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Villingen-Schwenningen Staatssekretärin gratuliert zu "Naturjuwelen"

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Schwarzwald-Baar-Kreis - "Wir befinden uns nach insgesamt rund sechs Jahren der Vorbereitung nun in Phase eins zum Naturschutzgroßprojekt Baar", befand Landrat Sven Hinterseh beim ersten NGP-Tag im Landratsamt, den neben zahlreichen geladenen Gästen auch etliche Interessierte besuchten.

Insgesamt mehr als 44 000 Hektar ist die gesamte Projektfläche groß; sie umfasst 43 Prozent der gesamten Kreisfläche (allerdings ist auch der Nachbarkreis Tuttlingen mit einer relativ kleinen Fläche betroffen). Allein die 17 Kerngebiete von Aitrachtal bis Schwenninger Moos umfassen 4690 Hektar Fläche, dabei ist das Schwenninger Moos mit einer Fläche von 195 Hektar eines der kleinsten, jedoch das vielleicht Naturnächste dank des ehrenamtlichen Einsatzes, der dort bereits seit 75 Jahren besteht. Zu den Kerngebieten des Naturschutzgroßprojektes komme das Brigachtal mit 820 Hektar als Suchgebiet.

Nicht einfach sei sicher der Dialog mit betroffenen Landwirten, immerhin stehe bei den Bauern die Frage der Existenz auf dem Prüfstand. "Die Debatten mit den Bauern und dem BLHV, bei denen der Kreisvorsitzende Bernhard Bolkart sehr intensiv mitgearbeitet hat, war sehr konstruktiv, jedoch auch durch zähes Ringen gekennzeichnet", gestand der Landrat. Hier seien sicher durch neue Landschaftspflegeverträge noch Verdienstmöglichkeiten für betroffene Landwirte möglich. Denn – solche Großprojekte seien äußerst selten, gerade drei gebe es in Baden-Württemberg. Entsprechend hoch sei auch die Förderung: Von einem Gesamtvolumen von 5,5 Millionen Euro übernehme das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit 75 Prozent, das sind 4,1 Millionen Euro. Weitere 15 Prozent an Fördergeldern stelle das Landesministerium zur Verfügung.

Auf elf weitere Jahre sei das Projekt ausgelegt, wie Hinterseh betonte. Das Projekt sei ein Gewinn und eine touristische Chance für die Region und werde zum Teil bereits durch großartiges bürgerliches Engagement wie beim Schwenninger Moss gestützt.

Extra angereist war Staatssekretärin Rita Schwarzelühr-Sutter vom Bundesministerium. Für sie bedeute das Projekt eine gelungene Abwechslung von Endlager und Fluglärm. Natürlich wisse sie um Zielkonflikte mit der Landwirtschaft. Doch die Baar habe ein reiches Naturerbe zu bieten, einzigartige naturgewachsene Landschaften, die es gelte, für spätere Generationen zu erhalten. Die dichte Besiedelung mache das natürlich nicht einfacher, doch müsse die biologische Vielfalt erhalten werden. Natur- und Kulturlandschaften besäßen in Deutschland eine Fläche von 2250 Quadratkilometern – "das klingt zunächst viel, ist aber dennoch deutlich weniger als ein Prozent der Gesamtfläche", rechnete sie vor.

Die Förderung des Ministeriums betreffe ausschließlich Großprojekte. Der großflächige Charakter und die überdurchschnittliche Bedeutung für den Naturschutz seien letztlich die Gründe für die großzügige finanzielle Unterstützung. "Sie können stolz sein auf diese Naturjuwele, die Sie in der Baar aufweisen können, und stolz darauf, dass künftig in den Kernbereichen die Entwicklung der Natur wieder ungestört stattfinden kann", freute sie sich. Gerade die vielen Hochmoorflächen seien ein entscheidender Beitrag zur Reduzierung der Treibhausgase.

Die nun beginnende Phase eins, die Erstellung des Pflege- und Entwicklungsplans, sei in der Hauptsache auf die Projektplanung durch Konrad Reidl und Markus Röhl von der Hochschule Nürtingen-Geislingen ausgerichtet. Bis Ende des nächsten Jahres müsse die Projektplanung stehen – "ein ehrgeiziges Ziel", wie Thomas Kring als Projektleiter eingestand. Er zeigte auf, dass im Projektgebiet allein 174 Farn- und Blütenpflanzen der Roten Liste und der Vorwarnliste nachgewiesen wurden. Dazu verlaufe durch die einzigartige Lage der Baar zwischen Alb und Schwarzwald eine wichtige Vogelzug-Achse. So sei beispielsweise das Kerngebiet Birken-Mittelmeß ein bedeutender Rastplatz für 25 vom Aussterben bedrohte Arten, für die Kornweihe sei es darüber hinaus ein beliebter Überwinterungsplatz.

Nach einem arbeitsreichen Vormittag für alle Beteiligten und intensivem Dialog in vier Gruppen ging es nach der Mittagspause hinaus: Die Kerngebiete Schwenninger Moos, Deggenreuschen-Rauschachen und Birken-Mittelmeß wurden per Bus angefahren und in ihrer naturschutzfachlichen Bedeutung sowie schon durchgeführten und noch möglichen Maßnahmen beleuchtet.

 
 

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