Börsenhändlerin in Frankfurt – US-Zinsentscheidung im Fokus Foto: AFP/Daniel Roland

Unsere Experten blicken auf die kommende Woche. Nach der EZB könnte die Fed die Kurse weiter steigen lassen, schreibt Finanzreporter Hannes Breustedt.

Die Aussicht auf ein Ende der Zinserhöhungen im Euroraum hat die Stimmung an den Finanzmärkten wieder gehoben. Nach der Europäischen Zentralbank (EZB) ist jetzt die US-Notenbank Fed am Zug. Macht sie den Weg frei für eine Jahresendrallye?

 

Mit der Zinsentscheidung der Fed am Mittwoch ist ein klares Top-Event der Börsenwoche gesetzt. Die Währungshüter signalisierten bereits eine Zinspause. „Die Aktienmärkte dürften davon profitieren, dass die US-Notenbank wahrscheinlich ihren Leitzins nicht weiter anheben wird“, meint Analyst Andreas Hürkamp von der Commerzbank.

Kampf gegen Inflation in den USA erfolgreicher als im Euroraum

Spannend dürften vor allem Hinweise sein, ob die USA am Zinsgipfel angekommen sind. „Tatsächlich gehen wir davon aus, dass es zu keiner weiteren Straffung kommen wird“, heißt es im Ausblick der Dekabank. Beim Kampf gegen die Inflation ist die Fed auch schon deutlich weiter vorangekommen als die EZB.

Auch die Experten der Helaba machen Anlegern in ihrer Wochenvorschau Mut. Die Chancen, dass Aktien gegen Jahresende noch einmal kräftig zulegen, stünden nicht schlecht. Das gelte besonders für den Dax: „Das aus fundamentaler Sicht stärkste Argument für deutsche Aktien ist die ausgesprochen moderate Bewertung.“

Rezession erwartet: Commerzbank rät von europäischen Aktien ab

Doch es gibt auch Hindernisse. So werden die Einkaufsmanagerindizes in der Eurozone am Freitag wohl einmal mehr das trostlose Bild der Wirtschaft im Währungsraum bestätigen. Die Daten dürften zeigen, dass die Konjunktur immer stärker unter den hohen Leitzinsen leidet, prophezeit Commerzbank-Stratege Hürkamp. Er rechnet mit Gegenwind an den Börsen. „Die von uns erwartete Rezession sollte am europäischen Aktienmarkt in den kommenden Quartalen negative Gewinnrevisionen auslösen, sodass wir derzeit Investoren empfehlen, europäische Aktien unterzugewichten.“