Ralf Pfeifle von der IHG übergibt der Gastrednerin Marina Koederitz ein Geschenk. Foto: Steinmetz

Die Digitalisierung und Transformation in eine Kreislaufwirtschaft sind für Martina Koederitz, die beim Neujahrsempfang den Gastvortrag hielt, die großen Aufgaben der Zukunft für die Unternehmen.

Martina Koederitz, Jahrgang 1964, hat noch auf der Schreibmaschine getippt. Die 1980er-Jahre seien nicht gerade von Aufbruchstimmung geprägt gewesen, erzählte sie. Bei IBM habe sie dann als Führungskraft viele Jahre lang die technologischen Veränderungen mitbegleitet. Aus diesen Erfahrungen heraus weiß sie, wie wichtig es ist, Trends zu erkennen und wie nachteilig es sein kann, sie zu ignorieren.

 

Das gilt besonders für Technologien, die nun mit der Künstlichen Intelligenz eine neue Entwicklungsstufe erreichen und – daran ließ die Referentin keinen Zweifel – mit der sich die Unternehmen auseinandersetzen müssen. Die KI sieht sie dabei, trotz mancher Risiken, als das „nützlichste Werkzeug, das die Menschheit je geschaffen hat.“ Und dies in einer globalisierten Welt, die gerade in eine neue Phase tritt, in der man lernen müsse, „mit einem bescheideneren Wachstum zu wirtschaften“.

Entscheidend ist für sie bei diesem Prozess zum einen die Digitalisierung und zum anderen der Umbau in eine Kreislaufwirtschaft, um die CO2-Ziele zu erreichen. Hier könne die KI eingesetzt werden, und damit sollte man auch schnell anfangen. „Es wird eine Reise sein. Wir entscheiden, ob wir hier einsteigen“, rief sie dazu auf, heute die Weichen für die Zukunft zu stellen.

Den Leistungsgedanken beleben

Ohne eine Unternehmenskultur wird es nicht gehen, diese werde sich jedoch verändern. Transformation werde indes ohne Teamgeist, Weltoffenheit oder Integration nicht gelingen. Dabei stelle sich auch die Frage, wie man mit der Künstlichen Intelligenz umgehe: „Welchen Nutzen will ich für das Unternehmen und die Kunden generieren?“

Martina Koederitz sprach sich in dem Zusammenhang dafür aus, den Leistungsgedanken zu beleben, den Spaß am Wettbewerb zu erzeugen und hierbei die Stärken und Erfahrungen der Mitarbeiter mit einzubeziehen. Angefangen von den „Babyboomern“ könnten in einem Unternehmen drei Generationen von einander lernen. In vielen Firmen werde die Kreativität der Mitarbeiter noch nicht optimal ausgeschöpft. Sie fühlten sich wertgeschätzt, wenn man ihnen zuhöre.

Partnerschaften eingehen

Noch ein anderer Aspekt ist in dem Transformationsprozess wichtig: Auch wenn sich mancher Unternehmer schwer damit tue, sei es nun an der Zeit, Partnerschaften einzugehen.

Aus eigener Kraft können nicht alles mehr gestemmt werden. In diesem Punkt werde die KI ebenfalls eine „gigantische Rolle spielen“. Sie biete völlig neue Möglichkeiten in der Produktforschung und Prozessvereinfachung. Aus Datenschutzgründen sollten jedenfalls Innovationen nicht verhindert werden.