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Villingen-Schwenningen Wie das Wasser in die Häuser kam

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Museumsleiterin Anita Auer und SVS-Geschäftsführer Ulrich Köngeter eröffnen die Ausstellung "Wasser ist Leben", die bis 14. Juni im Franziskanermuseum zu sehen ist. Foto: Heinig Foto: Schwarzwälder Bote

"Wasser ist Leben" – unter diesem Titel ist derzeit und noch bis Mitte Juni im Villinger Franziskanermuseum eine Ausstellung der Stadtwerke VS (SVS) zu sehen, die sich mit 125 Jahren Druckwasserversorgung beschäftigt.

VS-Villingen. Im Verbindungsgang vom Café zur Schwarzwaldsammlung, den das Museum für das Thema "Mensch, Arbeit, Technik" nutzt, erzählen drei Stellwände und zwei Medienstationen die Geschichte der Wasserversorgung Villingens und Schwenningens.

Zum Ende des 19. Jahrhunderts wurde Wasser – vor allem durch die einsetzende Industrialisierung – immer stärker nachgefragt, und die Menschen waren es zudem Leid, das lebenswichtige Gut aus dem Wieselsbachtal in ­Villingen und den Keckquellen in Schwenningen in Eimern aus den Brunnen zu holen, aus denen gleichzeitig das Vieh soff. Nach den Plänen des Ingenieurs und Erbauers der Schwarzwälder Eisenbahn, Robert Gerwig, wurden vor 125 Jahren schließlich die ersten Versorgungsleitungen bis in die Haushalte gelegt, durch die das Wasser mit Druck auch in oberen Stockwerken ankam. Spannend ist es zu lesen, dass der Wasserbedarf nach Inbetriebnahme explodierte und den enormen Bedarf erst die Fernleitung zum Bodensee deckte. 1954 gründete sich der Zweckverband Bodenseewasserversorgung.

Das weiche See- und das harte Quellwasser ergibt bis heute eine "Komfortmischung", wie es SVS-Geschäftsführer Ulrich Köngeter ausdrückt. Dass Wasser nicht nur zum Trinken, sondern auch für eine Badekultur notwendig ist, schlug sich schon 1883 mit dem Bau des städtischen Freibades in der Waldstraße (heute Polizei) und 1926 dem Freibad Schwenningen (heute Neckarbad) nieder. 1934 entstand das Kneippbad. Auch davon berichtet die Ausstellung.

Während die Menschen vor 125 Jahren noch mit 20 Litern pro Kopf und Tag auskommen mussten, steigerte sich der Pro-Kopf-Verbrauch bis in die 1950er-Jahre auf 250 Liter und hat sich inzwischen Dank wachsendem Umweltbewusstsein und wassersparenden Technologien auf 130 ­Liter eingependelt. "Wasser ist das am besten kontrollierte Lebensmittel", sagt Ulrich Köngeter und verweist auf ein Team von Mitarbeitern, das die Wasserqualität ständig im Blick hat und Messergebnisse stets an das Gesundheitsamt weiterleitet. Wie gut es direkt aus der Leitung – und am ­besten aus der hohlen Hand – schmeckt, davon kann man sich am Hochbehälter in der Hammerhalde selbst über­zeugen: In den Sommermonaten gibt dort ein Trinkwasserhahn auf den Knopfdruck von Radlern, Wanderern und ­Spaziergängern zwei Liter kühles Nass her.

Die Ausstellung "Wasser ist Leben" ist zu den Öffnungszeiten des Franziskanermuseums kostenfrei zu besichtigen und an sich selbsterklärend. Das Team des Franziskanermuseums hat sich anlässlich der Wanderausstellung, die auch noch in allen Ortschaften zu sehen sein wird, aber auch ein neues Kulturformat einfallen lassen. Unter dem Titel "Vier um vier" können sich an den nächsten Sonntagnachmittag um jeweils 16 Uhr vier Besucher einem Museumsführer anschließen, der Verbindungen knüpft zwischen der SVS-Ausstellung und Exponaten in der Dauerausstellung wie Keramikgefäße und Holzeimer, Deichselrohre oder das Modell eines Wasserrades, genannt "Schwanzhammer", aus dem 13. Jahrhundert.

Morgen, Sonntag, 24. Mai, führt Rudolf Reim durch die Ausstellung. Die ersten vier Besucher können daran teilnehmen. Für die nächsten Sonntage, 31. Mai, 7. und 14. Juni, bittet die Museumsleitung um Anmeldungen unter Telefon 07721/822351 oder per E-Mail an franziskanermuseum@villingen-schwenningen.de.

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