Der aus Nagold stammende Singer-Songwriter und angehende Musical-Star Luka "Maksim" Klais. Foto: Klais

"Eines habe ich immer über mich gewusst – dass ich auf die Bühne wollte!" Und genau dort hat Luka "Maksim" Klais bereits seine ersten, eindrucksvollen Erfahrungen sammeln können. Als Musical-Interpret. Als Singer-Songwriter. Als Tänzer. Auch ab und an als Model. Mit wachsendem Erfolg.

Nagold/Mötzingen - Karriere machen in Zeiten der Pandemie? Ausgerechnet als Künstler? Dem aus Nagold stammenden Luka Klais gelingt genau dieses Kunststück. In einem Tempo, das ihn irgendwie selbst am meisten zu überraschen scheint. Im Augenblick ist der 22-Jährige Student der "Stage School Hamburg", Deutschlands bekanntester Bühnenfachschule. Kader-Schmiede für die größten und bekanntesten Musical-Produktionen überhaupt. In der nach New York und London mittlerweile drittgrößten Musicalstadt der Welt.

 

Er lässt sich nicht beirren

Erst Anfang des Jahres – mitten im Lockdown – ist Luka dafür von Mötzingen, wo seine Familie lebt, an die Elbe umgezogen. Geboren wurde Luka in Calw, die meiste Zeit seiner Jugend hat er in Iselshausen verbracht, dort die Grundschule, später in Nagold das OHG besucht. Was ihn schon in der Schule ausschließlich interessiert hat: "Musik!" Angefangen mit dem Blockflöten-Unterricht als Erstklässler, später als Trompeten-Schüler ("Hab ich bis zum Abi gemacht"), Chorsänger, Big-Band-Instrumentalist, Mitglied des Vokalensembles. "Ich hab da alles mitgenommen, was ging" - musikalisch gesehen. Alle anderen Fächer? "Die Musik war mir wichtiger als der übrige Unterricht" - sehr zum Ärger der Eltern. Aber in seiner Leidenschaft, seiner Passion ließ er sich nie beirren.

Tipp aus der Familie

"Eigentlich habe ich nach der Schule an die Pop-Akademie nach Mannheim gehen wollen", sagt Luka Klais. Aber genau da wollte man ihn nicht. Zum Glück. So führte der Weg über Tübingen (ein Semester Rhetorik und – natürlich – Musik) und über die dortige "Musical-Academy" ging es direkt in die Aufnahme-Prüfung der "Stage School" in Hamburg. Der richtige Tipp kam aus der Familie. Die Luka heute nach allen Kräften unterstützt auf seinem Weg. Auch bei "der nicht leichten Entscheidung" von Schwaben in den hohen Norden zu wechseln. Was geholfen hat: Nach dem Abi 2018 und einem Job bei Daimler, ist Luka mit einem Kumpel ein paar Monate durch Neuseeland gezogen, "die Welt sehen". Den Horizont erweitern – noch rechtzeitig vor Corona. "Heute bin ich extrem froh, dass ich das noch gemacht habe."

Die "schönste Stadt der Welt"

So ist auch Hamburg heute eher ein offensiv genossenes Abenteuer - in der "schönsten Stadt der Welt!", schwärmt der Nordschwarzwälder. Nach Nagold natürlich. Was für Luka auch gleich mit einem richtig großen Engagement begann: Die Rolle des Chuck Cranston im Musical "Footloose", das diesen Sommer am "First Stage Theater" – natürlich in Hamburg – Premiere hatte. "Selbstverständlich ist das nicht, dass man schon im ersten Jahr an der Stage School so ein Engagement ergattert", erklärt Luka. Der seine Rolle so beschreibt: "Zu dritt waren wir in etwa wie die Hyänen in ›König der Löwen‹" - wild, verwegen, gewalttätig. So ganz anders als Luka eigentlich ist – der beispielsweise als Singer-Songwriter für sehr gefühlvolle, sehr ruhige und emotionale Songs steht. "Aber man lernt natürlich sehr viel in so einer Rolle, in der man mal ganz anders sein muss."

