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Villingen-Schwenningen Strafzettel von Aldi-Kunde wird storniert

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Ein Aldi-Kunde in Schwenningen bekommt seinen Strafzettel erstattet. Foto: Pohl

VS-Schwenningen - Seit dem Tag der Eröffnung der Aldi-Filiale an der Bärenstraße beschäftigt die Kunden ein Thema ganz besonders: Strafzettel und Bußgelder. Jetzt berichtet ein Kunde von seinem positiven Erlebnis.

Seit Mitte 2014 werden Fremdparker und Discounter-Kunden zur Kasse gebeten und daran hat sich bis heute nichts geändert, wie ein Leser des Schwarzwälder Boten neulich erfahren musste. Er zählte jedoch nicht zu den Fremdparkern, die einen der 80 Stellplätze inmitten der Schwenninger Innenstadt als Langzeitparker nutzte, sondern tatsächlich zu den Aldi-Kunden. Er hatte allerdings vergessen, seine Parkscheibe zu platzieren und fand nach seinem Einkauf prompt ein Knöllchen unter dem Scheibenwischer seines Wagens.

Verärgert über das Bußgeld von 20 Euro und die anschließende Unterhaltung mit dem Parkwächter, der vor Ort den Strafzettel nicht mehr löschen konnte, "weil er bereits im System eingegeben war", wendete sich der Betroffene an Aldi sowie an die Firma ParkRaum-Management PRM GmbH, die den Parkplatz an der Bärenstraße überwacht. Und siehe da, er hatte Erfolg. Die Antwort der Firma lautete: "Selbstverständlich stornieren wir unsere Forderung von 20 Euro. Die Angelegenheit... ist somit für Sie erledigt."

Der "Parksünder" hatte anhand des Kassenzettels sowie der Uhrzeit darauf nachweisen können, dass er bei Aldi eingekauft hatte und deutlich unter der Maximalparkdauer von eineinhalb Stunden geblieben ist. "Mir war lediglich nicht bewusst, dass ich eine Parkscheibe hätte einlegen müssen", teilte er gegenüber unserer Zeitung mit. Das große Hinweisschild hatte er nach eigenen Angaben übersehen. Die positive Rückmeldung der Firma freute ihn deshalb sehr.

Doch war sie nur die Reaktion auf einen verärgerten Kunden, um diesen nicht vollends zu vergraulen, oder womit rechtfertigt die PRM GmbH die Stornierung des Bußgeldes? Wie aus dem elektronischen Schreiben hervorgeht, gibt es ganz offenbar die Möglichkeit, einmalig um einen Strafzettel herum zu kommen. So schreibt das Unternehmen: "Bitte denken Sie in Zukunft daran, Ihre Parkscheibe einzulegen, da wir jedes Kfz-Kennzeichen nur einmal stornieren."

Demnach werden also alle Parksünder, die erwischt werden, registriert und gespeichert. Für diejenigen, die gegen den Strafzettel schriftlich vorgehen und bislang noch nicht gegen die Parkordnung verstoßen hatten, stehen die Chancen gut, dass sie nicht bezahlen müssen. Allerdings gibt es nach Informationen unserer Zeitung keine Garantie, dass jeder Strafzettel storniert wird. Der Betroffene hatte offenbar in seinem Beschwerdeschreiben den richtigen Ton getroffen, sodass ihm die Mitarbeiter der PRM GmbH entgegen kamen.

Die Situation vor Ort hat sich in den vergangenen knapp drei Jahren allerdings geändert. Anfangs kontrollierte die städtische Polizeibehörde den Parkplatz – "auf Wunsch des Discounters", wie Pressesprecherin Oxana Brunner damals mitteilte. Da es sich aber um ein privates Gelände handelt, hätte das die Stadt damals schon nicht tun müssen. Und deshalb macht sie es bekanntlich auch heute nicht mehr. Während am Eröffnungstag im Juni 2014 Knöllchen in Höhe von zehn Euro verteilt wurden, bittet das private Unternehmen die Parksünder heute gleich ordentlich zur Kasse. Die Vergehen kosten nun doppelt so viel.

Macht die Firma damit den großen Reibach, oder ist auch die Höhe des Bußgeldes eine Reaktion auf das Parkverhalten an der Bärenstraße? Weder noch, wie auf Nachfrage zu erfahren ist. Hinter der Höhe der Bußgelder steckt die Wirtschaftlichkeit des Unternehmens. Hierbei gehe es um die Kostendeckung. Insgesamt ist das Parkverhalten an der Bärenstraße aber positiv: So sollen sich 98 Prozent der Parker an die Regeln halten.

Und für all diejenigen, die ihre Parkscheibe gerne einmal vergessen, gibt es auch eine Lösung: die elektronische Parkscheibe. Diese ist seit 2005 vom Gesetzgeber erlaubt und für etwa 30 Euro zu haben. Das Gerät wird gut sichtbar an der Windschutzscheibe befestigt und stellt mit Hilfe eines integrierten Bewegungsmelders die Ankunftszeit automatisch ein, sobald der Motor des Fahrzeugs abgestellt wird.

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