Hoffnungsfroh wirft Michael Pfaff seine Bewerbung in den Rathaus-Briefkasten. Er möchte weitere acht Jahre Bürgermeister von Alpirsbach bleiben. Foto: Sonja Störzer

In Alpirsbach wird im April gewählt. Obwohl ihm nicht alle wohlgesonnen sind, wirft Bürgermeister Michael Pfaff seinen Hut erneut in den Ring. An Plänen, die er in seiner Heimatstadt gerne noch umsetzen würde, mangelt es jedenfalls nicht.

Bürgermeister Michael Pfaff will es noch einmal wissen. Er kandidiert erneut für das Amt des Bürgermeisters in Alpirsbach, das er seit 2016 innehat.

 

Die Stellenausschreibung wurde am Freitag, 12. Januar, im Staatsanzeiger veröffentlicht. Am Montag, 18. März, um 18 Uhr gibt der Gemeindewahlausschuss die Bewerber bekannt. Eine Kandidatenvorstellung ist für Montag, 8. April, angesetzt. Pfaff plant zusätzlich Infoveranstaltungen in jedem Ortsteil, Termine für Senioren – auch barrierefrei –, Jugendliche sowie für die allgemeine Bevölkerung. Gewählt wird dann am Sonntag, 14. April.

Vorbild für Alpirsbach

„Aus den Reihen des Gemeinderats werden Gegenkandidaten gesucht“, merkt Pfaff im Gespräch mit unserer Redaktion an. Er wirkt gelassen. Mitglieder des Gremiums seien ihm nicht wohlgesonnen. Natürlich habe er als Bürgermeister auch Fehler gemacht, gesteht er offen. Aber, betont der 47-Jährige, er möchte sich seiner Verantwortung nicht entziehen, sondern weitere acht Jahre als Vorbild für und in seiner Heimatstadt Alpirsbach vorangehen. „Ich bin kein Alleinherrscher“, schiebt er hinterher. Auch Gemeinde- und Ortschaftsräte bezeichnet er als „Vorbilder für die Gesellschaft“. Und: „Der Gemeinderat hat an sich gute Arbeit geleistet“, würdigt Pfaff.

Bürgermeister als Krisenmanager

„Die Stadt hat sich positiv entwickelt. Es wurden weiter Schulden abgebaut, der Klosterplatz, der Schillerplatz und der Ambrosius-Blarer-Platz saniert, die Ortsdurchfahrt Peterzell erneuert, ein neuer Kunstrasenplatz geschaffen, eine Schulsozialarbeit eingerichtet, die Kernzeitbetreuung ausgebaut, der Brenner-Kindergarten wiedereröffnet“, listet er auf, welche Projekte in seiner Amtszeit umgesetzt wurden. Trotz Krisen sei das alles geschafft worden, ist er sichtlich stolz. „Was ich spüre, ist jedoch ein Wandel: Der Bürgermeister ist mittlerweile ein Krisenmanager, kein Gestalter mehr.“

Unzufrieden ist er vor allem mit der Entwicklung des Gewerbegebiets „Höhe I“. „Allein die ornithologische Untersuchung hat ein Jahr gedauert. Da ziehen die Jahre ins Land, ohne dass für die Bürger etwas passiert. Natürlich gibt es da Spott in der Bevölkerung.“ Die Beratung sei falsch gelaufen, es sei eine zu große Verkaufsfläche ausgegeben worden. „Jetzt bin ich zuversichtlich, dass wir 2024 die Genehmigung erhalten“, sagt Pfaff.

Privatisierung des Freibads

Dann schwenkt Pfaff um auf das Thema Freibad: „Ein emotionales Thema“, wie er sagt. Das Bad sei schwer zu erhalten, die Substanz beschädigt. „Ich will es nicht schließen.“ Die Problematik schiebe die Stadt seit 20 Jahren vor sich her. Es sei nicht absehbar, wie lange es noch betrieben werden kann. „Wir müssen über eine Privatisierung des Bads nachdenken“, findet Pfaff. Dann wäre es dauerhaft aus dem Haushalt draußen, es gebe keine Abschreibungen und es könnten Zuschüsse gewährt werden. Er hat viele Pläne für seine Stadt in petto, das wird im Gespräch deutlich.

Sollte Pfaff nicht wiedergewählt werden, sieht er seine Zukunft nicht im Kreis Freudenstadt, den Kreisen Calw oder Rottweil. „Keiner im Kreis wird sich einen ehemaligen Bürgermeister ins Rathaus holen“, ist er überzeugt. Da er in keiner anderen Kommune Bürgermeister sein möchte, komme für ihn lediglich eine andere Tätigkeit infrage. Doch daran wolle er nicht denken, sagt er voller Zuversicht, dass ihn die Alpirsbacher wiederwählen.