Das Freilichtmuseum Vogtsbauernhof startet am Sonntag in die neue Saison. Im Mittelpunkt steht die Feier des 60-jährigen Bestehens des ältesten und besucherstärksten Institution dieser Art im Land – auf Besucher wartet ein buntes Programm.
Geschäftsführerin Margit Langer sprach bei einem Pressetermin am Freitag von einer „beeindruckenden Erfolgsgeschichte“, die das Museum in den vergangenen 60 Jahren geschrieben habe. „Wir hatten bis heute über 18 Millionen Besucher“, bezifferte sie.
Das Jahresprogramm stelle die historischen Häuser in den Fokus, jeden Monat werden eines oder mehrere durch Sonder- und Familienführungen sowie einem Veranstaltungshöhepunkt am Monatsende besonders herausgestellt.
Außerdem wurde im Hermann-Schilli-Haus eine Sonder-Ausstellung zur Museumsgeschichte eingerichtet, und im Juni wird ein entsprechender Bildband veröffentlicht.
Ortenauer Bürgerfest findet im Freilichtmuseum statt
Das Festwochenende wird am 29. und 30. Juni mit dem großen Ortenauer Bürgerfest am Samstag sowie dem eigentlichen Geburtstags-Fest am Sonntag groß gefeiert. Zum Bürgerfest lädt Landrat Frank Scherer um 16 Uhr ins Museum ein, an diesem Tag ist der Eintritt frei.
Es wird Aufführungen des Museums-Teams sowie des Eurodistrikt-Theaters Baal geben, den musikalischen Rahmen bietet die Kapelle des Landratsamts. Abends gibt es ein Open-Air-Konzert beim Falkenhof.
Beim Geburtstagsfest am Sonntag wird ein buntes Programm im Festzelt geboten. Verschiedene Musikformationen werden für Unterhaltung sorgen. Es stehen Führungen in historischer Kleidung, Familien-Führungen, Handwerkerpräsentationen und Mitmachaktionen auf dem Programm. Der Eintritt kostet an diesem Tag nur die Hälfte. Und am Montag, 1. Juli, richtet die Schwarzwald-Tourismus-Gesellschaft ihren Jahrestag mit etwa 400 Teilnehmern im Vogtsbauernhof aus.
Als wissenschaftlicher Leiter des Museums erläuterte Thomas Hafen am Freitag die Verwendung der Ochsenschädel-Abbildung auf dem neuen Jahresprogramm. Nach dem Bau eines Hofes sei früher das stärkste Tier geschlachtet und zum Schutz und Segen der Menschen unters Dach gehängt worden. Anlässlich des 60. Geburtstags sei jetzt allen Häusern ein neuer Segen mit auf den Weg gegeben worden. „Aber es ist viel Aberglauben dabei“, so Hafen augenzwinkernd.
Der Hippenseppenhof ist das älteste Gebäude
Der Hippenseppenhof werde als ältester Hof des eigentlichen Museums als erstes in den Mittelpunkt gestellt. Das Programm werde fast ausschließlich mit museumseigenen Mitarbeitern gestaltet, Berthold Breithaupt sei der einzige externe Referent. Er hatte vor 60 Jahren als junger Zimmerer zusammen mit dem Team um Museumsgründer Hermann Schilli den Hippenseppenhof an seiner ursprünglichen Stelle abgebaut und dann im Museum wieder mit aufgebaut.
Später arbeitete er viele Jahre als technischer Leiter des Museums. Mit dem Saison-Start am Sonntag, 24. März, beginnt auch gleichzeitig das Osterferienprogramm, bis zum 7. April gibt es ein täglich wechselndes Mitmach-Programm.
Auch Abend-Veranstaltungen in Winzerstube sind im laufenden Jahr vorgesehen: So gibt es am Donnerstag, 2. Mai, ab 19 Uhr einen Abend unter dem Titel: „Bier-Sommelier und Bürgermeister“, den Philipp Ketterer zusammen mit Gutachs Bürgermeister Siegfried Eckert gestalten wird. Zur „Wein-Lese“ wird am Freitag, 26. Juli, ab 20 Uhr eingeladen. Und der kulinarische Vortrag „Badischer Wein“ wird am Donnerstag, 22. August, ab 19 Uhr stattfinden.
Auf sieben Hektar
Mit rund 220 000 Besuchern pro Saison ist der Vogtsbauernhof eines der besucherstärksten Freilichtmuseen Deutschlands und ein beliebtes Ausflugsziel im Schwarzwald. Auf rund sieben Hektar Gelände will das kreiseigene Museum die ländliche Kulturgeschichte des gesamten Schwarzwalds erlebbar machen. Es ist laut eigener Aussage das einzige Freilichtmuseum im Land mit diesem Ansatz.