120 Mitwirkende konnten beim Herbstkonzert des Musikvereins Lyra Wittershausen beklatscht werden – darunter gleich drei Dirigenten.
Ein abwechslungsreiches Jahreskonzert mit etwa 120 Mitwirkenden, drei Dirigenten und vielfältigen Musikstilen erlebten die begeisterten Zuhörer beim Musikverein Lyra Wittershausen in der voll besetzten Turn- und Festhalle. Als Konzertpartner hatte der Gastgeber neben der Jugendkapelle die Chorgemeinschaft „Bo-Wi“ eingeladen, die mit drei Formationen auftrat.
Die „Jungphoniker“ der Musikvereine Wittershausen, Bergfelden und Sigmarswangen haben nach den Sommerferien Neuzugänge aus Vöhringen erhalten und eröffneten den Abend unter der Leitung von Angela Schäuble mit dem Stück „Enjoy the Moment“.
2018 war der Chor schon einmal dabei
Mit Musik aus der Filmreihe „Fluch der Karibik“ sowie „Harry has to hurry“ im Kampf gegen den Wecker und die tickende Uhr stellte der Nachwuchs sein Können unter Beweis. Verdienter Lohn war die Zugabe in Form einer Polka.
Freude am mehrstimmigen Chorgesang in vielen Facetten vermittelten die „Bo-Wis“ unter der Leitung von Theresia Buob mit Alfred Gemsa am Klavier. Laut Annette Breil existiert der „Bo-Wi“-Stammchor aus Boll und Wittershausen seit 23 Jahren und war zuletzt 2018 als Konzertpartner der „Lyra“ aufgetreten.
Auf Lindenbergs Spuren
Auf die Lobpreisung „Alle Dinge dieser Welt“ von John Rutter folgten die „Freunde der Berge“ von den Klostertalern und der Abba-Hit „Thank you for the music“. Danach eroberten die stimmsicheren Damen von „Ju-Bo-Wi“ die Bühne. Sie verwoben „All I ask of you“ aus dem Musical „Phantom der Oper“ mit „D‘Heimat rüeft“ zu einer Liebesgeschichte und animierten das Publikum beim „Ehrenwort“ der Fäschtbänkler zum Klatschen und Mitsingen. Der „Bo-Wi-Mix“, in seinen Reihen auch singbegeisterte Lyra-Musiker, wandelte auf Spuren von Heinz Rudolf Kunze und Udo Lindenberg.
Der „Lyra“-Vorsitzende Patrick Dieringer stimmte während einer fanfarenartigen Ouvertüre auf den dritten Teil ein, mit dem der Musikverein unter Jerzy Cielecki die Zuhörer faszinierte. Nach groovigem Funk und Soul von „Earth, Wind & Fire“ leitete Moderatorin Nicole Brommer mit einem Musikquiz über zum Medley „Hollywood Milestones“, das höchsten Hörgenuss beim Streifzug durch 25 Jahre Film- geschichte garantierte.
Mit Dampflok und in Goldgräberstimmung
Mit der rhythmisch äußerst anspruchsvollen Jazz-Fusion-Komposition „Spain“ spornte der temperamentvolle Cielecki das motivierte Orchester zu Höchstleistungen an. Rhythmisches Klatschen und das gefühlvolle Saxofon-Solo von Thomas Heizmann setzten beeindruckende Akzente. Auf die lange abenteuerliche Zugfahrt durch „Oregon“ im Nordwesten von Amerika inklusive Dampflok und Goldgräberstimmung reagierte das Publikum mit tosendem Beifall.
Die Zugabe wurde effektvoll in Szene gesetzt. Alle „Bo-Wis“ zogen bei „1492 – The Conquest of Paradise“ mit Kerzen zu den monumentalen Klängen der Musiker durch den Mittelgang zur Bühne. Die Textzeile „Was für ein Glück, das mich umgibt, ist Musik“ im vorletzten Stück fasste die Gefühle über das gelungene Konzert in treffliche Worte. Nach einem Schunkelwalzer ging man zum geselligen Teil über.