Theo Leute, in Villingen ­geboren und aufge­wachsen, wurde 86 Jahre alt. Foto: Heinig Foto: Schwarzwälder Bote

Nachruf: Theo Leute stirbt im Alter von 86 Jahren / Vielfach engagiert

Im Alter von 86 Jahren ist Theo Leute verstorben. In Villingen war er nicht nur als Geschäftsmann, sondern auch als Hobby-Künstler und als Verfechter der Stolpersteine bekannt.

VS-Villingen (bn). Theo Leute ist tot. Kurz vor seinem 87. Geburtstag erwachte er nach einer Operation nicht mehr aus der Narkose. Er hinterlässt eine Ehefrau und zwei Söhne.

Vom Konstrukteur zum Geschäftsführer

In Villingen geboren und aufgewachsen, hatte Theo Leute 32 Jahre seines Lebens nicht hier verbracht. Nach dem Maschinenbaustudium in Karlsruhe zog es den einen von vier Söhnen des Bäckermeisters Wilhelm Leute in die Welt hinaus.

Dort entwickelte er sich vom Konstrukteur zum Ingenieur und technischen Geschäftsführer mehrerer Unternehmen. Im Jahr 2000 kehrte mit seiner aus Berlin stammenden Ehefrau Ingrid in die Heimat zurück.

Geträumt habe er immer von einer Karriere als Künstler, erzählte Leute an seinem 80. Geburtstag. Schon sein Vater liebte die Malerei, die in den 1950er-Jahren aber als "brotlose Kunst" verschrien war.

Also wurde Theo Leute ein erfolgreicher Diplom-Ingenieur. Nicht nur bei Steinel Normalien in Schwenningen hat er seine Erfahrungen aus dem "Exil" eingebracht.

Herausragendes leistete er – bereits 70-jährig – als es darum ging, die in 2003 ins Schlingern geratene ­Baugenossenschaft Villingen vor dem wirtschaftlichen Ruin zu retten. Beherzt ordnete Leute die ­Geschäfte, ersetzte den Aufsichtsrat und blieb an der ­Seite des von ihm rekrutierten neuen Geschäftsführers noch bis 2009 im Vorstand tätig.

Als 75-Jähriger trat er schließlich "endgültig in den Ruhestand" und widmete sich wieder der Malerei. Landschaften, besonders gerne aber Villinger Motive hatte er sich zum Thema gemacht und damit etliche Ausstellungen bestückt. Er war Schlaraffe und aktives Mitglied des Geschichts- und Heimatvereins.

Stolpersteine: Verlegung erlebt er nicht mehr

Ein weiteres Aufgabenfeld ergab sich im Herbst 2013, als der Gemeinderat zum zweiten Mal die Verlegung von "Stolpersteinen" ablehnte. Theo Leute engagierte sich, nahm an den Mahnwachen teil, saß am Runden Tisch und war Mitbegründer von "Pro Stolpersteine VS". Dort war er bis zuletzt Vorstandsmitglied. Der Vorsitzende des Vereins "Pro Stolpersteine VS", Friedrich Engelke, sagt über Theo Leute: "Er konnte es nie fassen, das seine Villinger diese Stolpersteine in Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus nicht haben wollten".

Dass sein Einsatz letztendlich doch noch von Erfolg gekrönt war und der Gemeinderat in einer erneuten Abstimmung 2020 die Stolpersteine befürwortete, erlebte Theo Leute noch mit. Ihre Verlegung nun aber nicht mehr.

Hat Ihnen der Artikel gefallen? Jetzt teilen: