Stolz präsentieren die Teilnehmerinnen des Kurses, was sie in den vier Wochen alles gelernt haben. Foto: Tribukait Foto: Schwarzwälder-Bote

Mütter mit Migrationshintergrund erlernen vier Wochen lang Grundkenntnisse der Gastronomie / Stolz präsentieren sie das Ergebnis

Von Inanna Tribukeit

Schwarzwald-Baar-Kreis. Insgesamt zehn Frauen sind bei der Vorstellung des Projektes anwesend, alle in Berufskleidung und stolzem Lächeln.

Sie kommen aus Sri Lanka, Polen, der Türkei und Ländern der ehemaligen Sowjetunion und wohnen mit ihren Kindern in Deutschland. In vier Wochen haben sie, alle Mütter mit Migrationshintergrund, eine Grundqualifizierung in der Gastronomie erhalten. Integration, das funktioniert gut, wenn man die Landessprache spricht und Arbeit hat.

In Zusammenarbeit mit dem Vatter Bildungszentrum, der IHK und der Dehoga, sowie verschiedenen Jobcentern, der Hotelfachschule und der Diakonie wurde das Projekt "Stark im Beruf" auf die Beine gestellt. Gefördert wurde es vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales und dem europäischen Sozialfonds (ESF) finanziert.

Innerhalb von vier Wochen wurden den Teilnehmerinnen die Grundlagen eines Berufes in der Gastronomie nähergebracht. Ziel des Kurses ist es, den Frauen zu ermöglichen, in der Gastronomie beruflich Fuß zu fassen.

Alle Kooperationspartner und Unterstützer des Projektes waren sich einig: "Die Frauen haben während des Kurses nicht nur an Fähigkeiten gewonnen, sondern auch an Selbstbewusstsein, vor uns stehen nicht mehr die selben Frauen wie vor vier Wochen".

Michael Vatter vom "Vatter Bildungszentrum" war mit dem Verlauf des Kurses zufrieden. "Für uns war das Projekt ein Novum, aber ich kannschon sagen, dass es mir sehr imponiert, was die Frauen auf die Beine gestellt haben."

Auch den Frauen selber merkte man deutlich an, wie stolz sie darauf waren, ihre Kenntnisse im Rahmen des Kurses erweitert zu haben. So sagte zum Beispiel Natalja Weiß, welche ursprünglich aus der Sowjetunion stammt, aber in Kasachstan aufwuchs und nun seit 13 Jahren in Deutschland lebt: "Ich bin dankbar für den Kurs, die Lehrer waren sehr aufmerksa, und ich habe viel gelernt und mein Deutsch noch verbessern können. Ich hoffe, dass ich auch so in der Gastronomie arbeiten kann, auch wenn ich die Sprache noch nicht so gut spreche."

Die Gastronomie sei für die Frauen vor allem deshalb geeignet, weil es für die zum Teil alleinerziehenden Mütter im Gaststättengewerbe auch die Möglichkeit gebe, Beruf und Familie zu vereinen, zum Beispiel durch die Arbeit in Kantinen oder bei Frühstücksbuffets.

Wichtig sei vor allem der Draht zu den Menschen, so Thomas Stolz, technischer Lehrer der Frauen. "Wenn der Mensch passt, dann kommt man auch trotz Sprachproblemen ins Gespräch". Für die Gastronomie seien vor allem die vier "M" wichtig: "Menschen muss man mögen". Gerade der Spaß an der Arbeit sei wertvoll.

Auch der Küchenmeister Steffen Riedlinger, der die Frauen theoretisch und praktisch unterrichtet hatte, war voll des Lobes. Die Kursteilnehmerinnen seien, nicht zuletzt vermutlich auch weil sie Mütter sind, ordentlicher und hygienischer als so mancher Berufsschüler, bemerkte er anerkennend. Man merke auch, dass eigentlich nur die Sprache die Frauen vom Arbeitsmarkt trenne, denn ausgehend von ihren Fähigkeiten hätten sie alle eine reelle Chance auf dem Arbeitsmarkt.

Abgesehen davon stellen derartige Projekte, da waren sich die Vertreter der Kooperationspartner einig, gleichzeitig eine Chance dar, dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken.

Nachdem ihnen vier Wochen lang Grundkenntnisse vermittelt wurden, hoffen die Frauen jetzt auf Praktika, vor allem die jüngeren Teilnehmerinnen würden auch gerne eine Ausbildung anfangen.

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