zum Download zur Verfügung.

Ihre Redaktion vor Ort Horb

Florian Ganswind

Fax: 07451 9003-29

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