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Villingen-Schwenningen Polnische Arbeiter von Betrieb ausgebeutet?

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Villingen-Schwenningen - Hat ein Betrieb aus VS eine ganze Zeit lang keine Sozialabgaben bezahlt? Was polnische Wanderarbeiter einem Betriebsinhaber vorwerfen, beschäftigt jetzt das Hauptzollamt. Illegale Beschäftigung ist nicht die einzige Anschuldigung der Gruppe: Zur Polizei trieb sie zuletzt die pure Not.

Der Brief, in gebrochenem Deutsch geschrieben, verfehlte seine Wirkung nicht. Was ein Pole als Mail verschickte, erreichte über »diverse Kanäle« neben Verwaltungen und Polizeibehörde auch das Hauptzollamt, bestätigte Michael Hauck, Pressesprecher in Singen. Die zuständige Abteilung für Finanzkontrolle im Haus nehme nun die Ermittlungen auf. Abschätzen kann er noch nicht, wann er Konkretes zu den Anschuldigungen sagen könne. Bis Verfahren abgeschlossen seien, könne es mehrere Monate oder auch Jahre dauern. »Die sind dort hoffnungslos überfordert«, reagierte ein Beobachter auf diese Einschätzung.

Vor kurzem war in der Redaktion des Schwarzwälder Boten die Mail eines Polen eingegangen, der darauf hinwies, dass in Deutschland, in diesem Fall VS, Landsleute arbeiten und »vom Arbeitgeber ausgebeutet werden«. In der Mail wird nicht nur behauptet, dass der Arbeitgeber keine Sozialabgaben abführe. Vorgeworfen wird dem Chef des Betriebs auch, dass er den Leuten keinen »Lohn mehr zahle und sie noch dazu aufgefordert habe, das Gelände zu verlassen. »Die Menschen haben kein Geld und wissen nicht wohin.« Der Mailschreiber berichtet, dass man beim Zollamt angerufen und auf die Probleme hingewiesen habe. Eine Mitarbeiterin habe aber aufgelegt mit den Worten: »Das ist nicht Ihr Problem«, habe sie zu ihm gesagt.

Während für den Aspekt Schwarzarbeit das Hauptzollamt zuständig ist, gestaltet es sich mit den anderen Vorwürfen schwieriger. Geht es um ausstehende Löhne, müssten die Wanderarbeiter ein zivilrechtliches Verfahren anstrengen, erörterte Peter Mehler, Leiter der Pressestelle des Polizeipräsidiums in Tuttlingen. Wenn es um »lausige Unterkünfte« geht, fühlt sich dagegen niemand mehr so recht zuständig. Die zuständige Gewerkschaft, so ein Regionalsprecher, werde erst dann aktiv, wenn sich Wanderarbeiter gewerkschaftlich organisiert haben, entweder in Deutschland oder, wie in diesem Fall, in Polen. Ein Mitarbeiter verweist auf einen Ansprechpartner für Wanderarbeiter. Dieser meldet sich zwar, ist, projekbezogen aber nur für Rheinland-Pfalz zuständig. Sein Stuttgarter Pendant ruft unsere Redaktion nicht zurück.

Die Wanderarbeiter, waren mehrfach bei einem Revier in VS, bis ein Dolmetscher gefunden war. Mehler bestätigte, dass auch die polnische Kontaktperson im Revier war. Bei der Vertrauensperson handelt es sich um einen Landsmann, dem der beschuldigte Betrieb nicht unbekannt sei. Während die Ermittlungen anlaufen, habe dieser »die Leute erstmal mit Essen und Trinken versorgt«.

Ihre Redaktion vor Ort Villingen

Cornelia Spitz

Fax: 07721 9187-60

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