Zum Teil zwei Vorstellungen an einem Tag

Wie in so einer hochprofessionellen Produktion überhaupt: Jeden Tag Vorstellungen, teilweise sogar zwei an einem Tag. "Eine sehr intensive Zeit", in der man als Ensemble-Mitglied "abliefern muss, auch wenn du einen schlechten Tag hast!" Das sei wirklich anstrengend, "richtig schwere Arbeit". Aber auch ein Rausch der Bestätigung, "auf den richtigen Weg zu sein". Inklusive erster positiver Kritiken im Feuilleton. Bis ein Corona-Fall in der Truppe dem Traum ein Ende setzte. Corona-Quarantäne, auch für Luka. Dessen erste professionelle Musical-Erfahrungen - "als bekiffter Banker, so ein Wallstreet-Fuzzy" im Stück "The Wedding Singer" - noch bei der "Musical-Academy" in Tübingen ebenfalls wegen Corona komplett ohne Aufführung, sogar ohne Premiere blieb. Aber bei den Proben dort habe er trotzdem bereits viel gelernt, das ihm jetzt hier in Hamburg zu Gute komme.

Ein Multitalent

Wobei Multi-Talent Luka Klais eh nicht der Typ für Untätigkeit ist, auch nicht in einem Lockdown oder in Quarantäne: dann wird er kurzerhand zu "Maksim", so sein Künstlername als "Deutsch-Pop-Interpret". Seine erste Single ("Wach"; Label: Favorite Boy Entertainment; verfügbar auf allen Streaming-Plattformen) ist frisch erschienen – aber auch schon vorher hat "Maksim" mit eigenen und Cover-Songs, oft gemeinsam mit Duett-Partnerin Aileen Hofmann, auf seinem Youtube-Kanal oder via "TikTok" für Furore gesorgt. Eines der so (während der Pandemie) veröffentlichen Videos – Memories – wurde beispielsweise in Südkorea von einer dort sehr bekannten Video-Plattform übernommen und über 400 000-mal angeklickt. "Das ging da echt durch die Decke!" Eine tolle Bestätigung, dass Luka auch als Musiker und Sänger den richtigen Ton trifft. Und Ansporn, "dass da vielleicht künftig auch noch mehr geht!"

Freude auf die Weihnachtszeit

Vielleicht tatsächlich eine internationale Karriere? Luka, der bisher jeden Schritt, jede Entwicklung auf seinem Weg offenbar als Geschenk erlebt hat, das ihn vor allem "unfassbar geflasht" habe, kann sich das im Moment nicht so richtig vorstellen. Der Broadway, das Londoner Westend. "Das wäre der Wahnsinn, sicher!" Aber eigentlich sehe er sich heute eher im deutschsprachigen Raum, wo er auch als deutscher Singer-Songwriter seinen Erfolg suche. Bodenständig, nennt man das wohl. Weshalb er sich ganz aktuell auch auf die bevorstehende Weihnachts-Zeit "irrsinnig" freue – nach dem Power-Jahr ›on Stage‹ drei echte Wochen Ferien in der Heimat. Bei Familie, Freunden. Und mit einem Auftritt vermutlich am Freitag, 17. Dezember am Rande der Eisbahn auf dem Longwy-Platz. Im ersten Part tritt er gemeinsam mit Elen Schneider und Magdalena Kiraly auf. Danach folgt ein Auftritt mit Aileen Hofmann. Vor zwei Jahren sorgten die beiden hier schon einmal für echte Furore im Live-Rahmenprogramm bei "Santa on Ice" mit ihren gemeinsamen Songs. Wo sich dann wohl auch diesmal jeder davon überzeugen kann: Luka Klais ist einfach für die Bühne geboren.