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Villingen-Schwenningen Metzgerei Paul bleibt für immer geschlossen

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Eich Bärenbold wird die Metzgerei Paul nicht mehr eröffnen. Foto: Eich

VS-Villingen - Aus und vorbei: Die Metzgerei Paul, die bei einem Brand vergangenes Jahr zerstört wurde, wird es nicht mehr geben. Denn die Versicherung weigert sich, den Schaden in Höhe von knapp 400 000 Euro zu bezahlen.

Im Minutentakt wird Erich Bärenbold auf der Straße angesprochen, seit dem er auf Facebook in einem Video das Aus seiner Villinger Metzgerei angekündigt hat. Viele sprechen ihr Bedauern aus, andere sprechen ihm gut zu, wieder andere schütteln fassungslos den Kopf über die aktuellen Entwicklungen. "Das gibt’s doch nicht, da zahlt man jahrelang in die Versicherung ein und dann lassen sie einen im Stich", heißt es von einer Frau, die dann gleich betont: "Ich werde deine Bratwürste vermissen!"

Von Polizei verhört worden

Denn: Der Metzger, der über zwölf Jahre lang die Metzgerei Paul in der Gerberstraße geführt hat, wird seinen Betrieb schließen. "Ich könnte grad plärren, aber es ist vorbei", sagt Bärenbold. Allerdings bleibt ihm keine Wahl, wie der Metzger betont. So weigert sich seine Versicherung, nach dem Brand im August vergangenen Jahres, für den entstandenen Schaden aufzukommen.

Damals hatte ein bis heute unbekannter Täter Feuer in der Metzgerei gelegt und damit die Räumlichkeiten der Metzgerei verwüstet. Wie der Schwarzwälder Bote vor rund einem Monat berichtete, haben Polizei und Staatsanwaltschaft die Ermittlungen mittlerweile abgeschlossen. Ein Täter konnte nicht ermittelt werden, weitere Ermittlungsansätze gebe es nicht.

"Auch mich und mein Umfeld haben sie genau beleuchtet", berichtet Bärenbold. So sei er mehrere Stunden von der Kriminalpolizei verhört worden, man habe seinen Router zuhause sowie sein Handy ausgelesen. "Aber es ist ja klar, dass auch beim Inhaber ermittelt wird, für mich war das in Ordnung – ich habe nichts zu verbergen." Er sei immer optimistisch gewesen und habe damit gerechnet, dass er direkt durchstarten kann, sobald die Ermittlungen beendet sind und die Versicherung dann zahlt.

Ermittlungen der Kripo in Frage gestellt

Umso unerklärlicher sei es für ihn, dass die Ergebnisse der Kripo von seiner Versicherung in Frage gestellt werden – und diese sich nun weigert, für den Schaden aufzukommen. Dies habe man seinem Anwalt mitgeteilt, gleichzeitig jedoch keine Begründung geliefert. "Es heißt, sie würden sich zu der Sache nur vor Gericht äußern", erzählt der Metzger kopfschüttelnd.

Gefallen lassen wird er sich diese Entscheidung nicht. "Ich klage", betont er. Aber: Da ungewiss ist, wie lange der Rechtsstreit andauert und welchen Ausgang er haben wird, ziehe er nun die Reißleine. Schließlich stehe er gegenüber seinem Verpächter in der Verantwortung, "und ich kann auch nicht mehr verantworten, dass mich meine Familie und meine Freunde weiterhin unterstützen, damit ich mich über Wasser halten kann".

Es gehe damit eine Ära zu Ende, sagt er voller Wehmut. "Der letzte produzierende Metzger innerhalb der Stadtmauern gehört damit der Geschichte an." Mit Gänsehaut erzählt er von vielen "wunderbaren Momenten", beispielsweise wenn am Fasnetmendig der Butzesel zu ihm gekommen sei, um Würste zu stibitzen. Alles Geschichte.

Bärenbold selbst wird nun die Räumlichkeiten in der Gerberstraße räumen, ab Juli fängt er bei einer Metzgerei in Eisenbach an. Und dann beginnt auch sein Kampf gegen die Versicherung, bei dem er auch von vielen Kollegen Unterstützung erhalte. Überhaupt sei die Resonanz auf sein Video überwältigend gewesen. "Es ist schön zu wissen, das so viele hinter mir stehen", erzählt er. Zumindest diesen positiven Aspekt könne er der ganzen Sache abgewinnen – auch, wenn er jetzt vor einem Scherbenhaufen steht.

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Cornelia Spitz

Fax: 07721 9187-60

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