Der Sportverein Seedorf (SVS) plant eine Freiluft-Sporthalle neben dem Sportgelände „ Lausbühl“. Die Gemeinde unterstützt das Vorhaben – auch wenn dafür Wald geopfert werden muss.
Der Gemeinderat hat am Montagabend bei drei Gegenstimmen die Aufstellung des Bebauungsplans „Sportplatz Lausbühl – zweite Erweiterung“ beschlossen. Das planungsrechtliche Verfahren wird in Abstimmung mit dem Baurechtsamt des Landratsamts Rottweil im „Regelverfahren“ mit allen planungsrechtlich notwendigen Verfahrensschritten durchgeführt. Dazu zählt ein zweistufiges Beteiligungsverfahren sowie die Erarbeitung eines Umweltberichtes mit Eingriff- und Ausgleichsbilanzierung.
Wald muss umgewandelt werden
Ein Knackpunkt: Auf der Fläche des Geltungsbereichs (0,75 Hektar) steht Wald. Dieser gehört der Gemeinde. Laut Bürgermeister Peter Schumacher handelte sich „mehr um Hecken und Gestrüpp“. Ein Waldumwandlungsverfahren, so erklärte Planer Rainer Christ vom Büro BIT Ingenieure AG aus Villingen, sei jedoch erforderlich. Der Waldverlust müsse voraussichtlich durch eine entsprechende Kompensation an anderer Stelle ausgeglichen werden. Näheres werde sich aus dem Umweltbericht ergeben.
Bei jedem Wetter Sportbetrieb möglich
Weil der vorgesehene Hallenstandort außerhalb des Flächennutzungsplans liegt, muss auch dieser parallel dazu geändert werden. Der SVS wolle mit der Freilufthalle sein sportliches Angebot erweitern, trug Christ vor. In der überdachten Sportstätte wäre bei jedem Wetter ein Sportbetrieb möglich. Die bisherige Waldfläche soll planungsrechtlich als Sondergebiet umqualifiziert werden. Von der Gesamtfläche von 7500 Quadratmeter – so der Hinweis des Planers – entfielen 5000 auf Grünflächen.
Kritik am Standort
Der Standort der geplanten Halle, die 30 mal 15 Meter groß werden soll, befindet sich zwischen der vorhandenen Parkplatzanlage des Sportplatzes „Lausbühl“ und der Kreisstraße K 5529 Seedorf–Sulgen. Ratsmitglied Markus Holl („Ich finde das Projekt sehr gut“) kritisierte den Standort. Der Wald sei in Dunningen eine „heilige Kuh“, meinte er. Für die Halle auf einen halben Hektar Wald zu verzichten, „das geht gar nicht“.
Man habe intensiv nach anderen Standorten gesucht, jedoch unter den gestellten Bedingungen keinen anderen gefunden, erklärte Vereinsvertreter Jens Wild auf Nachfrage. Eine Nähe zur bestehenden Sportanlage „Lausbühl“ sei schon aufgrund der vorhandenen Duschmöglichkeiten erforderlich.
Nähe zu Sportgelände muss sein
Die Kausalität zwischen dem neuen Projekt und den Sportanlagen sei gegeben, zeigte Gemeinderätin Inge Erath Verständnis. Gemeinderat Martin Hangst hakte wegen den Kosten für das Verfahren nach. Diese übernehme die Gemeinde, sagte der Bürgermeister. Er schätzte den Betrag auf 10 000 Euro. Diesen Betrag hätte Hangst – so waren seine Ausführungen zu verstehen - lieber in die weitere Sanierung der Seedorfer Halle (der zweite Bauabschnitt hat in der mittelfristigen Finanzplanung keine Berücksichtigung gefunden) investiert.
Auch ohne diese Bebauungsplankosten wäre die Maßnahme an der Seedorfer Turn- und Festhalle nicht in die Finanzplanung aufgenommen worden, deutete der Schultes an. Er meinte weiter: „Gedanken, die von Vereinen kommen, will ich nicht blockieren“. Dies sei aber seine persönliche Meinung, die Entscheidung treffe der Gemeinderat.
Ist die Freiluftsporthalle für alle?
Ratsmitglied Hermann Hirt wollte vom Verein wissen, ob die Freiluft-Sporthalle nur den Mitgliedern zur Verfügung stehe. Laut Wild sei es denkbar, dass der sich in unmittelbarer Umgebung befindliche Waldkindergarten oder die Schule die Halle nutzen könne. Die Freilufthalle, so war zu erfahren, soll für Sportaktivitäten vielfältiger Art, jedoch vorwiegend für den Fußballsport wie auch für Veranstaltungen genutzt werden.
Wenn alles optimal laufe, so Christ, könnte die Satzung im Dezember 2024 verabschiedet werden. Baurechtschaffung sei sehr zeitintensiv, gab Schumacher zu bedenken. Ob mit dem Aufstellungsbeschluss nun schon alles „entschieden“ sei, fragte Holl in die Runde. Nur die Marschrichtung stehe fest, der Gemeinderat sei jederzeit Herr des weiteren Verfahrens, beschwichtigte der Bürgermeister.