Matze Krötz (rechts) mit seinen Freunden auf dem matschigen Festivalgelände Foto: Matze Krötz

Schlammiger Boden hält Metalheads nicht vom Feiern in Wacken ab. Unter ihnen ist auch Matze Krötz aus Alpirsbach.

Matze Krötz reiste mit seinem ausgebauten Volkswagen T5 quer durch Deutschland, rund 850 Kilometer von Alpirsbach nach Wacken, um Bands wie „Iron Maiden“, „Beartooth“ und „While She Sleeps“ live auf einer der acht Wacken Open Air-Bühnen zu sehen, zu hören, zu erleben. Er gehört zu den Glücklichen, die es noch rechtzeitig vor dem Einlassstopp auf das Festivalgelände geschafft haben.

 

„Angereist sind wir am Dienstagabend“, erzählt er im Whatsapp-Interview, da es zum Telefonieren auf dem Gelände schlichtweg zu laut ist. „Also eigentlich kurz bevor der Einlassstopp verhängt wurde. Aber wer da war, durfte auch aufs Gelände“, schildert er die Erlebnisse. Und: „Es werden auch jetzt noch immer wieder Leute auf den Platz gezogen.“

Gummistiefel eingepackt

Grund für den Einlassstopp waren die Regenmassen, die den Boden aufgeweicht und das Festivalgelände in ein riesiges Schlammfeld verwandelt hatten. Definitiv im Vorteil sei, wer vorsorglich Regencape und Gummistiefel eingepackt hat. „Manche laufen mit Sneakern rum“, so Krötz. Das sei aber die Ausnahme.

Den Veranstalter nimmt der Alpirsbacher als äußerst bemüht wahr, damit in Wacken alles reibungslos vonstatten geht – so gut wie es eben geht. „Heute früh haben sie zum Beispiel mit Baggern den Schlamm vor den Bühnen beseitigt“, schreibt Matze Krötz.

Die Metalheads im Schlamm Foto: Matze Krötz

Es ist sein erster Wacken-Besuch. Vor rund zwei Wochen kam er noch zu einer Eintrittskarte für das beliebte mehrtägige Metal-Festival in Schleswig-Holstein. „Eine Freundin hatte eine übrig“, erklärt er. Krötz ist aber bei weitem kein Festival-Neuling. „Ich hab schon zahlreiche andere Festivals mitgemacht.“ Ein paar Mal war er bei Rock am Ring, die letzten elf Jahre auf dem Southside und auch das Wolfweez bei Rottweil kann Krötz wärmstens empfehlen – „das ist klein, aber richtig schön.“

Jedenfalls weiß der Alpirsbacher, worauf es ankommt: Regenausrüstung und ausreichend Bier – allerdings kein Alpirsbacher Klosterbräu, denn „das gibt’s leider nicht in Dosen“. Alles andere komme von allein. Aber zelten tue er sich nicht mehr an, so Krötz. Vermutlich eine gute Entscheidung in Anbetracht des schlammigen Bodens.

Kein weiterer Regen in Sicht

Aus seiner Gruppe ist er der einzige aus Alpirsbach, doch dass Wacken im doppelten Sinne des Wortes ein Dorf ist – es hat rund 2000 Einwohner –, hat Krötz erlebt, als er am Mittwoch rein zufällig Bekannte aus Alpirsbach vor den Bühnen getroffen hat. Klein ist die Welt.

Mit Traktoren werden die Festivalbesucher auf das Gelände gezogen. Foto: Matze Krötz

Die Festivalgänger seien alle trotz des Wetters gut drauf und machten Stimmung. „Wenn man erst mal hier ist, dann ist das Wetter auch egal.“ Seit Donnerstagmorgen habe sich die Situation zudem entspannt. „Die Sonne scheint und es ist auch vorerst kein weiterer Regen in Sicht.“

Krötz jedenfalls bereut es nicht, den weiten Weg von Alpirsbach nach Wacken auf sich genommen zu haben. Er will wiederkommen. Ob gleich nächstes Jahr? „Das muss ich mal schauen.“ Das Festival liegt schließlich nicht um die Ecke. Am Sonntag reist er ab. Dann geht’s für den Qualitätstechniker aber nicht direkt zurück in die Heimat, sondern weiter in den Urlaub nach Dänemark. Das biete sich an.