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Villingen-Schwenningen Vom Brücken-Heiligen am Villinger Sägebach

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Einst stand der Nepomuk, ein Werk des Villinger Bildhauers und Lilienwirts Johann Schupp aus 1710, in der Niederen Straße. Foto: Bräun Foto: Schwarzwälder Bote

VS-Villingen. Die kleine Lokalkunde des Schwarzwälder Boten nimmt die Leser mit zu Gewannen, Orten und Plätzen in Villingen und erklärt, was es mit deren Namen eigentlich auf sich hat. Heute: die St.-Nepomuk-Straße.

Es waren die 50er- und frühen 60er-Jahre, als die Buben des Wohnquartiers Westbahnhof ihre Abenteuerlust zur Freizeit am Sägebach zwischen Säge Beha und Säge Storz auslebten. Stets stumm beobachtet vom Brücken-Heiligen Nepomuk an der Ecke Schillerstraße/Martin-Luther-Straße/Goethestraße. Dass nach dem Brückenheiligen am ortsbekannten Sägebach auch noch eine Straße benannt ist, war nicht immer so, denn sein Platz war ursprünglich die obere Niedere Straße, wo er ab 1711 die Bürger an die Wasser-Belagerung von 1634 durch die Schweden erinnern sollte. Den Auftrag hatte der Bildhauer und Lilie-Wirt Johann Schupp ohne Wissen des Rates der Stadt vom österreichischen Gesandten in der Schweiz, Graf Franz Ehrenreich von Trautmannsdorf, bekommen. Der Habsburger Gefolgsmann war ein glühender Verehrer des Heiligen, der den Villingern ein langlebiges Geschenk "für ihre wackere Haltung während der Belagerungen durch Villars und Tallard" im Jahre 1704 machen wollte.

Für die Nepomuk-Statue 1711 bedankte sich der Magistrat artig beim Gesandten, als diese schließlich nur 50 Schritt vom Marktplatz entfernt erstellt war. Nur wenige Jahre später begehrte im Januar 1726 ein Kippenheimer das örtliche Bürgerrecht: der gelernte Metzger und Kaufmannsdiener Hans-Georg Grechtler, der "des Bürgermeisters Ganser Jungfrau Tochter zu heiraten gedachte". Grechtler hatte unglaubliches Fortune in der Stadt, kaufte 1729 den Gasthof Blume, ließ dort Spielleut‘ zum Tanze auftreten, was ihm allerdings mehrfach eine Geldstrafe einbrachte. 1737 stiftete er mit seinem Partner, dem Handelsmann Gottlieb Schubart, 162 Gulden für einen Nepomuk-Altar, und als er auch noch Baron und k.u.k Reichs-Freiherr wurde, ließ er 1750 sogar eine Nepomuk-Kapelle vor dem Oberen Tor bauen. Dieser waren jedoch nur 60 Jahre Bestand beschieden, bis der sakrale Bau 1840 entweiht und abgebrochen und das Gelände zur Ziegelhütte wurde.

Bereits 1827 hatte man das Kaufhaus mitten auf der Oberen Straße abgerissen und auch die Nepomuk-Statue für unbestimmte Zeit versteckt. Bis 1833 der Müller Dominikus Kaiser die Statue vor seiner Langen-Mühle am Gewerbekanal, dem Sägebach, erneut errichten ließ. In die Stele ließ er ein politisch-konservatives Poem des Chorregenten der ersten Stadtmusik Fidelis "Fidel" Dürr einmeiseln.

Die St. Nepomuk-Statue wurde 1864, 1898, 1957, 1973 und schließlich 2009 erneuert und über Jahrzehnte behütet von den Besitzern der Langen Mühle, den Familien Beha.

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