Warum sehe ich diesen Hinweis?

Sie sehen diesen Hinweis, weil Sie einen Adblocker eingeschaltet haben oder im privaten Modus surfen. Deaktivieren Sie diesen bitte für schwarzwaelder-bote.de, um unsere Artikel ohne diesen Hinweis lesen zu können.

Mehr zum Thema Adblocker / Privater Modus und wie Sie diesen deaktivieren, finden Sie, indem Sie auf deaktivieren klicken.

Deaktivieren

Villingen-Schwenningen Kulturschaffender ist trotz Corona-Krise zuversichtlich

Von
Elias Raatz hat die Kultursaison bis Ende August abgehakt. Danach soll es im Capitol aber wieder ein Programm geben. Foto: Trenkle

VS-Schwenningen - Welche Bereiche unseres gesellschaftlichen Zusammenlebens sind eigentlich systemrelevant? Diese Frage wurde in der Corona-Hochphase oft gestellt. Langsam läuft das Miteinander wieder an. Die Kultur muss jedoch meist noch warten. System­irrelevant?

Auch, wenn er selbst als Kulturschaffender durch die staatlichen Restriktionen angesichts des Coronavirus viele Einbußen hinnehmen musste, ist Elias Raatz nach Monaten noch nicht verbittert oder gar erbost. "Ich habe Vertrauen in die Politik", sagt der 22-jährige Schwenninger und ist trotz der eigenen Nachteile mit dem Vorgehen zufrieden.

Im September kann es wieder losgehen

Falls sich durch gegenwärtige Lockerungen allerdings im Bereich der Kultur aktuelle Möglichkeiten ergäben, würde sie Raatz in den beiden von ihm in der Neckarstadt betreuten Feldern bewusst vorerst nicht wahrnehmen. In der verunglückten Kultursaison bis Ende August wird mit hoher Wahrscheinlichkeit sowohl im Capitol wie auch der von Raatz gegründeten Agentur für Poetry-Slammer "Dichterwettstreit deluxe" keine Veranstaltung stattfinden. Nach dem Herunterfahren dort nun spontan noch etwas einzubauen, wäre zu aufwendig. Im September soll es allerdings definitiv wieder losgehen.

Bei mehr als einem Dutzend geplanter Events hatte das Virus Raatz einen Strich durch die Rechnung gemacht. "Am Anfang dachte ich: Das wird jetzt zwei Wochen lang etwas seltsam sein und dann wird alles wieder gut", so Raatz im Gespräch mit unserer Zeitung rückblickend. Die Ausmaße wurden dann allerdings doch schnell deutlicher: "Es gab schon Tage, da bin ich mit Absagen am Morgen geweckt worden."

Nicht nur die eigenen Events fielen aus, auch solche, die sein besonderes Interesse finden. So beispielsweise die deutschsprachigen Meisterschaften im Poetry Slam in Düsseldorf. Daraus wird 2020 wahrscheinlich auch nichts. Texte der deutschsprachigen Meister der beiden Vorjahre, Jean-Philippe Kindler (2018) und Friedrich Herrmann (2019), hat Raatz allerdings neben 26 weiteren Autoren in ein im Juli von ihm im Eigenverlag erscheinenden Buch aufgenommen. Der Band ist damit nach einem ersten 2019 bereits der zweite. Die Auflagen sind jeweils nicht riesig, eine Nachfrage innerhalb der Poetry-Slam-Events nach schwarz auf weiß festgehaltenen Texten ist jedoch vorhanden und wird mit den Anthologien gestillt. Poetry Slam – diese Kunstform liegt Raatz besonders am Herzen. Er selbst war auch schon 2016 Finalist in der baden-württembergischen Poetry-Slam-Meisterschaft U20.

So manch Kulturschaffender scheint durch den Lockdown in Corona-Zeiten anfällig für Verschwörungstheorien zu werden. Solchen Ideen könne er nichts abgewinnen. Ganz im Gegenteil, so Raatz – er versuche, sich dafür einzusetzen, dass Menschen ihnen nicht verfielen.

Bald den Bachelor sicher

Der 1997 in der Neckarstadt Geborene studiert in Tübingen Medienwissenschaft. Es sei nicht so schwer, Menschen zu verstehen, welche in Echokammern und Filterblasen sich den immer gleichen Informationen aussetzten und damit radikalisiert würden, erläutert er: "Zu diesem Thema könnte ich mein halbes Studium auspacken!" Letztlich sei jeder Mensch anfällig für Desinformation, es komme auf den Kontext an.

Die Zeit der gestrichenen Veranstaltungen überbrücken konnte Raatz unter anderem durch die Erstellung neuer Programme. Abgepuffert wurde der Shutdown sicherlich auch durch das Studium. Die Medienwissenschaften setzten ehedem stark auf digitale Kommunikation, so dass die Uni-Restriktionen verschmerzbar gewesen seien. Der Schwenninger bezeichnet sich bezogen auf seine vielen weiteren Aktivitäten als "Teilzeitstudenten". Nach dem Bachelor-Abschluss, zu dem nur noch zwei Kurse fehlen, will Raatz den Master-Abschluss folgen lassen.

Falls die Lockdown-Lockerungen es ermöglichen, geht das neue, von Elias Raatz in der Zwischenzeit geplante Capitol-Programm am Freitag, 18. September mit "Best of Comedy Night in Villingen-Schwenningen" los. Die Comedy-Mixed-Show wird moderiert von Julian Limberger.

Am Samstag, 10. Oktober, soll dann der "CCC" – Capitol Cleinkunst Clash folgen. Moderieren wird diese offizielle Eröffnungsshow der Capitol-Kleinkunst-Veranstaltungen Elias Raatz selbst.

Ebenfalls von Raatz an einem Samstag, diesmal einen Monat später am 7. November, wird der "Dichterwettstreit deluxe-Poetry Slam Villingen-Schwenningen" moderiert. Eine weitere Veranstaltung, am 20. November folgt mit Kabarettist Martin Fromme und seinem Programm "Glückliches Händchen". Als "Unterhaltsamer Wissenschafts-Wettstreit" ist der Science Slam am Samstag, 5. Dezember, überschrieben. Im selben Monat folgt am Freitag, 11. Dezember, Kabarettist Philipp Scharrenberg mit seinem neuen Programm. Bis Frühling 2022 ist von Raatz bereits das Capitol-Programm vorgeplant. Im kommenden Jahr hat er als Höhepunkte im Mai Kabarettistin Katalyn Hühnerfeld mit "Krone der Schröpfung!", im Oktober Politsatiriker Fatih Çevikkollu mit "FatihMorgana" oder im Dezember Kabarettistin Christine Prayon mit "Abschiedstour". Im April 2022 tritt Kabarettist Stefan Waghubinger mit "Ich sag’s jetzt nur zu Ihnen" auf. Beginn ist jeweils um 20 Uhr.

Top 5

0

Kommentare

Artikel kommentieren

Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.

Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.