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Waldachtal 100 Jahre Artur Fischer – was von seinem Erbe bleibt

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Erfinder Artur Fischer (1919–2016) Foto: Hopp

Waldachtal-Tumlingen - Dass Bilder nicht von der Wand fallen, Regale fest stehen und die Garderobe sicher hängt – das ist dem Dübel zu verdanken und dessen Erfinder Artur Fischer. Der Tüftler aus Tumlingen (Kreis Freudenstadt) wäre am 31. Dezember 100 Jahre alt geworden. Zeit, um die Erinnerung an ihn nach dem Trubel des Jahreswechsels zu wahren.

Eine Maschine zum Abnehmen des Hutes würde niemand kaufen, sagte Fischer einmal in einem Interview. Erfindungen müssten den Menschen dienen. Und das tat seine bekannteste Idee: Vor fast 60 Jahren entwickelte der schwäbische Bauschlosser den Dübel, der die Befestigungstechnik und die Baugeschichte revolutionierte. Bis ins hohe Alter stand der Unternehmer an der Werkbank und tüftelte weiter, bis er vor vier Jahren starb. Sein Streben nach neuen Lösungen hat ihn zum bekanntesten Erfinder Deutschlands gemacht. Heute wird der Dübel in verschiedenen Varianten in einer Stückzahl von mehr als 14 Millionen täglich produziert und in die ganze Welt verkauft.

Als Artur Fischer am Silvesterabend 1919 im beschaulichen Tumlingen geboren wurde, deutete wenig darauf hin, dass hier eine Persönlichkeit das Licht der Welt erblickte, die einmal viele Bereiche des alltäglichen Lebens mit ihren bahnbrechenden Erfindungen verändern sollte. Der Vater Schneider, die Mutter Lohnbüglerin, wuchs Fischer in bescheidenen Verhältnissen auf. Weil sich die Familie keine höhere Schulbildung leisten konnte, begann der damals 16-Jährige in Stuttgart eine Schlosserlehre. Am Ende des Zweiten Weltkrieges kam Fischer in Kriegsgefangenschaft, konnte aber fliehen. Wieder in der Heimat, machte er sich nach einer kurzen Episode als Angestellter in einem Elektrogeschäft 1948 selbstständig. Er gründete die Firma Artur Fischer Apparatebau. Seine erste eingetragene Erfindung ließ nicht lange auf sich warten.

Spreizdübel kommt 1958 auf den Markt

Hinter seinem ersten Patent steckt eine kuriose Geschichte: Weil eine Fotografin in der dunklen Dachgeschosswohnung nicht in der Lage war, gute Bilder seiner eben geborenen Tochter zu schießen, erfand Fischer 1949 kurzerhand das weltweit erste synchronisierte Blitzlichtgerät für Fotoapparate. Diese Glanzleistung brachte ihm erste Anerkennung – vor allem aber wirtschaftliche Unabhängigkeit.

Das Produkt, das bis heute untrennbar mit dem Namen Fischer verbunden ist, kommt 1958 auf den Markt: der Spreizdübel, umgangssprachlich auch Fischer-Dübel genannt. Die später aus Fischers Unternehmertätigkeit hervorgegangene fischerwerke GmbH & Co. KG ist heute eine weltweit tätige Firmengruppe, die seit 1980 Artur Fischers Sohn Klaus Fischer führt.

Neben seiner Begabung für innovative Ideen hatte Fischer auch ein Gespür für Geschäfte: 1964 fertigte er einen Spielzeugbaukasten – als Weihnachtsgeschenk für die Kinder seiner Geschäftspartner. Ein Jahr später trat sein Spielzeugsystem "Fischertechnik" den Siegeszug in die Kinderzimmer rund um den Planeten an.

Fischer hat sich vor allem auch für junge Erfinder eingesetzt. 2001 hat er zusammen mit der Baden-Württemberg Stiftung die Stiftung Artur Fischer Erfinderpreis ins Leben gerufen. Um etwas zu erfinden, brauche man nur "wenige wichtige Voraussetzungen", erzählte er einst. Die erste Voraussetzung sei Neugier: "Man muss sehr interessiert sein und etwas besser machen wollen." So habe das Erfinden auch bei ihm angefangen. Als zweite Voraussetzung zum Erfinden nannte er: "Mut – man muss den Mut haben, eigene Ideen zu verwirklichen." Und zuletzt: "Disziplin."

Schon mit zehn Jahren sei der Erfindergeist in ihm erwacht, erzählte Fischer damals. Er hatte als Bub einen Märklin-Metallbaukasten zu Weihnachten bekommen, den er sich sehnlichst gewünscht hatte. "Ich erinnere mich wie heute an diesen Tag", sagte Fischer mit damals 88 Jahren. Sogar die Kinderkirche habe er ausfallen lassen wollen, um erst einmal ein Auto aus den Bauteilen zusammenzuschrauben, erzählte der quirlige Erfinder. Weil ihm die Finger beim Eindrehen der metallenen Schrauben weh getan hätten, hat er überlegt, Kunststoff zu verwenden. Jahre später sind die fischertechnik-Baukästen das Ergebnis dieser frühen Idee.

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