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Villingen-Schwenningen In 25 Jahren vielen Menschen geholfen

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Volker Bausch (von links), Jochen Link, Marianne Brunner (alle Weißer Ring) freuen sich über die Spende aus den Händen von Revierleiter Thomas Barth, Friedrich Bettecken, Ralf Eisele und Volker Schurr.Foto: Eich Foto: Schwarzwälder Bote

Nach knapp 15 000 verkauften Buttons und Spenden in Höhe von mehr als 50 000 Euro ziehen die Initiatoren der Polizeibuttons vom Villinger Revier einen Schlussstrich. Der letzte Scheck ging dieses Jahr an den Weißen Ring.

VS-Villingen. "Ihr wollt nicht ernsthaft aufhören, oder?" So oder so ähnlich haben viele der treuen "Kunden" und Sammler, die seit Jahren oder gar seit der Anfangszeit die Fasnet-Buttons der A-Schicht auf dem Villinger Polizeirevier begleitet haben, reagiert.

Doch Revierleiter Thomas Barth, Volker Schurr, Ralf Eisele, Friedrich Bettecken und Ralph Bames meinen es ernst. "Wenn’s am schönsten ist, soll man bekanntlich aufhören", sagt Schurr zu den Gründen. Nach 25 Jahren sei es einfach ein "sauberer Schnitt", um die beliebte Aktion in dieser Form einzustellen. "In dieser Konstellation wird es die Buttons nicht mehr geben", macht auch Barth klar. Wenn sich jüngere Kollegen finden würden, wäre Zeichner Bames bereit, noch mal seine Kreativität ausleben zu lassen – doch vorerst ist Schluss.

Bames war es, der zur Anfangszeit aufgrund seiner Begabung einen Button kreiert hatte, den sich die Kollegen der Schicht spaßeshalber an ihre Dienstjacken anhefteten. "Die haben uns die Dinger gleich abgerissen", erinnert sich der Polizeifreiwillige Bettecken daran, wie die Idee aufkam, die Button-Aktion auszuweiten. Warum nicht mehr Buttons herstellen und an der Fasnet verkaufen? Gesagt, getan – die Polizeibutton-Aktion war geboren.

Von Anfang an sei dabei klar gewesen, dass die Erlöse für wohltätige Zwecke genutzt werden. Oftmals sei dabei das Geld für die Hinterbliebenen von Einzelschicksale, wie etwa Arbeits- oder Verkehrsunfälle, genutzt worden. Barth: "Das Geld kann das Schicksal natürlich nicht ausgleichen, aber es ist eine Hilfestellung". Aber auch karitative Institutionen in der Region wie die DKMS, das Kinderhospiz, die Nachsorgeklinik Tannheim, die Forstwaisenhilfe oder die Feldner Mühle profitierten in dem Vierteljahrhundert von den Spendengeldern, die die Polizisten gesammelt haben. Nur in einem Fall habe man das Geld außerhalb des Landkreises verwendet – als 2014 ein Polizist in Hessen erschossen wurde.

Gerade weil die Spender wussten, dass ihre Zuwendungen in besten Händen sind, zeigten sich viele besonders spendabel. Die wenigsten bezahlten nur den veranschlagten Preis, manche gaben gar 50 Euro pro Button – andere übergaben gleich die ganze Schorlegasse eines Stübles für den guten Zweck. Rund 50 000 Euro sind so schätzungsweise über die Jahre zusammen gekommen.

Zum Abschluss der Aktion, bei der vergangenen Fasnet 700 Buttons verkauft wurden, darf sich der Weiße Ring über einen Scheck in Höhe von mehr als 3500 Euro freuen. Dass ausgerechnet die unabhängige Hilfsorganisation für Kriminalitätsopfer von den Polizeibeamten bedacht wird, ist dabei kein Zufall. "Spenden dorthin gehen immer in die richtige Richtung und sind auch in unserem Ansinnen", so der Revierleiter.

Jochen Link, Leiter der Außenstelle des Landkreises, und seine Stellvertreterin Marianne Brunner betonen ebenfalls die "super Zusammenarbeit" zwischen der Polizei und der Organisation. Denn diese sei darauf angewiesen, dass Opfer genannt werden – damit diesen überhaupt geholfen wird.­ Wie wichtig das ist, weiß auch Volker Bausch, der als pensionierter Kriminalbeamter seit 2019 ehrenamtlich für den Weißen Ring in der Opferbetreuung tätig ist. "Als Polizist ist man über die Arbeit der Organisation dankbar. Man lässt die Opfer nicht gerne im Regen stehen, kann sich als Polizist aber nicht um jedes Opfer einzeln kümmern", sagt Bausch und betont: "Es beruhigt einfach die Seele eines Polizeibeamten."

Was die Spende, die dank des Engagements der Beamten und der großzügigen Bereitschaft der Abnehmer zustande kam, bewirkt, zeigt Link auf. "Mit dem Geld können 18 Gespräche mit einem Anwalt oder Therapeuten finanziert werden – das hilft für eine lange Zeit."

Die Beamten können sich deshalb darüber freuen, in den vergangenen 25 Jahren auch außerhalb ihres Dienstes mit der Button-Aktion vielen Menschen in der Region geholfen zu haben.

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