Die Bilder der Collage stammen aus den privaten Sammlungen fußballverrückter Villingendorfer und waren ein Hingucker von mehreren bei der Bewerbung für die DFB-"Ehrenrunde". Foto: Müller

SV Villingendorf bewirbt sich bei "Ehrenrude des DFB" - und gewinnt. Außerplanmäßiges Dorffest am 14. Juni.

Villingendorf - Der WM-Pokal kommt nach Villingendorf. Das Organisationsteam um Werner Schaumann ist erst einmal sprachlos gewesen, als die Nachricht den Sportverein erreicht hat. Dann haben sie darauf angestoßen. Anders Bürgermeister Karl-Heinz Bucher. Er war sofort begeistert: "Wow! Fan­tastisch!" Am Sonntag, 14. Juni, ist Ramba-Zamba in der Ortsmitte angesagt. Quasi ein außerplanmäßiges Dorffest.

Die Bewerbung des SV Villingendorf bei der "Ehrenrunde" des DFB – damit will der Deutsche Fußball-Bund den Pokal im Land präsentieren, den die Fußball-Nationalmannschaft am 13. Juli bei der Weltmei­sterschaft in Brasilien gewonnen hat (wir haben berichtet) – war von Erfolg gekrönt. Stolze 797 Vereine gaben Unterlagen in der Zentrale in Frankfurt ab. 63 erhalten den Zuschlag. Bereits bei den er­sten 16 ist der SV Villingendorf dabei. Als Nummer 14. Als einer von lediglich vier im Gebiet des Württembergischen Fußballverbands. FC Wangen, RSV Ermingen (Ulm) und Neckars-ulmer Sport-Union heißen die anderen Glücklichen.

In Villingendorf geht die Arbeit jetzt richtig los. Es gilt, innerhalb von 47 Tagen das gigantische Fanfest zu organisieren. Anfang Mai erfolgt die Abstimmung mit dem Verband. Dann werden Details festgelegt. Größtes Faustpfand ist das Engagement des Sportvereins und der Vereinsgemeinschaft in Villingendorf. Wie es auch in der aussagekräftigen Bewerbung zum Ausdruck kam. Der XXL-Kicker ist bereits reserviert, sagt Sebastian Müller vom Organisationsteam. "Der Zuschlag ist eine Anerkennung des Orga-Teams", fasst Bucher zusammen. Doch wie beim Triumph der Fußball-Nationalmannschaft haben auch hier viele Mosaiksteine zur erfolgreichen Bewerbung beigetragen, ist sich der Schultes sicher, der den Sportverein, die Bemühungen um die Integration ausländischer Mitarbeiter, die Vereinsgemeinschaft, das Fahnenmeer und die Koch-WM der Villingendorfer Schule als Beispiele erwähnt.

Selbstverständlich werde die Gemeinde "mit unseren Möglichkeiten" das Fest der Kulturen, das Fanfest unterstützen, verspricht Karl-Heinz Bucher. Schwerpunkt an diesem Tag im Juni soll ein inte­gratives "Human Table Soccer Turnier" sein; jede Mannschaft besteht aus einem Mi­granten, Menschen mit Handicap, einer Frau, einem Kind und einem deutschen Staatsbürger. Das Organisationsteam lädt Kinder und Jugendliche mit Sinnes- und Mehrfachbehinderungen von der Stiftung St. Franziskus aus Heiligenbronn sowie Kinder und Jugendliche mit Entwicklungsbehinderung von der Gustav-Werner-Schule in Rottweil ein.

Und dann ist ja noch die Sache für exakt 2014 Fans, von denen je ein Foto mit dem WM-Pokal gemacht wird. Neben den Gesetzten aus den drei Schulen und dem Sportverein will sich das Organisationsteam Gedanken machen, wer außerdem den Zuschlag – möglicherweise gegen eine Spende oder per Los – erhält. Schwer scheint der WM-Pokal ja nicht zu sein zum In-die Höhe-stemmen, ist sich der Bürgermeister sicher. Aber leicht ist es ebenfalls nicht, einer der Auserwählten zu werden.