Die Wagnerei ist noch auf Pächter-Suche. Foto: Mareike Kratt

Der alte Pachtvertrag der Wagnerei mit Gastronom Heiko Plazek ist im Dezember abgelaufen, seit Januar sei man seitens der Wohnbaugesellschaft (wbg) Villingen-Schwenningen „kräftig“ an der Nachfolger-Suche, auch im Internet. Doch wie erfolgreich zeigt sich diese?

Zum Jahresende 2023 hat die Wagnerei ihre Türen geschlossen.

 

Der bisherige Pächter, Heiko Plazek, hat aus Gründen „privater Natur“ das Restaurant aufgegeben. Der Koch, sein Vater, sei zu alt für seine Tätigkeit geworden. „Ein Stress, wie es ihn in einer Restaurantküche gibt, ist für ihn nicht mehr zumutbar“, hat Plazek damals im Gespräch mit der Redaktion gesagt.

Einen neuen Koch konnte man nicht finden – also muss nun ein neuer Pächter für die ganze Wagnerei gefunden werden. Und die Suche laufe bereits auch auf Hochtouren, wie Rainer Müldner von der wbg VS berichtet – nur sei der Richtige noch nicht mit dabei gewesen.

Ambitionierter Gastronom wird gesucht

Kräftig die Werbetrommel für die Wagnerei gerührt wird aber. Als „top ausgestattetes Restaurant zum sofortigen Start zum Bestpreis“ ist das Restaurant auf einem gängigen Immobilien-Portal im Internet ausgeschrieben. Gesucht werde ein „ambitionierter Gastronom mit hochwertiger Küche“, wie aus der Anzeige weiter hervorgeht.

Die „wunderschöne Wagnerei“, wie Müldner sie betitelt, suche seit Januar nach einem neuen Gastronom. „Wir sind kräftig dabei“, erklärt Müldner im Gespräch, doch setze man auf „Qualität statt Geschwindigkeit“. Einige Bewerber habe man schon gehabt, überzeugen konnte jedoch noch niemand.

Es brauche spannende Ideen

Einiger der Interessenten haben aus der Wagnerei eine Pizzeria machen wollen, „doch das ist nicht das, was wir wollen“, so der wbg-Chef. Auch seien die Bewerber etwa an „mangelnder Erfahrung, Ausbildung und Qualifikationen“ gescheitert, „wir legen auch Wert auf Erfahrung im wirtschaftlichen Bereich“, so Müldner.

Konkret schwebe ihm ein „innovatives Gastro-Konzept“ vor, etwa mit „gut bürgerlicher Qualitätsküche“. „Wir brauchen spannende Ideen“, wirbt Müldner. Interessenten seien dabei bei der Wagnerei gut aufgestellt: „Wir sind zuversichtlich, jemand passenden zu finden. Bei uns gibt es einen sehr leichten Einstieg in die Gastro-Branche, das Interieur ist da, die Küche ist da, die Wagnerei ist brauereifrei, und mit uns gibt es einen leichten Pachteinstieg.“

Will man einen Michelin-Stern?

Ob der wbg-Chef bei der Vorstellung des „innovativen Gastro-Konzepts“ etwa auf einen Michelin-Stern hinstrebt? „Auf keinen Fall“, schmunzelt er und weiter: „Was das angeht, ist man im Schwarzwald-Baar-Kreis bereits gut aufgestellt. Die Leute sollen ja noch Geld verdienen und ganz wichtig: Wir wollen etwas Nachhaltiges, uns bringt es nichts, wenn der neue Pächter in zwei Jahren schon wieder weg ist.“

Ob die zurückliegenden Krisen die Bewerber-Suche erschweren, kann Müldner nicht sagen, sagt aber: „Den letzten Pächter haben wir durch die Krisen gut unterstützt.“