Ursula Stumper-Kretschmer hat mit dem Nachlass ihres Vaters, dem Maler Werner Stumper, eine Kunstausstellung im Internet kreiert. Foto: Heinig Foto: Schwarzwälder-Bote

Ursula Stumper-Kretschmer zeigt Werke des verstorbenen Vaters in Internet-Ausstellung

VS-Villingen (bn). Warum nicht eine Kunstausstellung im Internet? Das dachte sich jetzt Ursula Stumper-Kretschmer, Tochter des vor einem Jahr verstorbenen Werner Stumper, der sich als Maler und Dichter in der Region einen Namen gemacht hat. Pünktlich zum Todestag ihres Vaters hat die Tochter es geschafft. Unter www.stumper-werner.de kann ein ausgewählter Teil des künstlerischen Nachlasses betrachtet werden.

"Bilder muss man angucken, die dürfen nicht in einer Rumpelkammer verschwinden", findet die Erzieherin. Zusammen mit ihrem Ehemann fotografierte sie deshalb die Werke ihres Vaters oder scannte sie ein – eine Heidenarbeit, schließlich hat Werner Stumper bis kurz vor seinem Tod mindestens zwei Bilder pro Woche erschaffen. Aquarelle, Linolschnitte, Kreide-, Wachs- oder Ölbilder – der in Bremerhaven 1927 geborene Werner Stumper beherrschte viele Techniken.

Das Studium an der Staatlichen Kunstschule in Bremen befähigte ihn zwar, als freischaffender Künstler zu arbeiten, und Erfolge ließen auch nicht lange auf sich warten, ein regelmäßiges Einkommen bescherte es ihm allerdings nicht. Also arbeitete Stumper bis zu seiner Pensionierung beim Vermessungsamt in Villingen.

Seine Leidenschaft gehörte aber immer der Kunst. Kaum eine Ausstellung in der Region fand ohne einen echten Stumper statt. 30 Jahre lang war er Mitglied des Kunstvereins Villingen. Zuletzt malte er mit Vorliebe das, was seine Tochter heute liebevoll "Schuhkartonbilder" nennt, kleine Werke von großer Ausdruckskraft. Darunter auch das 1992 entstandene Bild "Die bunte Kuh", die Tochter Ursula auf der Künstler-­ Homepage als Erkennungsbutton installierte.

80 Bilder sind im Internet eingestellt, mindestens 100 sollen es werden. Außerdem wird die schriftstellerische Ader Stumpers mit auf plattdeutsch verfassten Kurzgeschichten wie "Anna Kaiser" und dem Gedicht "Appelboom" belegt.

Besonders stolz ist Ursula Stumper-Kretschmer, dass die Vita ihres Vaters inzwischen auch bei Wikipedia nachzulesen ist. Das Internet will die Künstlertochter keineswegs als Verkaufsplattform nutzen, "dazu ist mit jedes Bild zu sehr ans Herz gewachsen".