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Villingen-Schwenningen Heizsäulen in den Schulen im Winter?

Von
Foto: Kästle

Villingen-Schwenningen - Schnupfen, Husten, Heiserkeit: Wie sollen Schüler in Corona-Lüftungs-Zeiten gut über den Winter kommen? Welche Vorschläge es gibt, lesen Sie in unserem (SB+)Artikel.

Schüler mit kalten Füßen und Decken? Schüler, die sich im Unterricht erkälten und krank werden? Wie das Klassenzimmer ausreichend lüften, ohne dass die Raumtemperaturen abfallen? Ingenieur Walter Grimm will eine Antwort darauf haben, doch noch will sie keiner hören.

Walter J. Grimm, 71 Jahre alt und FH-Informatik-Ingenieur mit Schwerpunkten Elektronik und Elektrik, gibt Nachhilfe in verschiedenen Fächern aller Schulen und hat bereits von ’zig Krankmeldungen wegen Erkältungen seiner Schüler gehört. Kein Wunder, wenn in den Klassenzimmern ständig gelüftet werden müsse, findet er. "Wie soll denn das erst werden, wenn es richtig kalt wird?", fragt er und bringt im Gespräch mit dem Schwarzwälder Boten drei Alternativen ins Spiel.

Szenerie 1: Man stelle ein 110 Quadratmeter großes Zelt auf, platziere etwa zwölf Heizstrahler mit einer Leistung von zwei Kilowatt. Insgesamt, rechnet er grob vor, hätte man so einen Verbrauch von 240 Kilowattstunden bei einem Zehn-Stunden-Tag, 36 Schüler ließen sich ohne Mundschutz unterrichten, ist er sich sicher, und zudem unter Einhaltung des Sicherheitsabstandes. Zweite Szenerie: Im Klassenzimmer werden vier Heizsäulen installiert: Wird gelüftet, geht gleichzeitig eine der vier Säulen in Hochbetrieb und bringt, zusammen mit den anderen, eine Leistung von dreieinhalb Kilowatt.

Gemischte Reaktionen

Dadurch ließe sich erreichen, dass sich die Raumtemperatur nicht absenke und eine angenehme Restwärme bliebe. "Am besten wäre eine Melange aus beiden Systemen", meint er und zwar dann, wenn der Mindestabstand von 1,50 Meter nicht realisiert werden könne. Wirtschaftlich, schätzt er mit Blick auf die Kosten, müsste dies zu stemmen sein. "Außerdem geht es doch um unsere Kinder, dass die lernen können und nicht in der Schule krank werden." Natürlich werde so auch verhindert, dass das Lehrpersonal sich erkälte. Grimm hatte sich bereits zu einer Zeit Gedanken über den Unterricht im kommenden Herbst und Winter gemacht, als viele Lehrer wie Schüler noch bei 30 Grad schwitzten und keinen Gedanken an das nächste Schuljahr verschwendeten. Der Elektroingenieur machte sich im Sommer bereits Gedanken darüber, wie sich der Unterricht in der kalten Jahreszeit und unter Corona-Bedingungen in der Schule aufrecht erhalten ließe. Bislang mit mäßigem Erfolg: Von einem Rektor habe er gehört, erzählt er etwas frustriert im Gespräch mit dem Schwarzwälder Boten, "dass so etwas in VS sicherlich nicht durchginge". Aus dem Stuttgarter Kultusministerium habe man ihm signalisiert, dass er sich in Bezug auf eine Reaktion gedulden solle.

Experte prescht vor

"Mittlerweile ist Herbst" und er habe noch immer keine Chance bekommen auf einen Probelauf zumindest in einer Schule und wenigstens in einem Klassenzimmer. Immerhin, so Grimm, habe er ja jahrzehntelange praktische Erfahrung mit dem Thema "Klassenzimmerbeheizung" und verweist auf die von ihm entwickelten "individuellen elektronischen Einzelraum-Temperatur-Regelsysteme mit Datenkommunikation über die vorhandene Stromversorgungsleitung Power Line Communication", die er seit den 80er-Jahren an Schulen verschiedener Länder einbauen ließ.

Bloß keine Schließung

Nicht nur Grimm macht sich Gedanken, wie sich trotz Corona-Reglements und Hygienevorschriften ein Schulbetrieb aufrecht erhalten ließe. So warnt die Freie Wähler Fraktion im Gemeinderat vor den Folgen von weiteren Schulschließungen oder Unterrichtsbegrenzung. "Diese wären nicht nur für die Wirtschaft sehr negativ, sondern würden für die Entwicklung der Kinder und auch für deren Eltern schwere Folgen mit sich bringen", so Steffen Ettwein. Die Freien Wähler machen sich für eine bessere Raumentlüftung stark. Denn dies hätte "einen sichereren Schulbetrieb zur Folge". Aktuell könne in Klassenzimmern fast nur per Fenster gelüftet werden, was im Herbst eine zuverlässige Belüftung sehr fragwürdig erscheinen lasse. Deshalb sollen die Finanzierungsmöglichkeiten durch das Land für Geräte zur Raumlüftung geprüft werden und möglicherweise im Eilverfahren umgesetzt werden. Die Raumluft-Wärmerückgewinnung von gut 80 Prozent erlaube eine kontinuierliche Lüftung mit hoher Leistung, "ohne dass der Raum auskühlt", erläutert Ettwein. Die Geräte ließen sich problemlos provisorisch und zeitschnell in den vorhandenen Fensterlöchern einbauen.

Wie sieht die Stadt die Möglichkeiten für einen Probelauf in einer doppelstädtischen Schule, was Walter Grimms Ideen angeht? Und wie reagiert sie auf den Vorstoß der Freien Wähler-Fraktion in Bezug auf Lüftungssysteme? Noch kann Oxana Brunner, Pressesprecherin der Stadt, nichts sagen, zumindest zu den Vorschlägen der Freien Wähler. Was Grimms Ideen anbelangt, gibt es ein knappes Fazit: Im Einzelnen sei Außenunterricht möglich, aber nicht für 24 Schulen. Und die Heizsäulen seien der Gastronomie nur in Corona-Ausnahmezeiten gestattet worden und im Unterricht aus Klimagründen nicht umsetzbar.

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