Außergewöhnliches Engagement für Narrozunft gewürdigt (von links): der frisch ernannte Ehrenzunftschreiber Matthias Reiner, seine Frau Dorothy, Ehrenzunftmeister Karl-Heinz Fischer und Oberbürgermeister Rupert Kubon. Fotos: Diebold Foto: Schwarzwälder-Bote

Hauptversammlung: Matthias Reiner zum Abschied mit Landesehrennadel gewürdigt

Von Martina Zieglwalner

Villingen-Schwenningen. Das Personalkarussell hat sich bei der Historischen Narrozunft Villingen gedreht, einige Ratsherren haben sich bei der Hauptversammlung am Dienstag in der Neuen Tonhalle von ihren Ämtern zurückgezogen. An erster Stelle der langjährige Zunftschreiber Matthias Reiner, dessen Einsatz die Mitglieder mit stehenden Ovationen würdigten.

Nach 21 Jahren in der verantwortungsvollen Position sei es an der Zeit, diese Aufgabe an einen jüngeren Kollegen abzugeben. Doch sang- und klanglos entließ die Zunft ihren Schreiber natürlich nicht. Zum Abschied gab es so manche Überraschung. So hatte Oberbürgermeister Rupert Kubon für die langjährigen Verdienste die Ehrennadel des Landes ­Baden-Württemberg im Gepäck und ging in launingen Worten auf seine wichtige Rolle ein. Es brauche immer jemanden, der den Griffel in die Hand nehme und das Geschehen festhalte, denn "wer schreibt, der bleibt".

Der Zunftschreiber habe sich nicht nur als Kalligraph bei der kunstvollen Gestaltung all der Ehrenurkunden über die Jahre hinweg einen Namen gemacht, sondern auch durch sein außergewöhnliches Engagement für die Narrozunft, betonte Zunftmeister Joachim Wöhrle, für das er Reiner zum Ehrenzunftschreiber ernannte. Und zusammen mit dem Rat hatte er sich ein besonderes Geschenk ausgedacht: eine schwarze Zimmermannshose mit Zunftemblem. Habe Reiner mit seiner Vorliebe für die Handwerkerkluft doch immer wieder eine Diskussion über die Kleiderordnung der Ratsherren ausgelöst. Und mit Blumen bedankte sich der Zunftmeister bei Dorothy Reiner, die ihrem Mann im Hintergrund zur Seite gestanden sei.

Dass ihm der Abschied nicht leicht falle, gab Reiner zu. Doch er werde auch noch daheim gebraucht. Er sei stolz, dass er den Werdegang der Zunft über 21 Jahre im Rat habe mitgestalten können und dankte seinen Mitstreitern für die Erlebnisse und gemeinsam gestarteten Aktionen. Und er versprach, weiterhin die Urkunden für treue Mitglieder zu schreiben. In seine Fußstapfen tritt Jens Schaumann, den die Mitglieder einstimmig wählten.

Überhaupt waren die Wahlen von einem Wechsel an der Spitze geprägt: Richard Braitsch, der seit 1999 im Rat saß, zog sich von seinem Amt als Kammerverwalter zurück. Als Nachfolger steht Ratsherr Markus Becker zur Verfügung. Elf Jahre sei Braitsch mit Bravour tätig gewesen und habe sich auch im Brauchtumsausschuss kreativ eingebracht, erklärte Wöhrle. Unter seiner Regie sei aus der Häskammer ein kleines Museum entstanden. Und als frisch ernannter Ehrenratsherr bleibe er ein Aktivposten im Vorstand. Ebenso wie der künftige Ehrenratsschreiber Dieter Wacker, der seit 1996 dem Rat angehörte, seither für die Pressearbeit zuständig ist und ab 1999 als Narrenredakteur der Narrozeitung ein neues Gesicht gegeben und ihr seinen Stempel aufgedrückt habe. Tag und Nacht sei er für Zunft in den sozialen Medien unterwegs gewesen und habe die Homepage der Narrozunft betreut. Diesen Aufgaben widme er sich weiterhin, auch die Pressearbeit bleibe in seinen Händen. Froh zeigte sich Wöhrle, dass durch den bisherigen zweiten und nun ersten Narrenredakteur Clemens Wursthorn ein nahtloser Übergang gewährleistet ist.

Auch die beiden Zunftballregisseure Anselm Säger und Alexander Brüderle kündigten ihren Rückzug nach der Ballsaison 2016 an, nicht ohne zu versichern, dass sie auch künftig mit Spaß auf der Bühne spielen. In den Startlöchern stehen Ratsherr Timo Klötzl und der neue Aspirant Oliver Kienzler, die beide bereits im Zunftballteam mitwirken. Zudem hört Benjamin Walter als Butzeselvater auf. Seine Funktion übernimmt der von den Butzeselgruppen einstimmig favorisierte und von den Mitgliedern als Ratsherr gewählte Marcel Nolte.

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