Mundart: Bärbel Brüderle erklärt den Villinger Dialekt

VS-Villingen. "Dialekt macht nicht nur Spaß, er ist auch für was gut." Bärbel Brüderle, Vorsitzende der Muettersproch-G’sellschaft Villingen, bricht eine Lanze für die Mundart und der Schwarz­wälder Bote hilft ihr dabei. Wir erklären in unregelmäßigen Abständen Villinger Ausdrücke.

In der elften Folge dieser neuen Serie geht es um stau, schlieche, däppele, schlendere, trottle, fueßle, renne, seggle, furze und saue.

Von stau, also stillstehen, bis saue, also rasen, lässt sich die Gangart steigern, wobei sie anscheinend immer fäkalsprachiger wird.

Auf Schriftdeutsch übersetzt hieße das dann etwa so: stehen, schleichen, tippeln, trotten, die Beine in die Hand nehmen, rennen, ausdauernd rennen, davonpfeifen, sich rasend schnell fortbewegen.

Auch Wasser ist immer in Bewegung, von der Quelle, über einen Wasserfall bis zum Meer. Das wäre dann zum Beispiel etwa so: rinne, gluckere, murmle, plätschere, schwappe, ruusche, tschuuse, pflätsche und ströme. Rinnen, blubbern, murmeln, plätschern, schwappende Geräusche machen, rauschen, tosen, spritzend sprudeln und strömen.

Zum Jubiläum, 1000 Jahre Marktrecht in Villingen, wurde in der Rietstraße ein Haus besonders geschmückt. Dort findet sich ein Teil eines Gedichts von Johann-Wolfgang von Goethe zusammen mit Noten von Franz Schubert: "Seele des Menschen, wie gleichst du dem Wasser, Schicksal des Menschen, wie gleichst du dem Wind."